DGK e.V. -pgk, Jg. 36, 11/12 - 2002
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Deutsches Grünes Kreuz, Infekte, Schlankheitswahn, Keuchhusten, Stillen, Personalschulung Stillfreundliches Krankenhaus, Impfen, Allergie, Fieberkrampf,
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 36, 11/12 - 2002

Wie viel krank ist noch gesund?
Häufige banale Infekte sind bei Kleinkindern normal (2.836 Zeichen)

 
(pgk) "Ständig hat mein Kind Schnupfen oder eine Erkältung." Angesichts wiederholter Infektionen fragen sich manche besorgte Eltern, ob das Immunsystem ihres Sprösslings in Ordnung sei. Meist besteht jedoch kein Grund zur Sorge, denn nur selten ist eine Erkrankung des Immunsystems der Grund für häufige Infekte.

Acht bis zwölf Infektionen pro Jahr halten Experten bei Säuglingen und Kleinkindern für normal. Diese Häufigkeit bedeutet nicht, dass das kindliche Immunsystem unreif ist. Es ist aber noch "unerfahren" und muss sich erst mit den verschiedenen Keimen auseinander setzen, damit es in Zukunft schnell auf die Erreger reagieren kann.

Dass sich Säuglinge durchaus gegen krankmachende Eindringlinge zu wehren wissen, zeigt bei-spielsweise die Anzahl der weißen Blutzellen: Neugeborene besitzen deutlich mehr Leukozyten als Erwachsene. Zudem erhält das Kind in den ersten Monaten seines Lebens Starthilfe. Schon ab dem vierten Schwangerschaftsmonat werden mütterliche Antikörper gegen viele - aber nicht gegen alle - Krankheiten, die die Mutter durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft ist, an das Kind weitergegeben. Am Ende des neunten Schwangerschaftsmonats liegen dann bestimmte Antikörpertypen (IgG) beim Kind sogar in höherer Konzentration vor als bei der Mutter. Frühgeborene bekommen allerdings weniger Antikörper übertragen und sind daher infektanfälliger.

Nach der Geburt nimmt das Kind weitere Antikörper durch die Muttermilch auf. Besonders die erste Milch (Kolostrum) ist sehr reich an Immunglobulin A (IgA). Diese Immunglobuline bleiben lange im Darm des Säuglings stabil und schützen ihn vor Darminfektionen. Ob sie auch gegenüber Infektionen der oberen Luftwege schützen, ist zur Zeit noch umstritten. Andere Immunglobulintypen sind in deutlich geringeren Mengen in der Muttermilch vorhanden und werden außerdem im Darm abgebaut, so dass sie keinen Schutz vor Infektionen bieten können. Die von der Mutter übertragenen Antikörper werden ebenfalls im Laufe der Zeit abgebaut. Ein Tiefpunkt wird im sechsten Lebensmonat erreicht. Danach bildet das Kind zunehmend eigene Antikörper gegen die Keime, mit denen es in Kontakt kommt.

Wenn der mütterliche Schutz nachlässt, häufen sich die Infekte, vor allem solche der oberen und unteren Atemwege. Aber auch immer wiederkehrende fieberhafte Infekte, oft ohne erkennbare Ursache, sind nicht selten.

Tatsächlich liegen nur in sehr seltenen Fällen Immunstörungen vor. Wenn das Kind chronisch krank ist, schlecht gedeiht, ungewöhnliche Infekte mit schweren Verläufen wiederholt auftreten und diese auch nur schlecht zu behandeln sind, sollte natürlich abgeklärt werden, ob das Immunsys-tem gesund ist. Sollte die Immunabwehr tatsächlich durch einen genetischen Fehler oder eine andere Ursache geschädigt sein, bietet rechtzeitiges Erkennen die Möglichkeit zur Therapie.


Krank statt schlank
Hungern bis zum Umfallen - Kinder haben schon im Vorschulalter Schlankheitswahn (2.170 Zeichen)

 
(pgk) Fett ist out - dürr ist in. Stars und Sternchen machen es vor: Jeder will aussehen wie Britney Spears oder Geri Halliwell. Die Bauchfrei-Mode hat ihre ersten Opfer. Schon im Vorschulalter können Kinder in Deutschland vom Schlankheitswahn erfasst werden, so die Vorsitzende des Bundesfachverbands Ess-Störungen (BFE) Cornelia Götz-Kühne. Die meisten Betroffenen sind Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 25 Jahren. Aber auch Jungen werden zunehmend anfälliger für diese Sucht. Und: Es gibt bereits Vierjährige, die sich für zu dick halten und deshalb die Nahrungsaufnahme verweigern; schon Zehnjährige müssen wegen Magersucht behandelt werden.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche an mitunter lebensgefährlicher Magersucht (Anorexia nervosa) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie). Etwa ein Viertel der Mädchen unter 10 Jahren hat schon einmal eine Diät gemacht, bei den 11- bis 13-Jährigen sind es 50 Prozent. Der Anteil von Jungen liegt mittlerweile bei zehn Prozent.

An folgenden Merkmalen erkennt man eine Magersucht: fast vollständige Verweigerung der Nahrungsaufnahme, schnelle und deutliche Gewichtsabnahme, zum Teil bis zur Hälfte des ursprünglichen Gewichts, übertriebene sportliche oder sonstige körperliche Betätigung, Verleugnung der körperlichen Warnsignale wie zum Beispiel Herzstechen, Schwächeanfälle, ständiges Frieren, Schlafstörungen. Bereits kurz nach Beginn der Magersucht treten Veränderungen auf wie Ausbleiben der Periode, Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen. Etwa zehn Prozent sterben an ihrer Magersucht.

Eine Ess-Brech-Sucht (Bulimie) erkennt man an Heißhungeranfällen mit dem Gefühl, sich nicht kontrollieren zu können, Beendigung der Essanfälle durch Erbrechen oder die Einnahme von Ab-führmitteln, übertriebener Beschäftigung mit Figur und Gewicht, Scham- und Schuldgefühlen sowie Verheimlichung der Probleme.
Die körperlichen Folgen einer Bulimie sind vielfältig, zum Beispiel Zahnschäden, Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen. Die Verhütung mit der Pille funktioniert nicht mehr zuverlässig. Zur Behandlung der Störung dienen verschiedene Formen der Gruppen- und Verhaltenstherapie.


Stinklaune wegen Keuchhusten (1.979 Zeichen)
 
(pgk) "Mein Sohn hatte doch als Kind Keuchhusten", empört sich Frau M., als der Arzt ihren vierzehnjährigen Sohn dagegen impfen will. "Dann ist eine Impfung doch wohl überflüssig". Irrtum. Auch diejenigen müssen geimpft werden, die bereits die Krankheit durchgemacht haben, widerspricht der Arzt. Nach heutigem Wissen hält der Schutz nach Erkrankung nur etwa 10 bis 15 Jahre - an Keuchhusten kann man also mehrmals im Leben erkranken.

"Und was glauben Sie, was bei Ihnen los ist, wenn der Junior acht Wochen lang hustet, nicht schlafen kann und absolut unleidlich ist? Manchmal sind wegen des starken Hustens sogar Rippen angeknackst, dann kann er vorerst seinen heißgeliebten Fußball vergessen."
Deshalb ist es empfehlenswert, dass frühestens zehn Jahre nach einer abgelaufenen Keuchhusten-Erkrankung Jugendliche eine Wiederimpfung erhalten, so die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) in ihren aktuellen Verlautbarungen.
Für diese Impfung gibt es entweder einen Einzelimpfstoff oder - wenn auch noch andere Impfungen, zum Beispiel gegen Tetanus, Diphtherie oder Kinderlähmung nötig sind - Kombinationsimpfstoffe, die mit einem Piks gleich vor mehreren Krankheiten schützen.

Und das empfehlen die Impfexperten:

  • Säuglinge: Alle Säuglinge so früh wie möglich (ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat) gegen Keuchhusten impfen. Der Grund: Die Mutter kann ihrem Neugeborenen keinen Nestschutz dagegen mitgeben, Kinder können deshalb schon kurz nach der Geburt erkranken. Meist sind Erwachsene oder ältere Geschwister die "Bakterienschleudern" und stecken das Neugeborene an.
  • Jugendliche: Eine Auffrischimpfung aller Jugendlichen gegen Keuchhusten. Wenn die Grundimmunisierung (vier Impfungen) fehlt oder unvollständig ist, soll diese nachgeholt bzw. ergänzt werden.
  • Erwachsene: Eine einmalige Keuchhustenimpfung für alle über 18 Jahre, die in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter, kinderärztlichen Einrichtungen oder Infektionsabteilungen arbeiten.

 


Hausaufgaben ohne Stress (2.899 Zeichen)
 
(pgk) Protest, Geschrei und Getöse. Sabine D. weiß nicht mehr weiter. Zum wiederholten Male gibt es dicke Luft mit ihrem Sohn Florian wegen der Hausaufgaben. Dem störrischem Zweitklässler fällt immer wieder ein neues Ablenkungsmanöver ein: Erst will er "nur kurz" die Hörspielkassette zu Ende hören. Dann fällt ihm sein neuer Gameboy in die Hand. Schließlich ist er mit Freund Max zum Spielen auf der Wiese verabredet. Auch Mitschülerin Jenny findet einfach keinen Anfang bei den Hausaufgaben, Tim unterbricht seine Arbeit ständig für irgendwelche Spielereien, Laura vergisst sie einfach, Sven hat regelrecht Angst davor.

Der häusliche Frieden ist in vielen Familien wegen der Hausaufgaben gefährdet. Aber der nachmittägliche Schulstress am Schreibtisch ist nicht nur für die Eltern ein Problem. Er belastet die Kinder ebenso. Körperliche Anzeichen sind zum Beispiel unspezifische Bauchschmerzen. Häufig blicken die Kinder ratlos in ihre Hefte und wissen nicht, was genau sie tun sollen. Viele Eltern sitzen dann daneben, sagen die Aufgaben vor oder spielen "Ersatzlehrer". Hilfestellungen werden dabei nicht immer fachgerecht geleistet, sind oftmals sogar lernpsychologisch ungeschickt.

Vielfach mäkeln die Eltern auch an bereits gemachten Aufgaben herum. Die Kontrolle erfolgt dann meist unter dem Gesichtspunkt, ob die Aufgaben richtig und sauber erledigt wurden. Auch dies setzt die Kinder unter Stress, führt zu Streit. Die Kinder fühlen sich kontrolliert, haben bisweilen das Gefühl zu versagen.

Die meisten Eltern fühlen sich verantwortlich, wenn ihre Sprösslinge Schwierigkeiten mit den Aufgaben haben. Mal versuchen sie, mit Strafe und Belohnung die Kinder zu motivieren, mal mit gutem Zureden oder Nachhilfe. Viele Eltern fragen sich dann: Wie kann ich meinem Kind bei der Anfertigung der Aufgaben am besten helfen? Was hilft, Stress und Streit zu vermeiden? Wie viel Zeit für die Aufgaben ist eigentlich normal?

Unsere Tipps:

  • Wichtige Rahmenbedingungen sind eine entspannte Atmosphäre, feste Lernzeiten und Ord-nung am Arbeitsplatz. Zuerst sollte sich Ihr Kind von der Schule etwas erholen und entspannen und nicht gleich nach dem Mittagessen mit den Hausaufgaben anfangen.
  • Schlagen Sie ihm vor, die Aufgaben in kleine Portionen aufzuteilen. Es ist sinnvoll, einen Tagesplan anzufertigen. Was erledigt wurde, kann abgehakt werden. So sieht Ihr Kind, wie es vorwärts kommt.
  • Immer zuerst eine leichte Aufgabe in Angriff nehmen. Das Gehirn muss sich zuerst für einige Minuten an die Arbeit gewöhnen. Danach ist es auch für schwerere Aufgaben bereit. Außerdem motiviert der Erfolg.
  • Regen Sie Ihr Kind an, regelmäßig eine Lernpause einzulegen und nicht zu lange an einem Stück zu arbeiten. So entsteht ein Rhythmus von Anspannung und Entspannung.
  • Auf eine richtige Körperhaltung achten: Aufrechtes und entspanntes Sitzen durchblutet das Gehirn und Ihr Kind wird aufnahmebereiter.


Stillen ist gesund - für Kinder ebenso wie für Mütter
Buchtipp: 'Personalschulung Stillfreundliches Krankenhaus' (1.686 Zeichen)

 
(pgk) Muttermilch ist die beste Nahrung für Säuglinge. Auch den Müttern bringt das Stillen gesundheitliche Vorteile. Darauf weist die WHO/UNICEF-Initiative "Stillfreundliches Krankenhaus" hin.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) haben die WHO/UNICEF-Initiative "Stillfreundliches Krankenhaus" ins Leben gerufen, damit Mütter in Geburtskliniken optimale Unterstützung für das Stillen erhalten. Wenn ein Krankenhaus die Empfehlungen von WHO und UNICEF in seiner Praxis verankert, wird es mit einer internationalen Plakette als "Stillfreundliches Krankenhaus" ausgezeichnet. Wie wichtig der Ausbau einer kompetenten Stillförderung im Krankenhaus ist, beweist eine Studie des Bundesgesundheitsministeriums. Danach haben 40,3 Prozent der Frauen Stillprobleme während des Klinikaufenthaltes.

Für die Anerkennung als "Stillfreundliches Krankenhaus" müssen Kliniken die "Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen" von WHO und UNICEF nachweislich in ihrer Praxis verankern. Dazu gehört die Schulung des gesamten Personals in der Stillförderung. WHO und UNICEF haben hierzu Schulungsmaterial entwickelt, das in deutscher Fassung unter dem Titel "Personalschulung Stillfreundliches Krankenhaus" vom VERLAG im KILIAN herausgebracht wurde.


Personalschulung Stillfreundliches KrankenhausPersonalschulung Stillfreundliches Krankenhaus - Der 18-Stunden-Kurs der "Initiative Stillfreundliches Krankenhaus", ISBN: 3-932091-33-7, 45 Euro; Bestellen: verlag(à)kilian.de









Weitere Informationen zur Initiative erhalten Sie beim Verein zur Unterstützung der WHO/UNICEF-Initiative "Stillfreundliches Krankenhaus" (BFHI) e.V., Telefon: 0 22 1 / 34 09 980 oder im Internet unter www.stillfreundlich.de.


MELDUNG: Impfen auch bei Allergie (1.510 Zeichen)
 
(pgk) Auch Kinder mit Allergie sollen geimpft werden, empfiehlt jetzt das Aktionsbündnis Allergieprävention (abap), das im Februar 2001 vom Bundesgesundheitsministerium ins Leben gerufen wurde. In seinen Ende Juli 2002 verabschiedeten Empfehlungen heißt es dazu wörtlich: "Die Eltern sollen erfahren, dass auch allergiegefährdete Kinder und Kinder mit allergischen Erkrankungen im erscheinungsfreien Intervall nach den Richtlinien der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) geimpft werden sollen."

Allergien nehmen zu, vor allem bei Kindern. Ursache sind jedoch eindeutig nicht die Impfungen, wie oftmals behauptet. Dazu ein Beispiel: In der DDR wurden viel mehr Kinder geimpft als in Westdeutschland. Zahlreiche Untersuchungen haben aber gezeigt, dass Allergien dort sehr viel seltener waren als in der damaligen Bundesrepublik. Nach 1989 wurde auch in der ehemaligen DDR weniger geimpft, gleichzeitig nahmen Allergien deutlich zu.

Allergien sprechen also nicht gegen eine Impfung. Kinder mit Allergie sind durch Infektionskrankheiten genauso gefährdet wie gesunde. In bestimmten Fällen werden allergiekranken Kindern sogar weitere Impfungen ausdrücklich empfohlen, wie etwa die Impfung gegen Windpocken für Kinder mit schwerer Neurodermitis. Wegen der Kratzwunden sollten sie außerdem möglichst früh gegen Tetanus und Hepatitis B geimpft werden.

Weitere Informationen finden Sie unter den Rubriken Neurodermitis und Impfen bei www.dgk.de .


AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG: Fieberkrampf oft erblich bedingt - Mediziner suchen Familien für Studie (2.408 Zeichen)
 
(pgk) Etwa fünf Prozent aller Kinder erleiden mindestens einmal im Leben einen Fieberkrampf. Der eigentliche Anfall ist meist ungefährlich; manche der betroffenen Kinder haben aber ein erhöhtes Risiko, später an einer Epilepsie zu erkranken.

Ein Fieberanfall versetzt Eltern oft in Angst und Schrecken: Das Fieber steigt rasch an, das Kind verdreht die Augen und beginnt, an Armen und Beinen zu zucken, mitunter fällt es für Sekunden oder Minuten in Bewusstlosigkeit oder bildet Schaum vor dem Mund. So lebensbedrohlich die Anfälle auch aussehen können, so glimpflich gehen sie in den allermeisten Fällen aus. "Doch gerade Kinder mit wiederholten oder lang andauernden Fieberkrämpfen erkranken später häufiger als normal an einer Temporallappen-Epilepsie - mit einer Wahrscheinlichkeit von drei bis fünf Prozent", erklärt Dr. Armin Heils von der Bonner Klinik für Epileptologie.

Die Geschwister eines kleinen Fieberkrampf-Patienten erleiden im Laufe ihrer Kindheit mit 20-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls einen Anfall - ein viermal so hohes Risiko wie normal. "Es gibt also deutliche Hinweise auf eine genetische Komponente", folgert Dr. Heils.

Er und Kollegen von der Universität Bonn wollen nun entschlüsseln, welche Gene für die Erkrankung verantwortlich sind - und ob sie auch bei der Entstehung von Epilepsien eine Rolle spielen. Dazu suchen sie nach Familien, in denen mindestens zwei Geschwister schon einmal einen Fie-berkrampf hatten. "Die Teilnehmer müssen lediglich einige Fragen nach den genauen Symptomen beantworten; außerdem benötigen wir eine Blutprobe der betroffenen Kinder und ihrer Eltern", so Dr. Heils.

Die Ergebnisse könnten auch die Frage klären, warum einige der kleinen Patienten ein erhöhtes Risiko haben, später eine Epilepsie zu entwickeln. "Vielleicht vermitteln die Fieberkrampf-Gene gleichzeitig eine höhere Anfälligkeit für Epilepsien", vermutet Dr. Heils. Für diese Theorie spricht, dass die Symptome beider Erkrankungen sehr ähnlich sind - vor der Erfindung des Fieberthermometers wurden die Krämpfe häufig fälschlicherweise als Epilepsien diagnostiziert. Aus Versuchen mit Ratten ist bereits bekannt, dass künstlich hervorgerufene Krampfanfälle die Temporallappen des Gehirns so sehr schädigen können, dass die Tiere epileptische Anfälle bekommen. "Möglicherweise können schwere Fieberkrämpfe im kindlichen Gehirn ähnliche Schäden verursachen", so Dr. Heils.


Die Wahrheit ist viel wert: Medizinische Erklärung nimmt Kindern Angst (1.025 Zeichen)
 
(pgk) Kleinen Kindern hilft es, wenn man ihnen unangenehme medizinische Untersuchungen erklärt. Sie verarbeiten das Erlebte besser und haben später auch nicht so viel Angst vor neuen Untersuchungen. Das legt das Ergebnis einer australischen Studie nahe.

Dr. Karen Salmon von der Universität in Sydney hat 32 Kinder zwischen zwei und sieben Jahren untersucht, teilt das US-Center for the Advancement oft Health mit. Alle Kinder mussten sich einem Miktionsurogramm unterziehen, was für viele sehr unangenehm ist. Einige Eltern versuchten, die Kinder abzulenken. Andere Eltern erklärten ihren Kindern die Untersuchung.

Sechs Monate später sprach Karen Salmon mit den Kindern über die Untersuchung. Und sie stellte fest, dass Kinder, denen die Prozedur erklärt worden war, sie nicht nur genauer beschreiben konnten, sondern auch weniger Angst davor hatten. Das galt auch schon für die Zweijährigen. Die anderen Kinder hätten, so die Forscherin, eine diffuse Angst aufgebaut. Der Wert der Ablenkung werde offenbar überschätzt.


V.i.S.d.P.
 
Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:
Michaela Berg (verantw.)
Dipl. Biol. Heike Thiesemann-Reith
Dr. rer. physiol. Ute Arndt
Dr. oec. troph. Karin Uphoff
Dr. med. Sigrid Ley

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:
Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion pgk
Schuhmarkt 4
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Telefon: 0 64 21 / 2 93-140
Telefax: 0 64 21 / 2 29 10

 

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