DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk) Jahrgang 35, Ausgabe 9/10 - 2001 Themen: Impfplan, Allergien, Impfberatung, Stillen, Muttermilch, Impfpässe, Allergie-Risiko, Haut, Hormone, stillfreundliche Krankenhäuser
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Deutsches Grünes Kreuz, Impfplan, Allergien, Impfberatung, Stillen, Muttermilch, Impfpässe, Allergie-Risiko, Haut, Hormone, stillfreundliche Krankenhäuser
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www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.rki.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

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das gesunde Kind
pgk, Jg. 35, 9/10 2001

Neuer Impfplan für Deutschland (1717 Zeichen)
 

(pgk) Am 13. Juli hat die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) ihre neuen Impfempfehlungen veröffentlicht.


Bei den Impfempfehlungen gibt es diesmal größere Veränderungen, dazu einige Beispiele: Der Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln soll bereits vor Ende des zweiten Lebensjahres abgeschlossen sein. Bisher hatte das Zeit bis zur Einschulung. Neu ist auch, dass der Impfschutz jetzt öfter auf Vollständigkeit überprüft werden soll - vor dem 2., 6. und 18. Geburtstag sollen die Ärzte künftig einen kritischen Blick in den Impfausweis der Kinder werfen. Das erklärte Ziel ist, Impflücken zu schließen.

Außerdem ermöglicht es ein neuartiger so genannter Konjugat-Impfstoff, besonders gefährdete Säuglinge unter zwei Jahren gegen Pneumokokken zu impfen. Diese Bakterien sind gerade für Säuglinge sehr gefährlich, sie können beispielsweise eine Hirnhautentzündung, eine Lungenentzündung oder auch eine Blutvergiftung hervorrufen. Die STIKO empfiehlt die neue Pneumokokken-Impfung für Säuglinge und Kinder mit chronischen Erkrankungen, wie Lungen-, Nieren- oder Herzleiden, und bei Gedeihstörungen. Das Gleiche gilt für Frühgeborene, die vor der 38. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen, für Babys mit einem Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm sowie für Kinder mit Erkrankungen des Nervensystems (zum Beispiel mit Anfallsleiden oder Lähmungen). Ganz wichtig ist dieser Schutz auch für Säuglinge, deren Milz nicht arbeitet oder entfernt werden musste.

Wenn Sie mehr über die neuen STIKO-Empfehlungen wissen möchten, können Sie sich beispielsweise an Ihr örtliches Gesundheitsamt, Ihren Arzt oder direkt an die Website des Robert Koch-Instituts wenden ( www.rki.de ).


Künstliche Nägel können Allergien auslösen (828 Zeichen)
 

(pgk) Lange Nägel sind schick und gerade bei jungen Mädchen sehr beliebt. Die künstlichen Verlängerungen der Finger sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Forscher von der Hautklinik der Universität Aachen haben herausgefunden, dass die Dämpfe, die beim Befestigen und Aushärten von künstlichen Fingernägeln frei werden, Allergien der Haut hervorrufen können.


Wer lichthärtende Nägel, Kleber oder Nagelhärter benutzt, atmet acrylhaltige Dämpfe ein. Allergische Reaktionen auf diese Gase können Ekzeme an den Händen, im Gesicht und am Hals sein. Besonders Nagelmodellistinnen seien davon betroffen, so die Forscher. Seit langem ist bekannt, dass acrylhaltige Gase Allergien auslösen. Trotzdem tragen die künstlichen Nagelsets oft die Aufschrift "Unbedenklich bei sachgemäßer Anwendung"


Bundesweite Studie über homosexuelle Jugendliche (1114 Zeichen)
 
(pgk) Die bundesweit erste Studie zur Lebenssituation sowie sozialen und sexuellen Identität schwuler Jugendlicher wurde im Juli vom Niedersächsischen Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales vorgestellt.


Das Bewusstwerden der eigenen Homosexualität (Coming-out) erfolgt danach in der Regel zwischen dem 14. und 17. Lebensjahr. In dieser Phase litten die meisten schwulen Jugendlichen an Einsamkeit und erheblichen Identitätsproblemen. Trotz unserer aufgeschlosseneren Umwelt sind Unsicherheit und Furcht offenbar nach wie vor das Problem schwuler Jugendlicher. So nannten die Befragten als häufigste psychosoziale Probleme: Einsamkeit, Sorgen wegen AIDS, Kennenlernen anderer Schwuler, Unzufriedenheit mit dem Sexualleben sowie das Outing in der Familie. Für drei Viertel aller Befragten ist zumindest einmal im Leben Selbstmord ein Thema gewesen, jeder Zwölfte hat bereits einen oder mehrere Suizidversuche hinter sich.

Das Ergebnis: Das Jugend- und Sozialministerium will die Jugendarbeit verstärken und besonders gegen Diskriminierung verstärkt vorgehen.


Teletubbies nichts für Kinderaugen? (2974 Zeichen)
 

Fernsehen und Computer schaden bei Dauereinsatz dem Sehvermögen


(pgk) "Fernsehen macht eckige Augen", warnten schon unsere Mütter. Und sie hatten nicht ganz unrecht. Der Fernsehkonsum unseres Nachwuchses steigt stetig. Immer mehr Kinder landen mit Sehfehlern beim Augenarzt. Selbst "Teletubbies", die "Sendung mit der Maus" oder "Sesamstraße" können bei übermäßigem Gebrauch zu Fehlentwicklungen des Auges führen. Aber auch der PC-Umgang kann den Sprösslingen schaden. Stundenlanges "In-die-Röhre-schauen" ist auf Dauer ungesund.


Da das visuelle System bei kleinen Kindern noch im Aufbau ist, benötigt das Auge tägliches Training. Das aber bedeutet eine abwechslungsreiche Tätigkeit und Bewegung des Auges beim Spielen im Freien oder Basteln zu Hause. So wird das Sehvermögen gefordert und die Leistungsfähigkeit des Auges gestärkt. Beim Fernsehen hingegen sind die Augen immer nur auf den gleichen Ort gerichtet.
Fakt ist: Nahezu jedes Kleinkind ist weitsichtig (sieht in der Nähe schlecht), vier bis sechs Prozent leiden unter einer Fehlstellung der Augen, schielen also. Etwa zwei von 10.000 Kindern kommen mit einem Grauen Star (Eintrübung der Linsenflüssigkeit) auf die Welt. Bis zum fünften Lebensjahr ist die Störanfälligkeit des kindlichen Auges besonders hoch. Das Zusammenspiel beider Augen ist erst ab dem sechsten Lebensjahr gefestigt.

Die allgemeine Verschlechterung der Sehkraft schon im Kindesalter steht offensichtlich im Zusammenhang mit der Vorliebe für die Flimmerkisten. Vor Jahrzehnten, als es in den Wohnzimmern noch keine Bildschirme gab, mussten sich Kinder zumindest am Nachmittag im Freien aufhalten. Dadurch wurde das Auge gezwungen, sich ständig auf nahe und ferne Ziele einzustellen. Heutzutage sitzen immer jüngere Kinder viel zu oft und viel zu lang vor dem Fernseher oder Computer. In Deutschland verbringen Kinder etwa 133 Minuten täglich vor dem Fernseher, ergab eine Studie des Hamburger Hans-Bredow-Institutes. Dadurch wird die Seharbeit des Auges auf einen Abstand von maximal einem Meter vor dem Objekt regelrecht zu einem konzentrierten Dauerblick "eingefroren" und das Flimmern wird kaum wahrnehmbar.

Wenn Kinder lange auf den Bildschirm starren, ohne ausreichend mit den Augenlidern zu blinzeln, um sie zu befeuchten, kann es zunächst zu Ermüdungserscheinungen und geröteten Augen kommen. Das Deutsche Grüne Kreuz rät daher zu einem gemäßigten Konsum von Filmen oder Computerspielen. Bis zu einer Stunde täglich ist akzeptabel.

Weitere Tipps: Das Fernsehgerät sollte optimal in Bild und Ton eingestellt sein. Der Abstand zwischen TV und Betrachter sollte mindestens fünf Mal so weit sein wie die Bildröhrendiagonale. Der Fernseher sollte in Augenhöhe stehen und Kinder müssen sich vor der Glotze bewegen können. Dämmerlicht und zu schwache Beleuchtung ermüden die Augen zusätzlich, da es zu einer unangenehmen Blendwirkung kommen kann. Regelmäßige Pausen helfen den Augen, sich zu erholen


Kostenlose Impfberatung im Internet (1365 Zeichen)
 

(pgk) Ab dem 10. September beantwortet das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) unter
www.dgk.de einen Monat lang kostenlos im Internet Fragen zu Schutzimpfungen.

Es gibt seit kurzem neue Impfempfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) für Säuglinge, Kinder und Jugendliche, die diesmal weitreichende Änderungen enthalten. Seine Beratungen beginnt das DGK mit der Pneumokokken-Impfung, zu der es nicht nur neue Empfehlungen gibt, sondern auch einen neuen Impfstoff.
Ihre Fragen können Sie an pneumokokken(à)kilian.desenden. Eine Antwort wird Sie innerhalb von 48 Stunden erreichen. Auch Ärzte können diesen Dienst unter aerzte.pneumokokken(à)kilian.defür Spezialfragen nutzen.

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind Bakterien mit einer Kapsel aus zuckerähnlichen Molekülen. Kleine Kinder sind durch Pneumokokken-Infektionen besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem bekapselte Krankheitserreger nur schlecht erkennen kann. Die Kinder können daher an Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Nasen-Nebenhöhlenentzündung, Hirnhautentzündung oder sogar Blutvergiftung erkranken. Neuerdings können auch Kinder unter zwei Jahren gegen Pneumokokken-Infektionen geimpft werden. Der neuartige Konjugat-Impfstoff richtet sich gegen die sieben für Kinder wichtigsten Typen aus der großen Familie der Pneumokokken.


Stichwort Stillen: Muttermilch macht schlau (1212 Zeichen)
 

(pgk) Milch macht müde Männer munter, Muttermilch klug und gescheit. Eine norwegische Studie hat nun herausgefunden, dass Kinder umso schlauer werden, je länger sie als Säugling Muttermilch zu sich genommen haben.


Langes Stillen statt frühes Fläschchen begünstigt die geistige Entwicklung der Kinder, so das fazit der norwegischen Forscher. An der Studie nahmen 345 Kinder teil, die sowohl 13 Monate nach der Geburt als auch im Alter von fünf Jahren auf ihre geistigen Fähigkeiten hin getestet wurden. Faktoren wie Intelligenz und Alter der Eltern sowie die Erziehung wurden mit einbezogen.

Das überraschende Ergebnis: Babys, die weniger als drei Monate gestillt wurden, hatten später oft einen niedrigeren Intelligenz-Quotienten als Gleichaltrige, die mehr als sechs Monate Muttermilch genießen konnten. Die Forscher vermuten, dass neben den wertvollen Inhaltsstoffen der Muttermilch auch die körperliche Nähe positive Auswirkungen auf die Kinder hat. Der Glaube vieler Eltern, längeres Stillen helfe den Kindern auch dabei, früher Laufen zu lernen, bestätigte sich indes nicht. Muttermilch hatte keinen messbaren Effekt auf die motorische Entwicklung der Kleinen.


Zeigt her Eure Füße (2883 Zeichen)
 

Gut zu Fuß von Beginn an mit richtigem Schuhwerk


(pgk) Das Wachstum ist in der Regel bei Mädchen mit 14, bei Jungen erst mit 15 Jahren beendet. Bis dahin kommt es auf die gesunde Entwicklung der Kinder an. Viele Eltern vergessen dabei jedoch die Füße ihrer Sprösslinge. Zu groß, zu klein, zu steif, zu schwer, zu ausgetreten oder zu luftundurchlässig - die Hälfte der Kinder trägt schlechtes Schuhwerk.


Blasen, eingewachsene oder krumme Fußnägel, Schweißfüße sind die Folgen. Aber es kann noch schlimmer kommen: kranke Knie- und Hüftgelenke, Haltungsschäden, Gelenksschmerzen, Muskelverkürzungen, Durchblutungsstörungen und Senk-, Spreiz- oder Plattfüße.

Bei Kleinkindalter gilt: Wer laufen lernt, braucht keine Schuhe. Die typischen X-Beine, nach innen geknickte Füße oder das häufige Stolpern über den großen Zeh sind in dieser Entwicklungsphase normal. Barfuß laufen ist nicht nur für Erwachsene gesund. Für später oder bei schlechtem Wetter draußen gilt: Die ersten Schuhe sollten viel Bewegungsfreiheit und Bodenkontakt bieten, damit sich die Muskeln richtig ausbilden können. Vor allem auf die Zehenfreiheit kommt es an. Die noch weichen Knochen der Kleinen dürfen nicht eingequetscht und verformt werden. Weil sich das Nervensystem von Kleinkindern erst entwickeln muss, spüren sie meist noch keinen Schmerz, wenn der Schuh drückt. Der richtige Schuh ist gut einen Zentimeter größer und passt sich der Form und Bewegung des Fußes an, nicht umgekehrt. Fußbett und Einlagen braucht ein gesunder Kinderfuß nicht.

Da Kinderfüße schubweise wachsen, sollte bei jedem Kauf neuer Schuhe und als Überprüfung zwischendurch die Größe des Fußes nachgemessen werden. Innerhalb kürzester Zeit "durchwandern" Kinderfüße etwa 14 Schuhgrößen. Am besten sind weiche, biegsame und rutschfeste Sohlen. Das Obermaterial sollte luftdurchlässig sein. Insgesamt sind leichte Treter "schweren Klötzen" vorzuziehen, denn die belasten unnötig Gelenke und Wirbelsäule. Eine festere Kappe nur an der Fußsohle allerdings hält den Fuß gerade und stabilisiert das Fußlängsgewölbe. Von Vorteil sind Klettverschlüsse, Schnürsenkel oder Schnallen, mit denen man die Weite des Schuhs variieren und für den richtigen Halt sorgen kann. Zudem sollten die Treter vor Kälte, Nässe, Schmutz und Verletzungen schützen und atmungsaktiv sein. Gute Kinderschuhe haben eine Sohle aus Krepp, Gummi oder mit Luftpolstern, die einen harten Aufprall abfedern und die Fersenkante schonen. Im Haus besser Schuhe aus: Hüpfen und Springen stärken den Fuß und wenn ein Kind viel barfuß läuft, bevorzugt auf natürlichem Untergrund, bleibt die Fußmuskulatur geübt.

Wer im späteren Leben gut auftreten will, sollte bei modischer Fußbekleidung vorsichtig sein. Selbst die scheinbar gesunden "Sneakers" (früher profan "Turnschuh" genannt) sind luftundurchlässig und können Schweißfüße und Pilzinfektionen auslösen.


Impfpässe zücken! (1040 Zeichen)
 

Neue Impfungen vor dem Kindergartenalter


(pgk) Bereits ein Jahr vor Eintritt in den Kindergarten sollen Kinder zweimal gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) geimpft worden sein. So lautet die neue Impfempfehlung der STIKO (Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut).


Bislang war die zweite Impfung erst bis zum Einschulalter fällig. Die STIKO weist in ihren aktuellen Empfehlungen vom Juli 2001 ausdrücklich darauf hin, dass die zweite MMR-Impfung in den Schulen nach wie vor "völlig unzureichend umgesetzt" ist und dass vielerorts ein hoher Anteil der Kinder noch gar keine MMR-Impfung erhalten hat. Deshalb soll jetzt früher geimpft werden. Eine zweite Masern-Mumps-Röteln-Impfung ist übrigens schon vier Wochen nach der ersten möglich.

Außerdem wird in Zukunft öfter überprüft, ob ein Kind ausreichend geimpft ist. Einen kritischen Blick in den Impfpass unserer Kinder und Jugendlichen empfiehlt die STIKO ausdrücklich im Alter von 15 bis 23 Monaten, 4 bis 5 Jahren und 9 bis 17 Jahren. Impfpass schon gezückt?


Hunde, Katze, Maus - verringern Haustiere das Allergie-Risiko? (2810 Zeichen)
 

(pgk) Hund, Katze, Pferd, Vogel, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster oder Maus - welches Kind träumt nicht davon, ein eigenes Tier zum Schmusen und Versorgen zu haben. Doch in den meisten Familien ist die Tierhaltung nicht möglich. Zum Beispiel, weil die Wohnung zu klein ist oder ein generelles Tierverbot im Mietshaus herrscht. Aber auch die Angst vor Allergien lassen viele Eltern abschrecken. Tiere aber sollen abhärten, so paradox es klingt: Nach einer amerikanischen Studie verringert sich für Kinder, die in ihrem ersten Lebensjahr Kontakt zu Hunden oder Katzen hatten, das Risiko, eine Allergie zu entwickeln, um 50 Prozent.


Dieses Ergebnis präsentierten Wissenschaftler des Medical College of Georgia und Henry Ford Health System in Detroit auf einer Tagung der "American Thoracic Society". An der Untersuchung nahmen 473 Kinder teil, die bis zum Alter von sechs oder sieben Jahren jährlich auf Allergien getestet wurden. Dabei erfolgte auch eine Überprüfung der Lungenfunktion. Außerdem untersuchten die Wissenschaftler die Schlafzimmer der Zweijährigen auf Hausstaubmilben.

Das Ergebnis dieser Studie ist aber nach Angaben der Wissenschaftler dadurch verfälscht, dass lediglich Kinder untersucht wurden, die von Anfang an Tiere zu Hause hatten. Ein früher Kontakt mit Stubentiger und Co könnte somit einen Atopie- präventiven Effekt haben, weil Familien mit Haustieren möglicherweise einen Lebensstil pflegen, der dazu beiträgt, allergische Krankheiten zu verhindern und auch die Eltern selbst noch nie eine Tierallergie hatten. Entsprechend unempfindlich ist der Nachwuchs.

Die Untersuchungsergebnisse der Studie sind daher kein Grund für eine generelle Entwarnung. Die Erkenntnisse sind nach wie vor kontrovers. Die Bewertung von Katzen und Hunden als Auslöser von Allergien hängt sehr davon ab, wie lange die Tiere schon zum Haushalt gehören, so das Deutsche Grüne Kreuz. Ein protektiver Effekt wird nach derzeitiger Studienlage nur erreicht, wenn die Tiere sehr früh, vor der Geburt oder im ersten Lebensjahr, angeschafft werden.

Ist einmal eine Allergie auf ein Haustier nachgewiesen, bleibt meist nichts anderes übrig, als das Tier wegzugeben. Bereits bestehenden Allergien kann man nicht mit Tierhaltung entgegenwirken. Auch wenn in der Familie Atopien vorhanden sind, ist es ratsamer, statt einer Katze lieber eine Schildkröte oder Fische zu halten - auch wenn diese nicht so kuschelig sind.

Mehr zu diesem Thema: Die Broschüre des Deutschen Grünen Kreuzes mit dem Titel "Allergien bei Kindern. Auf die Früherkennung kommt es an" ist gegen Einsendung eines adressierten und mit 1,50 Mark frankierten DIN-A5-Rückumschlages erhältlich beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Postfach 1207, Stichwort "Allergien", 35002 Marburg.


Wenn sich Haut und Hormone nicht vertragen (3437 Zeichen)
 

Die richtige Pflege hilft gegen Panik bei Pickeln


(pdk) Schöne, reine, glatte und gesunde Haut - viele träumen davon, ein wenig wie ein Filmstar auszusehen. Doch bei vielen Jugendlichen stören oft Pickel und Mitesser das Bild beim morgendlichen Blick in den Spiegel.


Doch an Akne kommt fast keiner vorbei. Das liegt an der hormonellen Umstellung des Körpers während der Pubertät, die Ursache für eine erhöhte Talgproduktion ist. Die Ansammlung von Hauttalg bietet so genannten Propioni-Bakterien Nährboden, wodurch es zu Entzündungen und Vereiterungen, entsprechend zu Pusteln, kommt. Erst wenn sich der Körper daran gewöhnt hat, die Hormone in einem ausgewogenen Verhältnis zu produzieren, normalisiert sich auch die Talgproduktion. Fetthaltige Kosmetik, bestimmte Arzneimittel, Chemikalien und Umweltgifte stehen jedoch auch im Verdacht, die Pickel sprießen zu lassen. Um das Schlimmste zu vermeiden, empfiehlt das Deutsche Grüne Kreuz eine schonende Hautpflege:

  • Um eine Verstopfung von Hautporen zu vermeiden, sollte die Haut mehrmals täglich mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Als Waschsubstanzen eignen sich mild desinfizierende Seifen oder Waschlotionen für empfindliche Haut, die den störenden Fettglanz beseitigen, ohne die natürlichen Hautschutzschichten anzugreifen.
  • Zur Hautpflege sollten Feuchtigkeitscremes und Sonnenschutzmittel ohne Ölzusatz verwendet werden.
  • Grundsätzlich gilt: Hände weg von Pickeln und Mitessern! Meistens wird durch Quetschen und Drücken alles nur noch schlimmer, denn vielfach wird der Talg in noch tiefere Hautschichten gedrückt. Auch Bakterien werden durch unsachgemäße Behandlung eher verteilt. Das kann schwere Erkrankungen zur Folge haben. Deshalb: Ein Arzt oder eine geübte Kosmetikerin kann die Mitesser besser beseitigen. Außerdem können die Fachleute Hinweise zur Hautpflege und eventuell zur Wahl eines geeigneten Make-ups geben.
  • Wer aber dennoch selber Hand anlegt, sollte Folgendes beachten: Nicht schon bei einem leichten Druck- und Spannungsgefühl auf der Haut mit dem Drücken anfangen. Man sollte unbedingt warten, bis sich ein Eiterpickel gebildet hat. Erst wenn sich ein gelbes Köpfchen zeigt, kann man einschreiten. Früheres Drücken führt nur zu einer Verschlimmerung der Infektion. Bei ausgeprägter Akne, und insbesondere bei den schweren Formen, sollte man auf keinen Fall so vorgehen.
  • Bei entzündeter Haut beruhigende Kompressen oder Masken auflegen (Kamille, Heilerde).
  • Kurze Sonnenbäder wirken sich meist lindernd auf Akne aus. Eine längere UV-Bestrahlung ist allerdings nicht zu empfehlen, denn die Neubildung von Pickeln kann durch ausgiebiges Sonnenbaden angeregt werden. Im schlimmsten Fall kann eine Art allergische Reaktion auf Sonnenschutzmittel oder Kosmetika und Sonne zur so genannten Mallorca-Akne führen.
  • Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse wirkt sich positiv auf das Hautbild aus. Ebenso wichtig ist ausreichendes Trinken (zwei bis zweieinhalb Liter täglich), am besten Mineralwasser oder verdünnte Fruchtsäfte.
    Wer über längere Zeit unter Akne oder Hautunreinheiten leidet, sollte einen Hautarzt aufsuchen. Bleiben schwere Formen der Akne unbehandelt, können Narben entstehen. Der Arzt kann mit Hilfe entsprechender Therapien dazu beitragen, das lästige Makel und die Krankheit zu mildern, den Verlauf zu verkürzen und die Bildung von Narben zu verhindern.


Nicht zum Fläschchen greifen - 'Stillfreundliche Krankenhäuser' beraten' (1890 Zeichen)
 

(pgk) Muttermilch ist die von der Natur vorgesehene Form der Säuglingsernährung. Trotz Umweltbelastungen ist sie unbestritten immer noch das Beste, was Mütter ihren Kindern geben können. Muttermilch enthält Abwehrstoffe, die das Kind vor Infektionen oder Allergien schützen können und ist leicht verdaulich. Stillen ist somit der optimale Start ins Leben.


Mütter sollten weniger zum Fläschchen greifen und in ihrer Entscheidung für das Stillen bestärkt werden, auch wenn es Probleme gibt, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Insbesondere die Entbindungsstationen mit geschultem Personal könnten hierbei eine wesentliche Rolle einnehmen. Wichtiger als schriftliche Informationen sei "individuelle und kompetente Stillberatung", so Dr. Michael Abou-Dakn, Leitender Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Humboldt-Klinikum in Berlin- Reinickendorf.

WHO und UNICEF entwickelten deshalb die "Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen", das Müttern und Kindern den Stillbeginn erleichtern soll. Diese orientieren sich sowohl an der Praxis in Krankenhäusern als auch an den Bedürfnissen der Mütter und Neugeborenen. Erfüllt das Krankenhaus die "Zehn Schritte" mit Leben und nimmt auch keine Werbung für künstliche Babynahrung an, wird es von UNICEF als "Stillfreundliches Krankenhaus" ausgezeichnet.

Stillfreundliche Krankenhäuser erkennt man an der WHO/UNICEF-Plakette und an dem Bild von Picasso "Maternity". In Deutschland gibt es bislang 14 solch ausgezeichneter Einrichtungen. Weltweit sind es rund 15.000.

Weitere Informationen und Adressen erhalten Sie beim Verein zur Unterstützung der WHO/UNICEF-Initiative "Stillfreundliches Krankenhaus" (BFHI) e.V., Telefon: 0221 / 34 09 980 oder im Internet unter www.stillfreundlich.de.

 

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