DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk) , Jahrgang 35, Ausgabe7/8 - 2001 Themen: Meningokokken, Impfstoff, Allergien, Fiebermessen, Big Diet, Nierengefahr
Gesundheitsinformationen zu:
Deutsches Grünes Kreuz, Meningokokken, Impfstoff, Allergien, Fiebermessen, Big Diet, Nierengefahr
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 35, 7/8 2001

40 Prozent aller Meningokokken-Kranken sind Säuglinge und Kleinkinder (3357 Zeichen)
 

Neuer Impfstoff schützt Risikokinder


(pgk) Meningokokken können Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen verursachen. An einer Infektion mit diesen Bakterien sterben auch heute noch bis zu zehn Prozent der Patienten. In Deutschland kommt es zu etwa 75 Todesfällen im Jahr. Zentralnervöse Folgeschäden und Hörschäden bleiben bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten zurück. Ein neuer Impfstoff schützt jetzt auch gefährdete Kinder unter zwei Jahren.

"Meningokokken sind Bakterien, die durch eine so genannte Tröpfcheninfektion (zum Beispiel beim Husten oder Niesen), aber auch durch Kontakt mit Sekreten der Atemwege übertragen werden", erläuterte Professor Sieghart Dittmann, Mitglied der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO), im Gespräch mit dem Deutschen Grünen Kreuz. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 750 Menschen an einer Meningokokken-Infektion. 40 Prozent der Patienten sind Kinder unter vier Jahren, am häufigsten sind Säuglinge im ersten Lebensjahr betroffen. Auch heute noch sterben etwa zehn Prozent der Patienten.

Professor Dittmann rät Eltern deshalb, unbedingt unverzüglich einen Arzt auf- zusuchen, wenn ihr Kind Anzeichen einer Meningitis zeigt. "Eine Meningokokken- Erkrankung beginnt in der Regel mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Als typisches Zeichen einer Meningokokken-Meningitis folgt dann das so genannte "Kissenbohren": Wenn der Patient liegt, zeigt sich ein überstrecktes Hohlkreuz und der Kopf drückt sich in das Kissen", erläuterte Professor Dittmann. "Bei einem kleinen Kind ist diese Infektion natürlich schwieriger zu erkennen, weil es nicht über Kopfschmerzen klagen kann. Fieber kann zunächst das wichtigste Anzeichen sein, hinzu kommen können Nahrungsverweigerung, schrilles Schreien, eine blaue und fleckige Haut. Aber beim kleinen Kind fällt auch häufig auf, dass es das Köpfchen überstreckt." Die unter dem Bilde einer Blutvergiftung verlaufende besonders gefährliche Form einer Meningokokken-Erkrankung zeigt meist sehr schnell Hautblutungen am Rumpf und an den Extremitäten.

Es gibt verschiedene Typen (Serogruppen) der Meningokokken-Bakterien. In Deutschland wird etwa ein Fünftel der Meningokokken-Erkrankungen durch Meningokokken der Serogruppe C verursacht, rund drei Viertel durch die Se-rogruppe B. Im Süden Deutschlands sind Infektionen mit C-Meningokokken etwas häufiger als im Norden. Gegen die Serogruppe B ist noch kein Impfstoff in Sicht, gegen die Serogruppe C können bereits seit einigen Jahren ältere Kinder (ab zwei Jahren) und Erwachsene geimpft werden. Seit kurzem steht nun ein so genannter Konjugat- Impfstoff zur Verfügung, mit dem auch Kinder in den ersten beiden Lebensjahren gegen C-Meningokokken zuverlässig geschützt werden können. Eine vorbeugende Impfung wird derzeit nur besonderen Risikogruppen empfohlen, zum Beispiel Kindern mit fehlender Milz oder mit defektem Immunsystem. "In England, Irland, Spanien ist die Meningokokken-C-Impfung inzwischen Teil des Standardimpfplans. C- Meningokokken sind dort weiter verbreitet als bei uns. Für Säuglinge, aber auch für ältere Kinder und Jugendliche (beispielsweise Austauschschüler/-studenten), die sich länger dort aufhalten, sollte eine Impfung gegen C-Meningokokken deshalb ebenfalls erwogen werden", rät Professor Dittmann.

Hier finden Sie weitere Infos zu Meningokokken-Meningitis


Früherkennung gegen schlechte Noten (2550 Zeichen)
 

Testverfahren für Allergien bei Kindern


(pgk) Wenn im Frühjahr und Sommer die Nase läuft und die Augen tränen, muss nicht unbedingt eine Erkältung schuld sein. Denn wenn uns der Kalender den Frühling verkündet, schickt er seine Boten aus: Der Pollenflug beginnt und damit eine schwere Zeit für all jene, die an Heuschnupfen leiden. Die Volkskrankheit Allergie betrifft auch immer mehr Kinder. Das kann fatale Folgen haben.

Für gute Lernleistungen in der Schule ist eine durchgehende Konzentrationsleistung von wenigstens 15 bis 20 Minuten Voraussetzung. Wer das wegen tränender und juckender Augen, laufender Nase oder Niesen nicht schafft, bekommt Schwierigkeiten, sowohl bei der Aufnahme des Lernstoffes wie auch bei seiner Verarbeitung.

Wichtig ist daher die Früherkennung, und zwar nicht nur hinsichtlich der sozialen Folgen, wie beispielsweise schlechte Noten, sondern auch zur Vermeidung weiterer gesundheitlicher Probleme. Nachgewiesen ist nämlich, dass Kinder, die gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare allergisch sind, leider auch eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, später Asthma zu entwickeln. Dieses Risiko kann reduziert werden, wenn die Allergie bereits in jungen Jahren erkannt und behandelt wird.

Der allergologisch weitergebildete Kinderarzt ist der beste Ansprechpartner, wenn Eltern den Verdacht haben, dass ihr Kind an einer Allergie leidet. Mittels verschiedener Testverfahren, wie beispielsweise dem Hautpricktest oder dem Allergie-Labortest, kann er spezifisches Immunglobulin E (vom Körper gebildete Abwehrstoffe gegen allergieauslösende Substanzen) messen. Welches Verfahren hierfür angewendet wird, ist nicht zwingend vorgeschrieben. Exper-ten empfehlen jedoch zur Eingangsuntersuchung bei Kindern häufig den Labortest. Er erfordert lediglich einen Piks zur Blutabnahme, ist also weniger traumatisierend als der Pricktest mit zehn oder zwölf allergieauslösenden Probesubstanzen auf dem Unterarm und dem anschließenden Anritzen der Haut.

Bei einer Hausstaubmilben-Allergie steht, wie bei allen anderen Allergien, die Vermeidung der allergieauslösenden Substanzen an erster Stelle. Die lästigen Symptome lassen sich zusätzlich mit Hilfe von Medikamenten oder einer Hypo- sensibilisierung lindern.


Fiebermessen bei Kindern - welche Methode ist zuverlässig? (1817 Zeichen)
 

(pgk) Fiebermessen aber wie? Altbewährt ist die Rektalmessung, also die Temperaturmessung im Po, oder die Messung im Mund. Auf der Suche nach "angenehmeren" neuen Methoden entstanden Thermometer für die Fiebermessung im Ohr oder an der Stirn. Leider sind die Untersuchungsergebnisse sehr uneinheitlich, so dass eine klare Entscheidung für eine der neuen Messmethoden schwer fällt.

Eine Studie an der Harvard-Universität mit 300 Kindern brachte es an den Tag: Der Weisheit letzter Schluss sind die neuen Methoden auch nicht, denn bei jedem zweiten Kind wurde leichtes Fieber nicht erkannt. Das wird dann zur Gefahr, wenn schwere Krankheiten auch mit geringen Temperaturerhöhungen einhergehen können. Dies ist beispielsweise bei einer Hirnhaut- oder Lungenentzündung der Fall, erklärte der Leiter der Studie David Greenes. Bei hohem Fieber dagegen hat sich das Stirnthermometer laut Studienergebnissen nur in sechs Prozent der Fälle "geirrt", das Ohrthermometer hingegen bei jedem vierten Kind: Trotz hohem Fieber zeigte es eine normale Körpertemperatur an.

Bei einer kleineren, deutschen Studie hat sich die Messung mit Ohrthermometern gegenüber der Stirnmessung als überlegen herausgestellt. Sie wurde mit 75 Kindern aus der Notaufnahme einer Kinderklinik durchgeführt, die Abweichung zur Rektaltemperatur betrug hier nur etwa 0,4°C und wird von den Autoren als geeignete Methode zur schnellen Messung in der Notfallpraxis empfohlen. Die Messungen mit dem Stirnthermometer waren im Schnitt um 1,33°C zu niedrig.
Unter dem Strich bleibt für den Verbraucher die Unsicherheit, welche Methode für den Hausgebrauch geeignet ist. Auf der sicheren Seite ist man offensichtlich nur, wenn man nach der alten Methode vorgeht: Messung unter der Zunge oder im After.



Wenn das Simsen auf die Nieren geht (910 Zeichen)
 

(pgk) Das Telefonieren mit dem Mobiltelefon birgt potenzielle Gefahren für die Gesundheit - das ist bekannt. Nun warnen britische Ärzte davor, dass das Senden und Empfangen von Kurznachrichten (SMS) - auch "Simsen" genannt - insbesondere für die Nieren gefährlich sein könnte. Kinder und Jugendliche gehören zu den eifrigsten SMS-Nutzern.

Wie die britische Ärztevereinigung British Medical Association (BMA) bekannt gab, können sich die Radiowellen von Handys negativ auf innere Organe auswirken. Kinder seien davon besonders betroffen.

Weil das Mobiltelefon beim Versenden von Textnachrichten etwa auf Taillenhöhe gehalten wird, bedürfe es weiterer Untersuchungen, ob die Strahlung verschiedene Körperteile beeinträchtigt, berichtete die BMA.
Daher der Rat: Telefonate und Textnachrichten einschränken, außerdem das Handy abschalten, wenn es nicht unbedingt gebraucht wird.


Schnuller im Handgepäck (3774 Zeichen)
 

(pgk) "Flugreisen mit Babys und Kleinkindern, geht das überhaupt?" Einerseits fühlen sich frisch gebackene Mütter und Väter vielleicht besonders "inselreif", andererseits möchten sie alles vermeiden, was zusätzlichen Stress für ihr Baby bedeutet. Gerade deshalb ist eine gute Vorbereitung bei Flugreisen mit kleinen Kindern besonders wichtig.

Frauen in den letzten Schwangerschaftswochen werden verständlicherweise von den meisten Fluggesellschaften nur in Ausnahmefällen transportiert. Doch ist das Kind erst einmal da, steht der Reiselust der jungen Familie von Seiten der Fluglinien nichts mehr im Wege. Besonders verlockend ist, dass Kinder im Alter bis zu zwei Jahren entweder kostenlos fliegen oder nur eine geringe Bearbeitungsgebühr anfällt. Kinder unter zwei Jahren haben allerdings auch keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz und müssen während des Fluges auf dem Schoß der Eltern gehalten werden. Manche Fluglinien bringen auf bestimmten Plätzen eine Schlafgelegenheit für Säuglinge an, was besonders auf längeren Flugstrecken sinnvoll ist. Bei Bedarf sollten Familien ihr Reisebüro frühzeitig um Reservierung eines solchen Platzes bitten.

Im Allgemeinen ist der Aufenthalt im Flugzeug vor allem für die Eltern und nicht für das kleine Kind anstrengend: Sobald erst das Krabbelalter erreicht ist, wird es schwierig, der Mobilität des Kindes während des Fluges Einhalt zu gebieten. Auch der unvermeidliche Windelwechsel wird auf der Flugzeugtoilette zum akrobatischen Akt.

Trotz dieser Einschränkungen kann man aber einiges tun, um die Zeit im Flugzeug möglichst stressfrei zu gestalten:

Ø Besonders bei Start und Landung macht Kindern der unterschiedliche Luftdruck zwischen Mittelohr und Umgebung Schwierigkeiten. Da der Druckausgleich durch Schlucken erleichtert wird, sollten Sie Ihr Kind zum Nuckeln, Kauen und Trinken anregen. Viel Trinken hilft außerdem gegen die geringe Luftfeuchtigkeit im Flugzeug, die bei Kleinkindern leicht zu Halsschmerzen führen kann.

Ø Obwohl die Besatzung der Airlines oft rührend um das Wohl der kleinen Reisenden besorgt ist, sollte man sicherheitshalber alles, was zu deren Versorgung an Bord benötigt wird, selbst mitbringen, also Trockenmilchpul-ver und Trinkwasser, saubere Trinkflaschen, Gläschennahrung etc.. Vergessen Sie auch den Schnuller nicht! Eine Schnullerkette erspart nervenaufreibende Suchaktionen zwischen den Flugzeugsitzen.

Ø Säuglinge, die gestillt werden, sind an Bord natürlich einfach zu versorgen. Allerdings sollten stillende Frauen auf ihren erhöhten Flüssigkeitsbedarf achten und viel trinken.

Bei der Wahl des Zielortes gilt das Prinzip: Er sollte nicht allzu weit entfernt, mit ähnlichem Klima und in der gleichen Zeitzone gelegen sein wie der Heimatort. Deshalb sollte von Flugreisen mit Kleinkindern in die Tropen grundsätzlich ab- gesehen werden. Die klimatischen und hygienischen Verhältnisse in den Tropen sind schwer kalkulierbare Risiken für die Gesundheit eines Kleinkindes. Bei Langstreckenflügen sollte zudem die Wirkung des Jetlags auf den Schlafrhythmus der Kleinen nicht unterschätzt werden. Es kann bis zu einer Woche dauern, bis ein Kind sich dem veränderten Tag-Nacht-Rhythmus angepasst hat.

Im Zweifelsfall gilt: Buchen Sie mit Kleinkindern lieber eine Reise auf eine eu- ropäische Ferieninsel mit gesicherter ärztlicher Versorgung und verschieben Sie die Reise ins Tropenparadies auf spätere Jahre.


Big Diet für kleine Feinschmecker (3520 Zeichen)
 

Kinder lieben Fast Food - doch rund ist nicht gesund

(pgk) Der achtjährige Thomas wird in der Schule von seinen Mitschülern immer gehänselt. Auf dem Pausenhof steht er meist allein und einsam in der Ecke. Beim Sport kommt er als erster ins Schwitzen und wird ausgelacht. Er gehört zu der Gruppe der etwas fülligeren Kinder. Pommes frites, Hamburger, Currywurst, Chips, Pizza, Grillhähnchen - fettiges Fast Food sind seine Lieblingsspeisen.

Dicke Kinder wie Thomas haben es in der heutigen Gesellschaft schwer. Die Vorurteile werden besonders durch die Medien geschärft: Dicke seien faul, unsportlich und langweilig.

Nicht nur der Mangel an gesellschaftlicher Akzeptanz macht dicken Kindern zu schaffen. Hinzu kommt: Die Gesundheit ist gefährdet. "Die Zahl der Kinder, die unter ernährungsbedingten Krankheiten leidet, steigt unerlässlich", so Dr. Karin Uphoff, Ernährungswissenschaftlerin im Deutschen Grünen Kreuz.

Fast Food enthält oft viel Fett und zu wenig Vitamine, Mineralstoffe sowie Bal- laststoffe. Gerade im Wachstum von Kindern ist jedoch eine ausgewogene Ernährung wichtig. Kinder sollten regelmäßig Milch und Milchprodukte essen; der darin enthaltene Mineralstoff Calcium ist unentbehrlich für den Knochenaufbau. Obst, Gemüse, Kartoffeln und Getreideprodukte versorgen die Kids mit Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Fleisch enthält hochwertiges Eiweiß und gut verfügbares, blutbildendes Eisen. Für eine optimale Jodversorgung sollte einmal in der Woche Fisch auf dem Speiseplan stehen.

Zum sinnvollen Abnehmen gehört Abwechslung und Ausgewogenheit der Nahrung. Ein sechs- bis elfjähriges Kind sollte maximal bis zu 1200 Kalorien pro Tag zu sich nehmen, ein zwölfjähriges Kind rund 1500 Kalorien, um an Gewicht zu verlieren und eine gute Figur zu machen.

Aber auch das von Thomas und vielen anderen geliebte Fast Food muss nicht komplett vom Speiseplan verbannt werden, denn Hamburger und Co sind mit kleinen Veränderungen auf dem Teller ganz leicht "aufzupeppen". Servieren Sie Currywurst oder Pommes doch einmal mit einem frischen knackigen Salat als Beilage. Der Hamburger schmeckt auch in einem Vollkornbrötchen, eine Joghurtsoße ersetzt die Mayonnaise. Statt Cola oder Limo passt hierzu ein Milchgetränk. Die Pizza aus der Tiefkühltruhe lässt sich mit einer Extraportion Gemüse belegen, Fischstäbchen mit Kartoffelpüree und Kohlrabi auftischen oder Pasta mit einer Soße aus frischen Tomaten und Kräutern oder Spinat servieren. Zum Nachtisch darf es auch mal ein Eisbecher mit frischen Obst sein. Mit einfachen Tricks werden so aus Dickmachern Fittmacher.

Die Erwachsenen sollten dabei gute Vorbilder sein. Wenn sie sich ausgewogen und vielseitig ernähren, wird ihr Sprössling abwechslungsreiche Mahlzeiten eher akzeptieren. "Wenn Eltern abends den Pizzadienst bestellen und vor dem Fernseher Bier, Wein oder zuckerreiche Softdrinks trinken und Kalorienbomben wie Chips und Knabbereien essen, kann von den Kleinen nichts Anderes erwartet werden", erläutert Dr. Karin Uphoff.

Kinder und Jugendliche lieben Fast-Food-Lokale, weil dort eine lockere Atmosphäre ohne ordentlich gedeckten Tisch herrscht und man hier mit den Fingern essen darf. Wie wäre es einmal ganz unkonventionell? An einem Tag dürfen alle Familienmitglieder alles mit den Fingern essen - auch die Erwachsenen. Fast jedes Gericht lässt sich gut ohne Besteck genießen. Laden Sie zur Finger-Food- Schlemmerei auch die Freunde Ihrer Kinder ein - so wird der Tag zum ganz besonderen Erlebnis.


Viele Komponisten und Kleinkinder haben das absolute Gehör (1416 Zeichen)
 

(pgk) Das absolute Gehör ist eine Ausnahmebegabung, über die manche große Komponisten verfügten, wie zum Beispiel Mozart, Beethoven, Haydn und Arnold Schönberg. Eine neue Studie legt nun den Verdacht nahe, dass zunächst alle Menschen mit dem absoluten Gehör zur Welt kommen, es aber in den ersten Lebensjahren wieder verlieren. Es wäre demnach ein Überbleibsel aus der frühen Menschheitsgeschichte, das sich im normalen Alltag aber als unpraktisch erweise.

Die Psychologin Jenny Saffran, von der Universität Madison in Wisconsin/USA, fand bei ihren Untersuchungen heraus, dass Babys und Erwachsene Klänge ganz unterschiedlich verarbeiten. Demnach können Babys und Kleinkinder die Höhe einer einzelnen Note auf der Tonleiter erkennen, ohne einen Bezug zu einem Vergleichston zu haben. Diese Fähigkeit nennt man das absolute Gehör. Die gehörte Tonhöhe wird auf Anhieb wieder erkannt. Vorkenntnisse wie Notenlesen sind dafür nicht nötig. Wer nicht über die Gabe des absoluten Gehörs verfügt, also die Mehrheit der Erwachsenen, nutzt das relative Gehör. Damit orientiert man sich an den Abständen zwischen den Noten. Das absolute Gehör, so die Psychologin, bringe eine zu feine Einordnung der Klänge. Diese lasse keine Verallgemeinerung zu und sei im Alltag unpraktisch - es sei denn, man ist nebenbei noch musikalisch begabt und hat das Zeug zum Komponisten.

 

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