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pgk, Jg. 35, 11/12 2000
Brille oder Linsen für die Kleinsten? (2244 Zeichen)
Aussehen wie Harry Potter - Kinderbrillen bleiben "in"
(pgk) Kontaktlinsen sind in einigen Situationen der Brille überlegen. Je stärker die Fehlsichtigkeit ausgeprägt ist, desto größer sind die optischen Vorteile der Kontaktlinse. Das gilt für Kurzsichtigkeit (Myopie) und für Übersichtigkeit (Hyperopie) sowie die durch Hornhautverkrümmung verursachte Stabsichtigkeit (Astigmatismus). Alle bekannten Kontaktlinsen sind nicht nur für Erwachsene, sondern auch schon für Kinder geeignet. Wenn sich die Fehlsichtigkeit mit einer Brille nicht ausgleichen lässt, bekommen sogar schon Babys weiche Kontaktlinsen.
Ob Kontaktlinsen für ein Kind geeignet sind, muss grundsätzlich der Augenarzt entscheiden. Doch wenn er sie empfiehlt, brauchen sich die Eltern keine Sorgen zu machen. Sie müssen nur darauf achten, dass die Trage- und Pflegevorschriften sorgfältig eingehalten werden und ebenso die Termine zur regelmäßigen Augenuntersuchung und Linsenkontrolle. Grundsätzlich gilt: Bedingt durch ihr Wachstum sollten bei Kindern häufiger Kontrollen durchgeführt werden als bei Erwachsenen. Des Weiteren sollten die Eltern die Gewissheit haben, dass ihre Kinder mit der notwendigen Ernsthaftigkeit die Kontaktlinsen-Systeme aufsetzen. Im Allgemeinen kommen Kinder mit ihren Kontaktlinsen gut zurecht. Und weil sie ihre Vorteile zu schätzen wissen, gehen die meisten auch erstaunlich sorgsam mit ihnen um. Viele Augenoptiker können mit den Kindern das richtige Anpassen der Linsen entsprechend trainieren.
Bei nur geringfügiger Fehlsichtigkeit spricht hingegen nichts gegen eine Brille, denn es gibt heutzutage auch lustige und bunte Modelle, die die Sprösslinge stolz tragen. Wenn jedoch stärkere Gläser erforderlich sind, die das Kind in seiner Bewegungsfreiheit einschränken und es möglicherweise auch psychisch belasten, können Kontaktlinsen für die gesamte Entwicklung des Kindes sehr wertvoll sein. Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile eine riesengroße Auswahl modischer Kinderbrillen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Viele Kollektionen sind angelehnt an beliebte Buch- oder TV-Stars, wie zum Beispiel die Maus, Käpt´n Blaubär oder Harry Potter. Und wer möchte nicht so aussehen wie der kleine kluge Zauberer? Brillen sind nicht nur schick, sondern auch viel praktischer als Linsen.
Wenn der Nussknacker kommt - Knack die Nuss (3534 Zeichen)
Bescherung unterm Weihnachtsbaum: Allergie gegen Nüsse
(pgk) "Apfel, Nuss und Mandelkern essen fromme Kinder gern". Allergiker jedoch sollten in der Weihnachtszeit besser die Finger von den duftenden Köstlichkeiten unterm Christbaum lassen. Etwa zwei Prozent der deutschen Bevölkerung reagieren allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel. Leidet man unter einer Nuss-Allergie, kann schon der geringste Kontakt mit dem leckeren Knabberwerk ein Jucken an den Lippen oder am Körper, ein Kratzen im Hals, Übelkeit, Magenbeschwerden, Durchfall, Hauterscheinungen wie Rötung, aber auch schwere Atemnot bis hin zum allergischen Schock auslösen. Und gerade Nüsse finden sich nicht nur in der Adventszeit häufig in Plätzchen sowie in Kuchen oder Schokoladen. Schon kleine, versteckte Stücke können allergische Reaktionen auslösen - und das oft erst viele Stunden nach dem Verzehr. Der gleichzeitige Genuss von Alkohol kann die Allergie verstärken.
Nüsse gehören zu den häufigsten Auslösern allergischer Reaktionen im Kindes- und Erwachsenenalter. Sie zeichnen sich durch ihr hohes allergenes Potential (allergieauslösende Wirkung) aus, das, wenn auch nur selten, bis zu tödlich verlaufenden Reaktionen führen kann. Nussallergien können in isolierter Form, aber auch in so genannten Kreuzreaktionen zu Pollen auftreten. Vor allem Birkenpollenallergiker reagieren oft auf Nüsse allergisch: Ihre Kreuzreaktion kann Mandeln, Hasel- und Walnüsse sowie Cashew-Kerne betreffen. Aber auch Beifuß- Allergiker sollten an Weihnachten mit Umsicht naschen: Bei bestimmten Weihnachtsgewürzen wie Anis, Koriander oder Zimt besteht die Gefahr, dass sie Anfälligen den Nasch-Spaß verderben.
Die Therapie einer Nussallergie besteht in der Karenz, das bedeutet: Die Auslöser müssen gemieden werden. Das ist bei Nüssen besonders kompliziert, weil sie als Zutaten von vielen Produkten eingesetzt und oftmals nicht gekennzeichnet werden. Im Zweifelsfall sollte man lieber ganz auf Fertigprodukte, wie beispielsweise Fertigkuchen mit Füllung aus Schokoladenmasse, verzichten. Einzelne Komponenten von Inhaltsstoffen müssen nach EU-Recht nicht deklariert werden, wenn ihr Anteil weniger als 25 Prozent beträgt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob wirklich die Nuss an sich oder nicht vielleicht andere Inhaltsstoffe vom weihnachtlichen Plätzchenteller Schuld an Jucken, Atemnot oder Hautausschlag sind, lassen Sie einen Test machen. Ein Arzt kann durch verschiedene Methoden den Allergie auslösenden Substanzen auf die Schliche kommen. Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, zum Beispiel mit Hilfe eines Patiententagebuches oder mit einer Eliminationsdiät. Schneller geht es mittels verschiedener Testverfahren, wie beispielsweise dem Allergie-Labortest, mit dem er spezifisches Immunglobulin E (IgE) nachweisen kann. IgE wird vom Körper als Reaktion auf allergieauslösende Substanzen gebildet. Der Labortest erfordert im Gegensatz zum aufwendigeren Hauttest lediglich einen Piks zur Blutentnahme und ist daher insbesondere bei Kindern der Test der Wahl. Bei nachgewiesener Allergie sollten die auslösenden Nahrungsmittel konsequent vom Speiseplan gestrichen werden.
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt einen Ausweis ausstellen, der das Kind oder Sie als Allergiker ausweist. Im Falle eines allergischen Schocks sind Dritte über die Erkrankung informiert, und es kann wirksamer geholfen werden. Sollte es bei Ihnen schon einmal zu einer ausgeprägten Kreislaufreaktion aufgrund einer Nahrungsmittelallergie gekommen sein, sollten Sie sich für den Ernstfall nach ärztlicher Rücksprache mit einer Notfall-Box ausrüsten.
Babys wunder Punkt: Windeldermatitis (2261 Zeichen)
(pgk) Der Po kann bei Babys leicht wund werden. Kein Wunder - die zarte Haut ist den ganzen Tag unter Verschluss und bekommt keine Luft. So bildet sich in der zarten Babyhaut schnell ein warmes, feuchtes Klima. Dies bietet Bakterien aus dem Stuhl und Urin idealen Nährboden; der Kontakt mit Urin, Stuhl und Seifenresten irritiert die Haut. Das macht die zarte Babyhaut nicht lange mit: Eine Windeldermatitis kann sich entwickeln, also ein Wundsein an Po, Ober-schenkeln und im Genitalbereich.
Fast jedes Baby entwickelt mal eine Windeldermatitis, je jünger es ist, desto eher. Circa 25 bis 30 Prozent aller Babys haben besonders empfindliche Haut und sind öfter wund. Deutliche Anzeichen sind eine gerötete und empfindliche Haut, häufig verbunden mit nässenden oder schuppig-trockenen Stellen. Zudem kann quälender Juckreiz und/oder Brennen entstehen.
Normalerweise verschwindet der Ausschlag innerhalb von drei bis vier Tagen - vorausgesetzt, die Behandlung stimmt. Das bedeutet: viel Luft an die wunde Haut lassen, das Baby sollte so oft wie möglich mit nacktem Po strampeln dürfen; die Windeln häufig - etwa alle zwei bis drei Stunden - wechseln, damit der Kontakt mit der nassen Windel möglichst kurz ist; weite Windeln ohne undurchlässige Plastikschicht außen verwenden, die die Haut atmen lassen; den Po mit warmem Wasser waschen, keine Seife oder andere Badezusätze verwenden, sie entfetten die Haut; Po und Hautfalten müssen trocken sein - am besten ohne Windeln "lufttrocknen" -, bevor das Kind neu gewickelt wird; eine weiche Zinkpaste, dünn aufgetragen, unterstützt die Heilung. Schlecht sind dagegen dicke Cremeschichten: Sie verhindern, dass Luft an die Haut kommt und reizen sie außerdem beim Abwischen.
Falls diese Maßnahmen keine Besserung bringen, sich die Haut stark entzündet hat, schuppt oder sogar offen ist und blutet, sollte man zum Kinderarzt gehen. Bei der Hautrötung kann es sich auch um eine Allergie, zum Beispiel gegen das Windelmaterial, handeln. Möglicherweise hat eine bakterielle Infektion Fuß gefasst, erkennbar an eitrigen Pusteln und Krusten. Auch eine Pilzinfektion kann sich auf der wunden Haut leicht ausbreiten. Dies ist oft der Fall bei Säuglingen unter drei Monaten. Solche Komplikationen sind aber die Ausnahme.
'Baby born': Bleibt Bauch bestehen? (1062 Zeichen)
(pgk) In der Schwangerschaft sieht man es deutlich: Der dicke Bauch verrät, dass Nachwuchs unterwegs ist. Viele Frauen, insbesondere Erstgebärende, befürchten, dass auch nach der Geburt die Figur womöglich für immer so bleibt. Das gilt leider tatsächlich für Frauen, die Träger des "Fett-Gens" 825T sind. Sie bleiben nach der Geburt ihres ersten Kindes häufig übergewichtig, es sei denn, sie treiben regelmäßig Sport. Das fanden Essener Wissenschaftler heraus, die 792 Frauen für ihre Studie gewinnen konnten. Generell lag der Body Mass Index (BMI: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße im Quadrat) bei Frauen, die in den vergangenen 12 Monaten ihr erstes Kind geboren hatten, höher als bei kinderlosen Frauen. Während das "Fett-Gen" bei den Kinderlosen gar nichts ausmachte, hatten Erstgebärende mit diesem Gen ein dreifach höheres Risiko, nach der Geburt übergewichtig (BMI > 25 kg/m²) zu bleiben als Frauen ohne jenes Gen. Der negative Einfluss des Erbgutes konnte aber durch - mindestens einmal - wöchentliches Sporttreiben aufgehoben werden.
Meine Suppe ess' ich nicht! (2021 Zeichen)
(pgk) "Ernähren Sie Ihre Kinder gesund!" Das ist einfach gesagt, doch oft schwierig in der Umsetzung. Das Deutsche Grüne Kreuz empfiehlt: nicht über Essen streiten, die Wünsche der Kinder berücksichtigen, des Erläuterns nicht müde werden und mit gutem Beispiel voran gehen.
Kaum ein Thema sorgt in Deutschlands Familien so oft für Streit wie das Essen. Die Eltern möchten ihre Kinder gesund, nahrhaft, abwechslungsreich ernähren. Und was möchten die Kinder? Süßigkeiten, Pommes und Nudeln mit Ketchup. "Gehen Sie ruhig auf die Wünsche der Kinder ein", empfiehlt Dr. Karin Uphoff vom Deutschen Grünen Kreuz. "Natürlich ist es wichtig und richtig, dafür zu sorgen, dass die Kinder viel frisches Gemüse und Obst, reichlich Vollkornprodukte, Kartoffeln und Milch sowie ab und zu Fisch und Fleisch auf dem Teller haben. Aber das sollte nicht zu Lasten der Eltern-Kind-Beziehung durchgesetzt werden." Gesund essen heißt nämlich nicht nur, dass alle Nährstoffe ausreichend aufgenommen werden. Wichtig ist auch, dass die Mahlzeiten nach Möglichkeit in einer entspannten, gemütlichen Atmosphäre erfolgen.
"Stellen Sie einen Wochenplan auf, der sowohl Ihre wie auch die Wünsche der Kinder berücksichtigt. Kombinieren Sie dann zum Beispiel Pommes mit Tomatensalat, Nudeln mit Gemüse oder Milchreis mit frischem Obst", rät die Ernäh- rungswissenschaftlerin und selbst Mutter von sechs Kindern. Niemand sollte dazu gezwungen werden, eine bestimmte Speise zu essen. Probieren ja, aber Aufessen muss nicht sein.
Auch Süßigkeiten können zum Speiseplan gehören - nach dem Motto: Wer sich im Allgemeinen ausgewogen ernährt, der kann auch mal naschen. Und wenn an einem Tag ganz "ungesund" gegessen wurde, dann folgt eben danach ein Gesundheitstag. "Wichtig ist, den Kindern immer wieder zu erläutern, warum das eine besser und das andere weniger gut ist", unterstreicht Dr. Uphoff. Nicht selten entwickeln Kinder dann im Laufe der Zeit ein Verständnis dafür. Aber eins gehört dazu: Die Eltern müssen mit gutem Beispiel voran gehen.
Frühchen haben es in der Schule schwerer (1641 Zeichen)
(pgk) Säuglinge, die zu früh auf die Welt kommen, sind in der Regel nicht nur leichter, anfälliger und zierlicher, sondern haben es auch im späteren Leben schwerer. Bis zu einem Drittel der Kinder, die zwischen der 32. und 35. Schwangerschaftswoche geboren wurden, können später Probleme in der Schule haben. Dies fanden Forscher des John Radcliffe Hospitals, Oxford, in einer Befragung von Eltern, Hausärzten und Lehrern von 176 zu früh geborenen Kindern heraus, die mittlerweile sieben Jahre alt waren. Am häufigsten sind Schreiben (32 Prozent), Rechnen (29 Prozent) und feinmotorische Fähigkeiten (31 Prozent) schlechter als bei den Schulkameraden, die mindestens die üblichen 40 Wochen im Mutterleib verbracht hatten. 21 Prozent der ehemaligen Frühchen haben Probleme beim Lesen und 19 Prozent beim Sprechen. Aber auch das Verhalten der Kinder war insgesamt auffälliger. 19 Prozent erwiesen sich als hyperaktiv. Normalerweise ist das in diesem Alter nur bei 10 Prozent der Kinder zu finden. Sauerstoffmangel, Gehirnblutungen und andere Komplikationen unter der Geburt könnten dafür verantwortlich sein. Dass Frühchen mit extrem niedrigem Geburtsgewicht oft später Sprach- und Lernschwierigkeiten haben, liegt offenbar aber nicht nur daran, so australische Forscher. Auf Grund von Behördenmeldungen stellten sie fest, dass extreme Frühchen ein erhöhtes Risiko haben, von ihren Eltern mit zu großer Vorsicht und Zurückhaltung be-handelt, weniger gestreichelt oder liebkost werden. Wegen der fehlenden Stimulation wiesen diese Kinder einen größeren Entwicklungsrückstand auf, als er durch medizinische Komplikationen zu erklären sei.
Kampf gegen Kilos - 'Walze' und 'Tonne' bleiben (1356 Zeichen)
Aus dicken Kindern werden oft dicke Erwachsene
(pgk) Viele Kinder haben zu viel Speck auf den Rippen. Der Volksmund behauptet zu recht: Esser werden geboren - Fresser werden erzogen. So gesehen war Erziehung in Deutschland noch nie so "erfolgreich" wie heute. Sieben Prozent der Mädchen und zehn Prozent der Jungen in Deutschland sind übergewichtig, so die letzten Zahlen im Ernährungsbericht 2000 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
30 Prozent aller Schulkinder gehen morgens hungrig aus dem Haus. Sie frühstücken nicht und haben meist auch kein Pausenbrot dabei. Stattdessen gibt es im Kiosk Limonade, Chips, Snacks und Schokoriegel, mittags natürlich Fast Food. Die Folgen sind nicht nur falsche Essgewohnheiten ein Leben lang. Ohne Frühstück vor die Tür und mit leerem Bauch im Klassenraum macht zudem schneller müde, unkonzentriert, nervös und reizbar. Wird der ungesunde schnelle Snack zwischendurch zur Dauereinrichtung, sinken die schulischen Leistungen, körperliche und geistige Entwicklung werden gehemmt. Und das In-Hast-und-Eile-Essen wird zum Frustfressen. Oft werden diese Kinder dann als "Walze" oder "Tonne" von Mitschülern gehänselt. Damit wird aus dem einstigen Wonneproppen endgültig ein Fett- und Trauerkloß. Und wer auf Omas Weisheit vertraut und glaubt "Das verwächst sich wieder", der irrt gewaltig: 85 Prozent der dicken Kinder bleiben auch als Erwachsene dick.

