DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 34, Ausgabe 8/9 - 2000 Themen: Rauchverbot, Tabakkonsum, Darmbluten, Homöopathische Mittel, Placebos, Schwangerschaft
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Deutsches Grünes Kreuz, Rauchverbot, Tabakkonsum, Darmbluten, Homöopathische Mittel, Placebos, Schwangerschaft
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 34, 8/9-2000

'VOHRsicht'-Benefizkonzert (1560 Zeichen)
 

(pgk) Im November wird in Hannover ein Benefizkonzert zugunsten der Schulkampagne "Take care of your ears" veranstaltet. Zuhörer sind herzlich willkommen!


Am Freitag, 10. November 2000, 20.00 Uhr, findet im Beethovensaal des Congress
Centrum Hannovers das Benfizkonzert "VOHRsicht" statt. Auf dem Programm stehen Stücke von Ludwig van Beethoven, Jean Françaix und Ernst von Dohnanyi. Spielen wird das Trio Celibidache aus München: Lorenz Nasturica (Violine), Emilian Dascal (Viola) und Hans Zentgraf (Violoncello). Lorenz Nasturica, am Konservatorium in Bukarest ausgebildet, war Konzertmeister an der Nationaloper Helsinki und ist heute Erster Konzertmeister der Münchener Philharmoniker. Emilian Dascal, ebenfalls am Konservatorium in Bukarest ausgebildet, war Solobratscher der Nationaloper Helsinki und ist heute Solobratscher des Sinfonieorchesters St. Gallen, Schweiz. Hans Zentgraf, ausgebildet an der Juilliard School, New York, war zehn Jahre an der Staatsoper Hannover und ist heute freischaffender Solist in München.

Der Erlös der Veranstaltung wird der Schulkampagne "Take care of your ears - pass auf deine Ohren auf!" zugute kommen. Diese bundesweite Kampagne hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche spielerisch über die Bedeutung guten Hörens zu informieren. Damit soll der zunehmenden Häufigkeit von Lärmschwerhörigkeit - schon jeder zehnte Jugendliche leidet darunter! - entgegen gewirkt werden. Weitere Informationen zur Schulkampagne und zum Benefizkonzert gibt es beim Deutschen Grünen Kreuz, Dr. Karin Uphoff, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.


Rauchverbote verringern den Tabakkonsum Jugendlicher (621 Zeichen)
 

(pgk) Rauchverbote helfen doch, wie eine Studie zeigt. Wird nämlich Rauchen untersagt und das Verbot auch gut überwacht, rauchen Jugendliche weniger.


Verstärkte Rauchverbote auf öffentlichen Plätzen, zu Hause oder in der Schule verringern offenbar die Häufigkeit des Zigarettenkonsums von Jugendlichen. Gleichzeitig sinkt die Zahl derer, die mit dem Rauchen beginnen. In einer amerikanischen Untersuchung an 17.287 High-School Schülern stellte das Forscherteam um Melanie Wakefield (Universität Illinois, USA) fest, dass Rauchverbote vor allem dann einen Effekt haben, wenn sie strikt überwacht und eingehalten werden.


Schwangerschaft: Zwölf Kilogramm mehr Gewicht sind normal (1289 Zeichen)
 

(pgk) Allein sechs Kilogramm Wasser lagern sich im Laufe einer Schwangerschaft ein. Wieviel Fett noch hinzu kommt, bestimmen die Gene mit.


Eine werdende Mutter darf im Laufe der Schwangerschaft etwa zwölf Kilogramm zulegen. Wie sich diese Gewichtszunahme zusammensetzt, veröffentlichte nun die Apothekenzeitschrift "Baby und die ersten Lebensjahre": Das durchschnittliche Kind bringt 3,5 Kilo auf die Waage, das Fruchtwasser ein halbes Kilogramm, die Zunahme der Gebärmutter und der Mutterkuchen sind mit je einem Kilo beteiligt und die Brust vergrößert sich um ein Pfund. Den dicksten Brocken aber tragen Wassereinlage- rungen im Gewebe bei: sechs Kilogramm. Sehr unterschiedlich kann ein zusätzliches Fettpolster ausfallen, das Schwangere anlegen. Dabei spielt ein Gen eine Rolle, das etwa jeder dritte Deutsche noch in sich trägt. Zu Zeiten der Jäger und Sammler diente es dazu, dass Mütter auch in Hungerzeiten Reserven für ihr Baby besaßen. Heute bereiten die bleibenden Pfunde den betroffenen Frauen eher Sorgen. Dr. Achim Gutersohn von der Universitätsklinik Essen, wo das "Ur-Gen" nachgewiesen wurde, empfiehlt den Frauen, nach der Geburt regelmäßig Sport zu treiben. Nach seiner Erfahrung konnten Genträgerinnen die Pfunde ebenso schnell los werden wie Frauen ohne diese Veranlagung.


Darmbluten durch Kuhmilch? (1147 Zeichen)
 

(pgk) Eine amerikanische Untersuchung belegt: Säuglinge, die mit Kuhmilch gefüttert werden, haben keine gravierenden Blutverluste über den Darm.


In der letzten Zeit wurde des Öfteren die Frage aufgeworfen, ob Kuhmilchfütterung zu Darmbluten führen kann. Wissenschaftler im amerikanischen Iowa gingen nun dieser Frage nach. Sie wählten 31 Säuglinge im Alter von rund neun Monaten für ihre Studie aus, ließen sie über drei Monate mit Kuhmilch füttern und analysierten dabei die Auswirkungen dieser Ernährung auf Blutwerte und Stuhl.
Das Ergebnis: Neun der Kinder wiesen minimale Blutverluste auf. Diese ließen sich durch Hämoglobin-Bestimmungen (roter Blutfarbstoff) im Stuhl feststellen. Die Blutverluste waren allerdings so gering, dass sich weder die Beschaffenheit des Stuhls änderte, noch andere Krankheitserscheinungen wie z. B. ein Eisenmangel auftraten. Lediglich die Eisen-Speicher-Kapazität des Körpers war bei den betroffenen Kindern nach drei Monaten Versuchsdauer leicht verringert. Das Fazit der Wissen- schaftler: Die klinische Bedeutung von Blutverlusten durch den Genuss von Kuhmilch ist wahrscheinlich von untergeordneter Bedeutung.


Vererbbare Störung des Cholesterin-Stoffwechsels häufig nicht erkannt (2453 Zeichen)
 

(pgk) Erbliche Störung des Cholesterin-Stoffwechsels sollten so früh wie möglich behandelt werden, um Schäden am Herz-Kreislauf-System vorbeugen zu können. Während in anderen Ländern noch über Reihenuntersuchungen nachgedacht wird, hat Deutschland schon die routinemäßige Cholesterin-Kontrolle bei Kindern aus vorbelasteten Familien eingeführt.


Bei einem von fünfhundert Menschen ist der Cholesterin-Stoffwechsel durch einen Gendefekt gestört. Diese so genannte familiäre Hypercholesterinämie wird jedoch bei Routine-Untersuchungen viel zu selten rechtzeitig erkannt: Eine britische Studie zeigte, dass sie nur bei einem Viertel der Betroffenen überhaupt entdeckt wird und das meist auch erst im mittleren Lebensalter und nur selten bei Kindern und Jugendlichen mit dieser Veranlagung. Dabei ist eine rechtzeitige Diagnose wichtig, um früh behandeln zu können und so die Folgen dieser Erbkrankheit zu verhindern.

Bei den Betroffenen ist ein bestimmtes Gen defekt, sodass ihr Körper ungehemmt Cholesterin herstellt und anreichert. Der Überschuss an Cholesterin im Blut (= Hyperämie) führt zu Verschlüssen im Blutgefäßsystem. Jeder fünfhundertste Mensch hat diese Krankheit von einem Elternteil vererbt bekommen. Unbehandelt erkranken mehr als 50 Prozent der betroffenen Männer und 30 Prozent der Frauen bis zu einem Alter von 60 Jahren an den Herzkranzgefäßen mit dem Risiko eines tödlichen Herzinfarkts.

Zum Glück wird das defekte Gen nur sehr selten von beiden Eltern auf das Kind übertragen. Solche Menschen sterben meist vor dem 30. Lebensjahr an einem akuten Herzinfarkt. Typisch für diese reine Form der Krankheit sind auch so genannte Xanthome, gutartige, bis zu mehreren Zentimetern große Hautgeschwülste, in denen Fett eingelagert wird. Diese treten meist im zweiten Lebensjahrzehnt auf.

Während in England derzeit darüber nachgedacht wird, alle Jugendlichen auf diese Krankheit zu testen, wurde dies in Deutschland bereits 1998 eingeführt: Im Rahmen der Jugendgesundheitsuntersuchung J1, die alle 12- bis 14-Jährigen in Anspruch nehmen können, wird auch das Risiko einer familiären Hypercholesterinämie erfragt. Bestehen oder bestanden bei Verwandten bereits vor dem 55. Lebensjahr Herz- Kreislauf-Erkrankungen, werden die Cholesterin-Blutwerte der Jugendlichen überprüft. Liegt tatsächlich diese Erbkrankheit vor, kann sie mit Medikamenten und durch Diät behandelt und so den schweren Schäden am Herz-Kreislauf-System vorgebeugt werden.


Homöopathische Mittel wirken besser als Placebos (880 Zeichen)
 

(pgk) Die Einnahme homöopathischer Medikamente bringt bessere Ergebnisse als die Gabe von Placebos, so das Ergebnis einer internationalen Studie.


Für die Studie wurden Patienten untersucht, die an allergisch bedingtem Schnupfen durch Hausstaubmilben, Pilze, Haustierepithelien oder Arbeitsplatzallergenen litten. Sie erhielten mehrere Wochen lang alternativ entweder homöopathische Mittel (Gruppe 1) oder Placebos (Gruppe 2). Beide Therapieformen führten zu einer objektiven Verbesserung der Beschwerden, auf Dauer waren die homöopathischen Mittel aber überlegen. Diese verschlechterten zwar anfänglich die Symptome, längerfristig wurde die Behinderung der Nasenatmung durch die homöopathische Therapie jedoch deutlich besser beeinflusst als durch Placebos. Auch das Allgemeinbefinden wurde von der ersten Gruppe (28 Prozent) positiver beurteilt als von der zweiten (drei Prozent).


Schwanger über 40? (1216 Zeichen)
 

Fehlgeburten häufig


(pgk) Frauen über 40 haben schlechte Chancen, eine Schwangerschaft erfolgreich auszutragen - unabhängig davon, wie vorhergehende Schwangerschaften verlaufen sind.


Mindestens drei Viertel aller Schwangeren ab 45 Jahren müssen wegen einer Fehlgeburt ins Krankenhaus. Werdende Mütter mit 42 Jahren verlieren in der Hälfte aller Fälle ihr Kind. Zu diesem Ergebnis kam eine dänische Studie, die statistische Daten von rund 630.000 Frauen analysierte.
Mehr als eine Million Schwangerschaften aus den Jahren 1978 bis 1992 wurden daraufhin untersucht, ob eine Beziehung zwischen dem Alter der Mutter, ihrer Vorgeschichte und dem Ausgang der Schwangerschaft besteht. Das Ergebnis ist eindeutig: Nicht nur das Risiko einer Fehlgeburt nimmt mit dem Alter der Schwangeren zu, sondern auch das Risiko für weitere Komplikationen steigt, zum Beispiel Todgeburt oder Eileiterschwangerschaft. Auch wenn eine Frau bereits mehrere gesunde Kinder geboren hat, besteht keine Garantie, dass eine späte Schwangerschaft ebenfalls erfolgreich verläuft. Im Vergleich dazu tragen Frauen zwischen 20 und 24 Jahren ein relativ geringes Risiko, ihr Kind durch Fehlgeburt zu verlieren: Weniger als neun Prozent sind laut Studie davon betroffen.

 

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