DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind pgk, Jahrgang 34, Ausgabe 7 - 2000 Themen: Sehtest, Sonnenschutz, Nabelschnur, Stress, Schwerhörigkeit, Delphintherapie, Arzneimittelwirkung
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Deutsches Grünes Kreuz, Sehtest, Sonnenschutz, Nabelschnur, Stress, Schwerhörigkeit, Delphintherapie, Arzneimittelwirkung
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 34, 7-2000

Ich seh' etwas, was du nicht siehst... (1741 Zeichen)
 

(pgk) Häufig wird erst beim Sehtest für die Einschulung erkannt, dass ein Kind schlecht sieht. Die ersten Lebensjahre haben diese Kinder also mit eingeschränktem Sehvermögen bewältigen müssen. Da Kleinkinder nie über schlechtes Sehen klagen, sollten die Erwachsenen auf Auffälligkeiten achten.


Ich seh' etwas, was du nicht siehst: Die vierjährige Stella spielte dieses Spiel nicht gerne. Denn ihre Schwester Marie gewann einfach immer. Das machte die Eltern stutzig. Als sie sie dann genauer beobachteten, fiel ihnen auf, dass Stella kleinere Gegenstände, die sie erraten sollte, gar nicht erkennen konnte. Erst durch dieses Spiel merkten die Eltern, dass Stella kurzsichtig ist. Jetzt trägt sie eine Brille und interessiert sich plötzlich für viele Dinge.

Mögliche Anzeichen für Sehprobleme sind: Schielen, Blendempfindlichkeit, sehr nahes Herangehen an Spielsachen, Augenreiben (wegen Augenbrennen), häufiges Stolpern, Anstoßen oder Danebenfassen, gerötete Augen, ungleiche Pupillenfarben, Kopfschmerzen. In diesen Fällen sollte sicherheitshalber ein Augenarzt aufgesucht werden. Ebenso sollte bei Kindern, in deren Familien Hornhautverkrümmung, Kurz- oder Weitsichtigkeit oder Schielen häufiger vorkommen, möglichst vor dem dritten Lebensjahr geklärt werden, ob eine Sehschwäche vorliegt.

Ohne Untersuchung kann es zu lebenslangen Einbußen der Sehfähigkeit kommen. Denn wenn ein Auge nicht optimal funktioniert, übernimmt das andere dessen Aufgaben, soweit möglich, mit. Die Sehkraft des schlechteren Auges verkümmert dadurch immer mehr. Bei angeborener Schwachsichtigkeit muss daher das bessere Auge zugeklebt werden, damit das schlechtere trainiert wird. Die meisten anderen Fehlsichtigkeiten können mit einer Brille korrigiert werden.


Richtig geschützt in die Sonne (559 Zeichen)
 

Broschüre gibt wichtige Tipps


Urlaubszeit ist Sonnenzeit. Wie man unangenehme und gefährliche Folgen der Sonne vermeidet, beschreibt die Broschüre "Auf in die Sonne! Wie Sie sich und Ihr Kind vor UV-Strahlung schützen". Sie behandelt Fragen zu den biologischen Auswirkungen des Sonnenlichtes, zu Sonnenallergien und zur besonders empfindlichen Kinderhaut. Gegen die Einsendung eines mit DM 3 frankierten C5-Rückumschlages ist die Broschüre unter folgender Adresse zu beziehen: Deutsches Grünes Kreuz e. V., "Auf in die Sonne!", Schuhmarkt 4, 35037 Marburg. (pgk)


Schatztruhe Nabelschnur (2750 Zeichen)
 

(pgk) Die Nabelschnur, die normalerweise nach der Geburt in den Abfall wandert, ist in Wirklichkeit ein kostbarer Schatz. Mit ihrer Hilfe kann in Zukunft Kindern und Erwachsenen mit schweren Erkrankungen das Leben gerettet werden.


Allein in Deutschland erkranken jährlich etwa 2.000 Kinder an Krebs. Durch eine hochdosierte Chemotherapie werden bei ihnen nicht nur die Krebszellen, sondern auch die blutbildenden Zellen im Knochenmark zerstört. Eine Knochenmarkstrans- plantation ist dann oft die einzige Möglichkeit zur Heilung. Allerdings muss der Knochenmarksspender ein genetischer Zwilling des Patienten sein. Denn sonst kann es zu gefährlichen Abstoßungsreaktionen kommen. Die Chance auf den richtigen Spender liegt im Allgemeinen bei höchstens eins zu mehreren Millionen.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, Nabelschnurblut zu transplantieren. Dieses enthält rund zweieinhalbmal soviel blutbildende Zellen wie eine vergleichbare Menge an Knochenmarksflüssigkeit. Der Vorteil der Zellen aus Nabelschnurblut ist, dass sie frei von Krebszellen und auch meist frei von Viren sind und besonders gut wachsen. Außerdem kommt es nach einer Transplantation mit Nabelschnurblut seltener zu Abstoßungsreaktionen.

Nabelschnurblut enthält aber nicht nur blutbildende Zellen, sondern auch Vorläuferzellen für verschiedene Organe, Knochen, Knorpel, Muskeln und Nerven. Forschungsergebnisse deuten an, dass diese Vorläuferzellen in der Lage sind, die unterschiedlichen Gewebearten zu regenerieren. In Fachkreisen wird bereits diskutiert, ob es nicht sinnvoll sei, das Nabelschnurblut eines jeden Neugeborenen zu entnehmen und dauerhaft aufzubewahren. Erkrankt das Kind Jahre später etwa an Blutkrebs oder wird schwer verletzt, könnte man auf dieses Reservoir an Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zurückgreifen und so dem Betroffenen quasi mit körpereigenem Blut und Zellen helfen.

Die Entnahmeprozedur ist prinzipiell sehr einfach. Das bei der Geburt anfallende Nabelschnurblut wird direkt nach der Abnabelung durch den Arzt oder die Hebamme aus der Nabelschnur entnommen. Mit einem Kurierdienst gelangt es schnell zur Aufarbeitung und Konservierung in das jeweilige Labor. Dort kann es jahrelang lagern, so die Wissenschafter, ohne dass die darin enthaltenen Zellen ihre Potenz, zu wachsen und Blutzellen zu bilden, verlieren. Eltern können schon heute entscheiden, ob sie das Nabelschnurblut ihres Kindes einer Blutbank zur Verfügung stellen oder ob sie es auf eigene Kosten als individuelle Gesundheitsvorsorge bei darauf spezialisierten Unternehmen lagern. Bei der individuellen Nutzung bleibt das Nabelschnurblut im Besitz der Eltern und kann jederzeit auf ärztliche Anforderung für das Kind oder auch Familienangehörige verwendet werden.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema enthält ein Elternratgeber, der ab September gegen Einsendung eines mit DM 3 frankierten und rückadressierten Din- A5-Umschlags erhältlich ist bei: Deutsches Grünes Kreuz, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.


Stress hält Kinder klein (766 Zeichen)
 

(pgk) Auch Stress kann eine Ursache für Kleinwuchs sein. Wenn ein Kind nicht richtig wächst, sollten Eltern Rücksprache mit ihrem Kinderarzt nehmen.


Nach Angaben von Tübinger Wissenschaftlern wirken sich nämlich viele Belastungen auch auf das Großhirn aus. Dieses ist unter anderem für die Ausschüttung des Wachstumshormons zuständig. Die Belastungen können unterschiedlicher Natur sein: Krankheit, psychischer Stress, sozialer Druck - dies alles kann die Menge des Wachstumshormons beeinflussen. Eltern sollten bis zur Pubertät regelmäßig die Größe ihres Kindes checken und gegebenenfalls die zu erwartende endgültige Größe bestimmen lassen. Liegt die bei einem Mädchen unter 1,50 Meter bzw. beim Jungen unter 1,60 Meter, empfehlen Mediziner eine frühzeitige Behandlung.


Kontaktgestörte Kinder: Mit Delphinen spielen (1111 Zeichen)
 

(pgk) Nur mit großer Anstrengung gelingt es, in sich gekehrte, stark kontaktgestörte Kinder dazu zu bewegen, sich der Außenwelt zu "öffnen". Eine Methode bietet die so genannte Delphintherapie.


Nach beeindruckenden Erfolgen in den USA haben Wissenschaftler der Universität Würzburg diese "spielerische" Behandlungsart nun auch in Deutschland etabliert. Das gemeinsame Projekt des Tiergartens und der Universität besteht nun schon über ein Jahr. Eine Behandlung dauert in der Regel zehn Tage und bezieht die ganze Familie mit ein.

Warum aber ausgerechnet Delphine? Kind und Delphin können sich ganz langsam annähern und gemeinsam mit dem Therapeuten entscheiden, wie weit der Kontakt gehen soll: bloßes Beobachten, eine kurze Berührung, ein sanftes Streicheln oder sogar eine gemeinsame Runde durch das Becken an der Rücken- oder Schwanzflosse des Delphins. Die bisherigen Erfahrungen sind positiv: Die Therapeuten stellten fest, dass die Kinder bereits nach einer Woche aufgeschlossener und interessierter sind und ihre Umgebung bewusster wahrnehmen. Ein großes Glücksgefühl für die Eltern der kleinen Patienten.


Sitzenbleiben wegen leichter Schwerhörigkeit (910 Zeichen)
 

(pgk) Bereits minimale Hörstörungen machen Kindern in der Schule das Leben schwer. Jedes dritte Kind, das nicht ganz optimal hören kann, bleibt in der Schule sitzen. Im neunten Schuljahr muss sogar jeder zweite Schüler mit leichter Hörminderung die Klasse wiederholen. Dies ergab eine Untersuchung an 1.228 Schülern in den Vereinigten Staaten.


Bei allen Schülern wurden das Gehör und die schulischen Leistungen überprüft. Jedes neunzehnte Kind (5,4 %) hatte einen minimalen Hörverlust. Diese Schüler galten bis dahin alle als normal hörend. Keines der Kinder war mit Hörgeräten versorgt. Schon diese minimalen Hörstörungen führten aber zu schlechteren schulischen Leistungen, geringerem Selbstvertrauen und stärker empfundenem Stress. Bei weiteren 5,9 Prozent der Schüler wurde ein größerer Hörverlust festgestellt. Insgesamt haben also 11,3 Prozent der Schulkinder Hörprobleme, das sind drei von dreißig Schülern.


Arzneimittel: Wirkung an Kindern häufig nicht ausreichend untersucht (1095 Zeichen)
 

(pgk) Ärzte behandeln bis zu zwei Drittel aller Kinder mit Medikamenten, die dafür gar nicht zugelassen sind, so Professor Hannsjörg Seyberth aus Marburg. Es handele sich dabei auch um häufig verwendete Medikamente, wie Schmerzmittel, Asthmapräparate und Antibiotika.


Aufgrund ihrer Therapiefreiheit dürfen Ärzte auch nicht zugelassene Medikamente einsetzen. Das müssten sie im Fall von Kindern viel zu häufig tun, weil aussagekräftige Studien "Mangelware" seien, wie Professor Hannsjörg Seyberth in einem Gespräch mit der Apothekenzeitschrift "Gesundheit" erläuterte. Lägen keine gesicherten Daten vor, seien sie immer wieder zu "experimentellen Heilversuchen" gezwungen. Asthmamittel zum Beispiel würden deshalb bei kleinen Kindern häufig zu niedrig, das Schmerzmittel Paracetamol viel zu hoch dosiert.

Professor Seyberth wirft der Pharmaindustrie vor, Studien mit Kindern seien ihr zu teuer. Sie warte einfach ab, bis Ärzte auf eigenes Risiko Erfahrungen gesammelt hätten, um auf dieser Basis dann die Zulassung für Kinder zu beantragen.


Mit Kindern in die Berge (2143 Zeichen)
 

Wie schwer darf der Rucksack sein?


(pgk) "Na komm, Lea, halt jetzt durch. Wir gehen noch eine halbe Stunde bis zum Felsen da oben und dann machen wir richtig lange Pause!" Mit solchen und ähnlichen Worten wurden schon Generationen von Kindern dazu angehalten, auf einer Bergwanderung nicht so früh "schlapp zu machen". Diese Einstellung ist jedoch völlig falsch. "Kinder brauchen während einer Wanderung unbedingt viele Pausen zum Spielen. Sie ermüden schnell, erholen sich aber auch beim Herumtollen wieder in kürzester Zeit", erläuterte Dr. Franz Berghold, Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin, gegenüber dem Deutschen Grünen Kreuz. Viele kleine Pausen unterwegs sind für Kinder also viel besser als ein oder zwei ganz lange. Deshalb ist es wichtig, eine Bergwanderung mit Kindern flexibel zu gestalten und ihnen immer wieder Zeit zu lassen, die Gegend zu erkunden. Wenn Mama und Papa von vorneherein eher auf einen erlebnisreichen Spaziergang als auf einen zügigen Marsch eingestellt sind, dann wird der Ausflug auch für alle Beteiligten ein schönes Erlebnis.

Tipps für eine gelungene Bergwanderung:

- Bergauf sollten Kinder vorgehen und das Tempo angeben.
- Bergab geht besser ein Erwachsener vorweg und verhindert so, dass bei Kindern beliebte "Rennen ins Tal", das oft zu Unfällen führt und Wirbelsäule sowie
Beingelenke stark belastet.
- Kindern sollte unterwegs viel Flüssigkeit angeboten werden, auch wenn sie nicht über Durst klagen.
- Teleskopstöcke und Sport- oder Freizeitschuhe sind für Kinder auf Wanderungen ungeeignet, sinnvoll sind vielmehr wasserdichte Kinderbergschuhe mit rutschfester
Profilsohle.
- Kinder sind besonders kälteempfindlich, vor allem am Kopf, den Händen und den Füßen. An ausreichend warme Kleidung denken!
- Die Kinderhaut sollte vor Sonne und Wind mit hochwirksamen Cremes geschützt werden.
- Empfehlungen, wie schwer ein Rucksack sein darf:
3. bis 5. Lebensjahr: maximal 1 kg
6. bis 8. Lebensjahr: maximal 3 kg
9. bis 12. Lebensjahr: maximal 5 kg
13. bis16. Lebensjahr: maximal 7 kg

Für gesunde Säuglinge und Kleinkindern ist das Seilbahnfahren im Hochgebirge kein Problem.

 

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