DGK e.V. -Pressedienst das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 34, Ausgabe 10 - 2000 Themen: Toxoplasmose, Asthma, Rheuma, plötzlicher Kindstod, Stillen
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Deutsches Grünes Kreuz, Toxoplasmose, Asthma, Rheuma, plötzlicher Kindstod, Stillen
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das gesunde Kind
pgk, Jg. 34, 10-2000

Wie schützen sich Schwangere am besten vor Toxoplasmose? (1930 Zeichen)
 

(pgk) Erkrankt eine Schwangere an Toxoplasmose, kann dies zu Schädigungen des Kindes führen. Die Hauptquelle des Toxoplasmoseerregers ist nicht ausreichend gegartes Fleisch. Katzen spielen als Überträger kaum eine Rolle.


Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die in der Regel unbemerkt verläuft. Bei einer Erstinfektion während der Schwangerschaft kann es jedoch zu Schädigungen des Kindes von einer leichten Entwicklungsverzögerung bis hin zur Totgeburt kommen. Wie können sich Schwangere vor dieser Infektion am besten schützen? Um dies zu ergründen, befragten europäische Wissenschaftler etwa 1.000 schwangere Frauen nach ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.

Dabei stellte sich heraus: Der bedeutendste Risikofaktor (30 bis 63 Prozent der Infektionen) ist Fleisch, das nicht genügend erhitzt oder durch andere Methoden wie Räuchern, Trocknen oder Pökeln konserviert wurde. Fleisch von Tieren aus Stallhaltung oder tiefgekühltes Fleisch reduzieren die Infektionsgefahr. Die Übertragung durch Katzen spielt dagegen kaum eine Rolle, denn diese scheiden die Erreger bei einer Infektion maximal zwei Wochen lang aus. Dadurch gelangen die Erreger allerdings ins Erdreich und werden durch das Oberflächenwasser verteilt. Weitere Risikofaktoren sind daher der Kontakt mit Erde sowie der Verzehr von Salami oder nicht pasteurisierter Milch oder Milchprodukten. Auch Reisen außerhalb Europas, Nord-Amerikas oder Kanadas erhöhen die Infektionsgefahr leicht.

Eine breitere Aufklärung über die Infektionsrisiken sowie eine verbesserte Kennzeichnung des Fleisches bezüglich der Herstellungs- und Verarbeitungsmethoden tut nach Ansicht der Wissenschaftler Not.

Schwangere, die bisher nicht mit Toxoplasmose infiziert sind, sollten Fleisch immer durchgaren und sich nach Kontakt mit Erde gut die Hände waschen. Katzentoiletten sollten nicht von ihnen, sondern durch eine andere Person täglich heiß gereinigt werden.


Nächtliches Asthma beeinflusst Schulleistungen (1338 Zeichen)
 

(pgk) Wenn Kinder nachts unter Asthma leiden, sinken die schulischen Leistungen, wie eine amerikanische Studie zeigt. Auch die Eltern haben höhere Fehlzeiten.


Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Bis zu 80 Prozent der Asthmakranken entwickeln vor dem fünften Lebensjahr Symptome, mehr als 20 Prozent bereits im ersten Lebensjahr.

Schulkinder, die durch asthmatischen Husten oder Atemnot nachts ein bis drei Mal aufwachen, fehlen häufiger in der Schule als gesunde Kinder, wie Wissenschaftler der Universität Baltimore (USA) herausfanden. Die erhöhten Fehlzeiten führen zu schlechteren schulischen Leistungen. Gleichzeitig erhöhen sich durch den gestiegenen Betreuungsbedarf auch die Arbeitsfehlzeiten bei den Eltern. Treten Husten, Pfeifen oder Atemnot während der Nacht auf, weist dies auf eine schlechte Asthma-Kontrolle hin und beeinflusst zusätzlich die schulischen Leistungen negativ.

Bei der Auswahl der geeigneten Therapie sollte deshalb nach Ansicht von Gregory Diette (Universität Baltimore) auch das Auftreten nächtlicher Symptome abgefragt werden, um die Behandlung individuell anzupassen. Ist die Therapie maßgeschneidert, hat das kindliche Asthma eine gute Chance auf Heilung. Je nach Untersuchung zeigte sich, dass das kindliche Asthma in 29 bis 57 Prozent der Fälle verschwinden kann.


Rheuma bei Kindern: meistens heilbar (756 Zeichen)
 

Moderne Therapien verhindern lebenslanges Leiden


(pgk) Wird bei einem Kind chronisches Rheuma festgestellt, ist der Schrecken bei den Eltern meistens riesengroß: Immer noch glauben die meisten, ihr Nachwuchs müsste rheumakrank durchs Leben gehen. Das trifft jedoch heute bei rund 70 Prozent dieser Kinder nicht mehr zu, schreibt die Apothekenzeitschrift "Gesundheit". Dank moderner Medikamente und verbesserter Therapien können heute die meisten Kinder geheilt werden. Je früher chronisches Gelenkrheuma erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Bei der Hälfte der kleinen Patienten kommt das schwere Leiden innerhalb von fünf bis zehn Jahren zum Stillstand. Diese Kinder leben ohne Medikamente beschwerdefrei. Einem weiteren Viertel bleiben zumindest größere Schäden erspart.


Nuckel kann vor plötzlichem Kindstod schützen (1517 Zeichen)
 

(pgk) Wenn ein Baby trotz scheinbarer Gesundheit plötzlich stirbt, stürzt dies die Eltern in tiefe Verzweiflung. Doch nicht nur ihnen erscheint der Verlust des Kindes unverständlich. Auch die Mediziner stehen beim "plötzlichen Kindstod" noch vor vielen Rätseln. Regelmäßiges Nuckeln scheint jedoch das Risiko für diese häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr um die Hälfte zu senken.


Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Allianz zur Erforschung des plötzlichen Kindstodes nach Auswertung von vier Studien zu diesem Thema. Warum der Schnuller die Säuglinge schützt, konnte nach Auskunft des Robert Koch Institutes in Berlin noch nicht geklärt werden. Die Berliner Wissenschaftler vermuten, dass sich ein Kind mit Nuckel im Mund nicht auf das Gesicht legt oder mit dem Kopf unter die Bettdecke gerät. Möglicherweise führt auch die Muskeltätigkeit beim Nuckeln dazu, dass das Kind schneller aus dem Tiefschlaf erwacht. Dies ist wichtig, da anderen Untersuchungen zufolge Säuglinge in Bauchlage möglicherweise "zu gut" schlafen und nicht rechtzeitig aufwachen, wenn sie unter Sauerstoffmangel leiden.

Aufgrund des derzeitigen Wissenstandes empfiehlt die Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, dass gesunde Säuglinge im ersten Lebensjahr möglichst nicht in Bauchlage schlafen sollten. Kopfkissen und flauschige Unterlagen sind zu vermeiden. Auch andere Risikofaktoren, wie Rauchen der Mutter, Überwärmung des Schlafraumes und Abstillen vor der sechsten Lebenswoche, sollten ausgeschaltet werden.


Stillen und Abnehmen? (1439 Zeichen)
 

(pgk) Eine leichte Reduktionsdiät während der Stillzeit hat keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes.


Dass eine Schwangere nicht für zwei Personen essen muss, hat sich inzwischen herumgesprochen. Trotzdem haben nicht wenige Frauen nach der Geburt ihres Kindes zu viele Pfunde auf der Waage. Viele stillende Mütter befürchten allerdings, mit einer Diät die Entwicklung ihres Kindes zu beeinträchtigen.

Dass dies unbegründet ist, belegt jetzt eine Untersuchung der Universität Greensboro (North Carolina, USA) mit 40 stillenden, leicht übergewichtigen Frauen. 21 von ihnen reduzierten ihre Kalorienzufuhr um 500 Kilokalorien pro Tag und begannen mit einem täglichen Sportprogramm (z. B. Aerobic oder Jogging), das sie von anfänglich 15 auf 45 Minuten steigerten. Während diese Gruppe nach zehn Wochen um durchschnittlich fünf Kilogramm leichter war, verlor die Kontrollgruppe, die ihre gewohnte Ernährung beibehielt und nur einmal pro Woche Sport trieb, im Durchschnitt weniger als ein Kilogramm Gewicht.

Parallel dazu entwickelten sich im selben Zeitraum die gestillten Babys der an der Untersuchung teilnehmenden Mütter völlig normal. Die Gewichtszunahme der Säuglinge war in beiden Gruppen ähnlich und betrug im Durchschnitt bei den Jungen 28 Gramm, bei den Mädchen 27 Gramm pro Tag.

Abzuraten ist stillenden Müttern - genauso wie jedem anderen Abnehmwilligen - allerdings von einseitigen Diäten und Radikalkuren.


Fliegengewichte holen auf! (1371 Zeichen)
 

(pgk) Säuglinge, die bei ihrer Geburt weniger als 1.500 Gramm wiegen, holen gegenüber ihren bei der Geburt normalgewichtigen Altersgenossen auf. Eine Langzeitstudie des Royal Women`s Hospital in Melbourne (Australien) zeigte, dass die Entwicklung während der Pubertät bei beiden Gruppen ähnlich verläuft. Allerdings sind Kinder mit sehr niedrigem Geburtsgewicht mit 14 Jahren immer noch kleiner als der Durchschnitt.


Die Wissenschaftler untersuchten drei Gruppen: Die "Super-Fliegengewichte" bis 1.000 Gramm, die "Fliegengewichte" bis 1.500 Gramm und Kinder mit normalem Geburtsgewicht von 2.500 Gramm und mehr. Sie bestimmten zum Zeitpunkt der Geburt sowie mit zwei, fünf, acht und 14 Jahren Körpergröße, Gewicht und Kopfumfang der Kinder. In den ersten Lebensjahren waren die Kinder mit dem niedrigsten Geburtsgewicht noch deutlich zierlicher. Doch sie holten immer weiter auf, so dass sie mit 14 Jahren auf dem gleichen Niveau waren wie die Kinder mit einem Geburtsgewicht von 1.000 bis 1. 500 Gramm.

Beide Fliegengewichts-Gruppen näherten sich mit zunehmendem Alter immer mehr den normalgewichtigen Altersgenossen an, lagen aber mit 14 Jahren in Größe, Gewicht und Kopfumfang noch signifikant unter deren Maßen. Ob sich die Aufholtendenz bis zum vollständigen Auswachsen fortsetzt, kann erst geklärt werden, wenn die Kinder aus der Untersuchung erwachsen sind.

 

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