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Publikationen

Waterhouse-Friderichsen-Syndrom – eine Fallbeschreibung

(Marburg, 20.01.2010) Invasive Meningokokken-Infektionen manifestieren sich als Meningitis, Sepsis oder als Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Bei dieser fulminanten Sepsis, die aus völligem Wohlbefinden heraus entsteht, kommt es infolge der massenhaft freigesetzten Endotoxine und nachfolgender intravasaler Gerinnungsstörungen zu Einblutungen in Haut, Schleimhäute und innere Organe.
In Deutschland herrschen Erkrankungen mit Meningokokken der Gruppen B und C vor, Typ C führt besonders häufig zu schweren Verläufen mit Sepsis. Seit 2006 ist die Impfung gegen Meningokokken für Kinder ab dem ersten Geburtstag empfohlen – mit einem gegen die Serogruppe C gerichteten Konjugatimpfstoff.

Anhand eines Fallberichts legen wir in diesem Beitrag den typischen Verlauf eines Waterhouse-Friderichsen-Syndroms, ausgelöst durch eine Meningokokken-C-Infektion, bei einem neun Monate alten Säugling dar.

Am ersten Tag wurde das Kind mit Fieber, ansonsten aber in stabilem Allgemeinzustand und klinisch unauffällig, in einer Notfallambulanz vorgestellt. Am nächsten Tag wurde der Säugling mit persistierendem Fieber im septischen Schock und generalisierten Ekchymosen an Extremitäten, Rumpf und im Gesicht erneut eingeliefert. Das Kind war wach, reagibel und zeigte keine meningitischen Zeichen, die Körpertemperatur war 39,3 °C. Initial fand sich eine normale Leukozytenzahl.

Verlauf
Die kausale Therapie erfolgte mit 75 mg Ceftriaxon/kg KG/die, supportiv wurde Dexamethason verabreicht. Später erfolgte eine Umstellung auf 150 mg/kg/die Cefotaxim. Das Kind wurde intubiert und erhielt eine ausgedehnte Flüssigkeitszufuhr (Plasma, Kristalloide Infusionen), über drei Tage bestand auch Bedarf für eine Katecholamingabe (Dobutamin, Noradrenalin). Es erfolgte zudem einen Analgosedierung, zunächst mittels Ketanest- und Dormicumdauerinfusion, später erfolgte ein Umsetzen auf Fentanyl und Dormicum, bei Unruhe kam auch Clonidin zum Einsatz.
Das Kind bildete ein ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) aus, mehrfach traten respiratorische Krisen auf, ebenso pulmonale Hämorrhagien. In den ersten Krankheitstagen bestand eine Hyperpyrexie bis 41 °C.
Unter der Purpura fulminans entwickelte das Kind ausgedehnte Schwarzfärbungen aller Extremitäten, 50 Prozent der Körperoberfläche waren betroffen. An den Extremitäten demarkierten die Endglieder im weiteren Verlauf nekrotisch.

Kommentar:
Bisher war das Kind gesund und unauffällig in der Entwicklung gewesen. Aus voller Gesundheit heraus entwickelte sich ein schwerstverlaufendes Waterhouse-Friderichsen-Syndrom mit Nekrosen der Extremitäten, die zur Amputation führten. Derzeit ist der Zustand weitestgehend stabil, das Kind ist nicht mehr beatmungspflichtig. Die weitere geistige und körperliche Entwicklung bleibt abzuwarten.
Meningokokken der Gruppen B und C sind in Deutschland für etwa 95 Prozent der Erkrankungen ursächlich. Der Anteil des impfpräventablen Typs C lag bei den gemäß Infektionsschutzgesetz an das Robert Koch-Institut gemeldeten Fällen von 2001 bis 2008 zwischen 20 und 30 Prozent. Die Sterblichkeit von Meningokokken-C-Erkrankungen jeglicher Verlaufsform liegt durchschnittlich bei 12 Prozent (2001 bis 2008) und damit etwas höher als bei Serogruppe B. Bei septischen Verläufen liegt die Letalität bei 50 Prozent und mehr. Der Anteil der unter einjährigen Kinder an den Meningokokken-C-Erkrankungen schwankt zwischen 4,5 und 11,5 Prozent (2001 bis 2008).

Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken mittels einmaliger Gabe eines Meningokokken-C-Konjugatimpfstoffes für alle Kinder ab zwölf Lebensmonaten. Bei älteren Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren soll die Impfung nachgeholt werden, dies ist ebenfalls eine Kassenleistung. Lediglich im Freistaat Sachsen gilt die Impfempfehlung für die Meningokokken-C-Impfung bereits für Säuglinge ab dem vollendeten zweiten 2. Lebensmonat.
Grundsätzlich können Säuglinge ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat einen Meningokokken-C-Konjugatimpfstoff erhalten. Das Impfschema lautet in diesem Fall „2 plus 1“, das heißt nach der ersten Gabe muss ein Mindestabstand von zwei Monaten zur zweiten Dosis eingehalten werden, eine dritte Gabe erfolgt dann im zweiten Lebensjahr. Wäre das Kind nach diesem Schema geimpft worden, wäre die Erkrankung vermeidbar gewesen. Die Impfung im ersten Lebensjahr kann auf Wunsch der Eltern erfolgen bzw. die Kinderärztin/der Kinderarzt kann auf diese zusätzliche Schutzmöglichkeit hinweisen (STIKO-Empfehlungen 2009, Epidem. Bulletin Nr. 30/2009, Kasten S. 284).

Die Kasuistik können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen.

Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK) beim Deutschen Grünen Kreuz
Dr. Ute Arndt
Dagmar Arnold
Dr. med. Sigrid Ley-Köllstadt

Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.: 06421 293-120
Fax: 06421 293-720
E-Mail: agmk@kilian.de

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Die lebensgefährliche bakterielle Meningitis ist vermeidbar
Ein Beitrag in der Zeitschrift "Kinderärztlich Praxis" von Prof. Sieghart Dittmann, Berlin, Arbeitsgemeinschaft Meningokokken

Artikel aus dem Heft Nr. 6, November 2009 zum Download.
Mit Erlaubnis des Autors und der Redaktion der Kinderärztlichen Praxis.

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Start der Schul-Aktion: „Aus heiterem Himmel“
Aufklärungsmaterialien für Jugendliche zur Meningokokken-C-Impfung

Die Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK) und das Deutsche Grüne Kreuz bitten um Mithilfe.
Als Arzt und Ärztin des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sind Meningokokken-Erkrankungen, vor allem lokale Ausbrüche, für Sie sicher auch immer eine besondere Herausforderung. Die Erkrankungs-Fälle sorgen immer wieder für große Verunsicherung in der Bevölkerung und Anfragen von besorgten Eltern, Lehrer, Erzieher und Jugendlichen erreichen Sie als Zuständige im Gesundheitsamt dann sicher besonders häufig.

Warum eine solche Aktion?
Obwohl die STIKO seit Sommer 2006 die Meningokokken-C-Impfung für alle Kinder ab dem 2. Lebensjahr empfiehlt und die Krankenkassen auch die Nachholimpfung bis zum 18. Geburtstag bezahlen (Ausnahme: In Sachsen-Anhalt und Thüringen werden die Kosten bislang nur im 2. Lebensjahr übernommen), sind die Durchimpfungsraten immer noch unbefriedigend: Sie liegen bei den 2-Jährigen bei 50 bis 60 Prozent, den Vorschulkindern bei 33 Prozent, und von den Schulkindern und Jugendlichen werden nur 10 bis 15 Prozent geimpft.

Werden Sie Multiplikator
Wie erreicht man nun die besonders gefährdete Gruppe der Jugendlichen? Wer „spricht“ Teenager an? Wo und wann treffen junge Leute auf Ärztinnen und Ärzte, wenn sie nicht gerade erkrankt sind? Bei Aktionen/Terminen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in der Schule ist diese Möglichkeit gegeben!
Unsere Bitte an Sie: Könnten Sie dieses Material in den Schulen verteilen und ggf. für Fragen von Jugendlichen und Lehrern zur Verfügung stehen?
Die Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK) hat Info-Material für Jugendliche entwickelt. Die Aktion läuft unter dem Titel „Aus heiterem Himmel“.

Zu den Materialien des Info-Paketes gehören:
- Plakate (in zwei Formaten – DIN A2 und DIN A3)
- Broschüren (für Jugendliche)
- Mappe mit CD-Rom* „Hintergrundmaterial“ für den ÖGD
- Impfstatusblock
- Ärztemerkblatt „Meningokokken“

Einige Dokumente bieten wir an dieser Stelle zum Download an:

Broschüre "Aus heiterem Himmel"
Vortrag: Impfungen für Teenager
Vortrag: Was tun wenn?
Ärztemerkblatt „Meningokokken“

* Auf der CD-Rom finden Sie alle Aktionsmaterialien, PDF-Dokumente des RKI, der AGMK, das Ärztemerkblatt „Meningokokken“ des Deutschen Grünen Kreuzes, die Materialien der Aktion „Nachholimpfung“ und vieler mehr.

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Wichtige Information: Der Aktionszeitraum ist beendet.

Sie können ab dem 1. Januar 2009 auch weiterhin Broschüren (und Plakate) „Aus heiterem Himmel“ bestellen.
Das Material ist kostenlos. Für den Versand berechnen wir je nach Stückzahl:

Bis 20 Stk.: € 3,00
21 bis 50 Stk.: € 4,50
51 bis 100 Stk.: € 5,00

Für Nachfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.Telefonisch: 06421 293-136 oder 06421 293-179 oder per Mail an agmk@kilian.de


Neue Ausgabe des Ärzte-Newsletters ”Meningococcus” erschienen

Themen der aktuellen Ausgabe
Impflücken frühzeitig schließen
Autor: AGMK-Redaktion:
Polysaccharid-Konjugat-Impfstoff gegen Meningokokken
Autoren: Prof. Dr. Ulrich Vogel, Dr. Johannes Elias, Prof. Dr. Matthias Frosch
Mai 2007
Zum Download: Ärzte-Newsletter

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Meningokokken-Sepsis
Meningokokken-C-Sepsis - nicht immer ist der Krankheitsverlauf so günstig
Fallbericht
Autorin: Astrid Waskowiak
erschienen in "ImpfDialog", 2/ 2005, S.94-96.

Zum Download: Meningokokken-C-Sepsis

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Zur Situation bei ausgewählten Infektionskrankheiten in Deutschland
Invasive Meningokokken-Erkrankungen im Jahr 2004
Epidemiologisches Bulletin, 26. August 2005 / Nr. 34

Zum Download: Jahresbericht 2004

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Public Health Management bei invasiven Meningokokken-Erkrankungen
Autorinnen: Ute Arndt, Ingrid Ehrhard
erschienen in "Das Gesundheitswesen", 2004, 66: S. 790-795.

Zum Download: Public Health Management

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Meningokokken Erkrankungen

Viele schwere und tödliche Verläufe sind vermeidbar
Autor: Sieghart Dittmann
erschienen in "Deutsche Medizinische Wochenschrift", 129, S. 2666-2671.

Zum Download: Artikel_Meningokokken Erkrankungen

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Kasuistik
Meningokokkeninfektionen - klinische Verlaufsformen
Autor: Rainer Noack, Berlin
erschienen in "pädiatrie hautnah", Heft 4, 2004, S. 208 - 210.

Zum Download: Meningokokkeninfektionen - klinische Verlaufsformen

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Ärzte-Newsletter Meningococcus

Meningokokken in Epidemiologie - Klinik- Therapie - Prophylaxe

Aktuelle Ausgabe: Ausgabe 1, Mai 2007
Themen der aktuellen Ausgabe
Impflücken frühzeitig schließen
Autor: AGMK-Redaktion:
Polysaccharid-Konjugat-Impfstoff gegen Meningokokken
Autoren: Prof. Dr. Ulrich Vogel, Dr. Johannes Elias, Prof. Dr. Matthias Frosch
Zum Download: Newsletter_Meningococcus

Meningococcus, Ausgabe 1, Januar 2006
2+1: neues Schema für Meningokokken-C-Konjugatimpfstoffe
Autor: Prof. Dr. med. Sieghard Dittmann, Vorsitzender der AGMK, Berlin
ET-15 Meningokokken aus Sicht des Mikrobiologen
Autoren: Prof. Dr. med. Ulrich Vogel und Dr. Johannes Elias, Nationales Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM), Würzburg
Zum Download: Newsletter_Meningococcus

Meningococcus, Ausgabe 2, September 2004:
Beispielhafte Impfaktion im Allgäu – ein Rückblick
Autorinnen: Dr. Irmgard Harms, Gesundheitsamt Sonthofen und Dr. Ute Arndt, Deutsches Grünes Kreuz e. V., Marburg
Zum Download: Newsletter_Meningococcus

Meningococcus, Ausgabe 1, April 2004
Meningokokkeninfektionen – klinische Verlaufsformen
Autor: Dr. med. Rainer Noack, Oberarzt am Helios Klinikum Berlin Buch, Institut für Infektiologie und klinische Mikrobiologie und wissenschaftlicher Beirat der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken
Zum Download: Newsletter_Meningococcus

Meningococcus, Ausgabe 2, November 2003
Konsensuspapier (Auszüge) des Symposiums “Meningokokken in Deutschland – eine Standortbestimmung”
Interview mit Prof. Ulrich Vogel, Nationales Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg
Autoren: Vorwort von Dr. Jan Leidel, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Köln und Dr. Ute Arndt, Deutsches Grünes Kreuz e. V., Marburg
Zum Download: Newsletter_Meningococcus

Meningococcus, Ausgabe 1, September 2003
Interview mit Prof. Horst Schroten, Wissenschaftlicher Beirat der AGMK, Universitätskinderklinik Düsseldorf
Vorreiter: Impfempfehlungen in Sachsen
Laien und Fachleute sachlich und schnell informieren
Autorin: Dr. Ute Arndt, Deutsches Grünes Kreuz e. V., Marburg
Zum Download: Newsletter_Meningococcus

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