DGK e.V. -Kongressberichte
Gesundheitsinformationen zu:
Kongressberichte, NRZM-Workshop, Konsensuspapier, Nationalen Referenzzentrum für Meningokokken, Mediziner, Meningokokken-Erkrankungen, Neisseria meningitidis
skip_nav

Suche

 

Hauptnavigation


Auszeichnungen / Qualitätssiegel





bookmark in your browserbookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com


Service-Content


Textanfang / Content

Sie sind hier: AGMK / Fachleute / Kongressberichte
Kongressberichte

NRZM-Workshop am 18. Juni 2004

(Marburg, 15.07.04) Am 18. Juni 2004 veranstaltete das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) in Würzburg einen eintägigen Workshop zum Thema “Epidemiologie, Prävention und Therapie invasiver Meningokokken-Erkrankungen”.

Die Vorträge von Matthias Frosch, Ulrich Vogel, Annette Schrauder, Sieghart Dittmann und Heike Claus stehen nun auf der Internet-Seite des Referenzzentrums zum Download bereit.


Nachbericht zum AGMK-Workshop am 6. Mai 2004
“Public Health Management bei invasiven Meningokokken-Erkrankungen”

(Marburg, 18.05.04) Großes Interesse beim Meningokokken-Workshop der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken. Über 70 Ärzte und Ärztinnen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes nahmen teil.

Am Donnerstagmorgen des 6. Mai fanden sich zahlreiche interessierte Mediziner im Kino 1 des Cineplex ein, um den vier Referenten des Meningokokken-Workshops Gehör zu schenken. Noch vor der offiziellen Eröffnung des 54. Wissenschaftlichen Kongresses der Bundesverbände der Ärzte und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Marburg, standen die Themen “Wie sieht die aktuelle Meningokokken-Situation in Deutschland aus”, “Welche Strategien haben unsere Nachbarländer entwickelt, um auf Ausbruchssituationen zu reagieren”, “Welche konkreten Maßnahmen sind für den Öffentlichen Gesundheitsdienst verpflichtend, welche sind angeraten, welche Perspektiven lassen sich entwickeln?” auf der Tagesordnung.

Prof. Ulrich Vogel vom Nationalen Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) aus Würzburg stellte in seinem Vortrag die aktuelle epidemiologische Situation vor: Für 2003 wird die Inzidenz der Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland mit 0,85/100.000 angegeben. Das NRZM konnte bei 566 Patienten Neisseria meningitidis nachweisen. Insgesamt wurden 671 Proben von Patienten mit invasiven Infektionen untersucht. Kultur-unabhängige Analysen mit molekularen Methoden erfolgten in 110 Fällen. Der Anteil der impfpräventablen Serogruppe C lag bis zum Jahr 2002 bei etwa 20 Prozent. Sie stieg in den Folgejahren auf über 30 Prozent.

AMGK - Von links: Dr. Aura Timen, Prof. Ulrich Vogel und Dr. Ingrid Ehrhard
Von links: Dr. Aura Timen, Prof. Ulrich Vogel und Dr. Ingrid Ehrhard

Dr. Aura Timen, die am LCI (Landelijke Coördinatiestructuur vor de
Infectieziektebestrijding), dem National co-ordination centre for communicable diseases in Utrecht arbeitet, präsentierte das holländische Public Health-Management in Reaktion auf einen massiven Anstieg der Meningokokken C-Inzidenz bis zum Jahr 2001. Vor 2000 betrug der Anteil der Serogruppe C 10 bis 15 Prozent, bis zum Jahresende 2001 stieg dieser auf 38 Prozent und innerhalb der ersten drei Monate des Jahres 2002 sogar auf 45 Prozent der Fälle. Das Gesundheitsministerium (Ministry of Healthm MOH) entschied im März 2002, dass eine Nationale Impfkampagne mit dem neu eingeführten konjugierten MenC-Impfstoff für alle Kinder und Jugendlichen von 1 (ab einem Alter von 14 Monaten) bis 18 Jahren durchgeführt werden sollte. 3,5 Millionen Kinder und Jugendliche wurden von Juni bis Dezember 2002 geimpft, das entspricht einer 94-prozentigen Durchimpfungsrate. Die Inzidenz der Infektionen durch den Serotyp C ging bezogen auf die Gesamtbevölkerung um 89 Prozent zurück.

Dr. Philipp Zucs vom schweizerischen Bundesamt für Gesundheit (BAG) berichtete über den derzeitigen Rückgang der Meningokokken-Erkrankungsrate und des Meningokokken C-Anteils in der Schweiz. Im Jahr 2000 bewog eine auf 2,5/100.000 angestiegene Inzidenz einige lokalen Behörden, in einzelnen Gebieten gegen Meningokokken C zu impfen. Da die Inzidenz im Frühjahr 2001 deutlich zurückging, fand die Impfstrategie keinen Niederschlag in einer Nationalen Impfkampagne. Allerdings wurden Empfehlungen für einzelne Gruppen ausgesprochen wie beispielsweise für Rekruten, Personen mit Immunstörungen, Laborpersonal etc.

Über das Thema Prävention invasiver Meningokokken-Erkrankungen referierte Dr. Ingrid Ehrhard von der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen. Dabei ging es zunächst um die Frage, wie durch Prophylaxemaßnahmen sekundäre Meningokokken-Infektionen verhindert werden können. Einem relativen Risiko innerhalb der ersten Woche nach Auftreten des Indexfalls zu erkranken unterliegen Haushaltsmitglieder des Patienten. Zudem ist eine Chemoprophylaxe für alle Personen angezeigt, die mit den oropharyngealen Sekreten des Erkrankten in Berührung gekommen sind sowie für Kontaktpersonen in Gemeinschaftseinrichtungen und Kontaktpersonen in Kindereinrichtungen mit Kindern unter sechs Jahren. Bei Ausbrüchen oder regionalen Häufungen kann auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden eine Meningokokken-Imfpung indiziert sein. Dabei kommen sowohl Polysaccharidimpfstoffe als auch Konjugatimpfstoffe in Frage. Letztere können auch bei Kindern unter zwei Jahren eingesetzt werden. Weitere Indikationen sind den STIKO-Empfehlungen vom Juli 2003 zu entnehmen.

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) hatte zum JUuli 2003 aufgrund der in Sachsen vorliegenden hohen Inzidenz eine Meningokokken-C-Impfung (mit Konjugatimpfstoff) als Standardimpfung für Kinder ab dem 3. Lebensmonat bis zum 18. Lebensjahr in die Empfehlungen aufgenommen. Die Chemoprophylaxe ist immer der erste Präventions-Schritt, die Impfung wird in Sachsen jedoch auch für die engen Kontaktpersonen des an Serotyp C erkrankten Patienten empfohlen. Sachsen orientiert sich hierbei an einer Vielzahl europäischer Länder, in denen die Impfung von Kontaktpersonen bereits empfohlen wird.

Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen für die MenC-Impfung in Sachsen gibt es noch nicht.

Auf Nachfrage eines Workshop-Teilnehmers in Bezug auf weiterführende Literatur wies Prof. Vogel auf eine jüngst erschienen Publikation des Leiters des NRZM, Prof. Matthias Frosch, hin:

Prof. Dr. M. Frosch (Hrsg.), Akute bakterielle Meningitis, UNI-MED Science, 1. Auflage 2003, 120 Seiten, ISBN 3-89599-701-3, Euro 44,80


AGMK-Workshop-Materialien

Abstract von Prof. Vogel
Vortrag Prof. Vogel zum Download

Abstract von Dr. Timen
Vortrag von Dr. Timen zum Download

Abstract von Dr. Zucs
Vortrag von Dr. Zucs zum Download

Abstract von Dr. Ehrhard
Vortrag von Dr. Ehrhard zum Download


Meningokokken-Symposion am 28. Juni 2003
Meningokokken in Deutschland - eine Standortbestimmung
Am 28. Juni 2003 veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft Meningokokken in Frankfurt am Main ein eintägiges Symposium zum Thema "Meningokokken in Deutschland - eine Standortbestimmung".

25 Experten diskutierten aktuelle Fragen der Epidemiologie, Diagnostik, Symptomatik, Therapie und Prophylaxe von Meningokokken-Erkrankungen. Experten aus England, Holland, Frankreich, der Tschechischen Republik, der Schweiz und aus Deutschland referierten über die epidemiologische Lage in ihren Ländern und daraus resultierende Entscheidungen der nationalen Gesundheitsbehörden.

Das Ergebnis:

Konsensuspapier Meningokokken
Das Konsensuspapier ist Ergebnis des Symposiums und wurde in Absprache mit den Teilnehmern in die endgültige Form gebracht. Alle Unterzeichner sind namentlich erwähnt.
Zum Download: Konsensuspapier_Meningokokken.pdf

Das Programm:

Symposium "meningococcus - the forming of a position"
Zum Download: Programm_Symposium.pdf

Die einzelnen Vorträge:

Status and future of menC vaccination in France
Catherine Weil-Olivier, Louis Mourier Hospital, Colombes, France
Zum Download: Abstract_Weil_Olivier.pdf

Meningococcal C conjugate vaccination campaign: the Dutch experience
A. Timen, MD, J.E. van Steenbergen, MD, S. Neppelenbroek, M. de Vries, LCI - National coordination centre for communicable diseases, Utrecht, The Netherlands
Zum Download: Abstract_Timen.pdf

Die aktuellen Empfehlungen der Chemoprophylaxe (Deutschland und Europa, Nordamerika)
Dr. Günter Pfaff, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, Abt. Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, Stuttgart, Germany
Zum Download: Abstract_Pfaff.pdf

Meningococcal disease in Germany: report of the national reference laboratory
Ulrich Vogel, Heike Claus, Johannes Elias, Matthias Frosch, NRZM, Institute for Hygiene and Microbiology, University of Würzburg, Würzburg, Germany
Zum Download: Abstract_Vogel.pdf

Therapie von Meningokokken-Infektionen: Wo liegen die Grenzen der therapeutischen Möglichkeiten?
Rainer Noack, Helios-Klinikum Berlin-Buch, Institut für Infektiologie und klinische Mikrobiologie, Berlin, Germany
Zum Download: Abstract_Noack.pdf

Meningococcal infection, epidemiology and vaccination programme in England and Wales
Ray Borrow, Vaccine Evaluation Department, Manchester Medical Microbiology Partnership, Manchester, United Kingdom
Zum Download: Abstract_Borrow.pdf

Meningococcal disease in Switzerland: Epidemiology and current immunisation policy
Hélène Jaccard Ruedin, Epidemiology and Infectious Diseases, Swiss Federal Office of Public Health, Bern, Switzerland
Zum Download: Abstract_Jaccard_Ruedin.pdf

Epidemiological status of invasive meningococcal disease and current vaccination programme in the Czech Republic
Pavla Krizova, National Reference Laboratory for Meningococcal Infections, National Institute of Public Health, Prague, Czech Republic
Zum Download: Abstract_Krizova.pdf

 

Fusszeile / Impressum