DGK e.V. -Fachfragen und Antworten
Gesundheitsinformationen zu:
Fachfragen, Meningokokken-Impfung, Apotheker, Standardimpfung, Meningokokken C, Polysaccharidimpfstoffe, Konjugatimpfstoffe, Meningokokken Typ B , Vierfachimpfung, Reiseimpfung, STIKO, Epidemiologie
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Fachfragen

Frage:
In unserem hausärztlichen Qualitätszirkel wurde die Meningokokken-Impfung diskutiert und die verschiedenen Impfstoffe besprochen. Es gab allerdings verschiedene Aussagen auch mehrerer Apotheker, welcher Impfstoff zu verwenden ist. Vor allem gab es verschiedene Meinungen über den Impfstoff für Jugendliche. Wie lange hält die Impfung an und ist sie für Jugendliche zu empfehlen?

Antwort:
Es ist eindeutig von der Ständigen Impfkommission empfohlen, für die Standardimpfung gegen Meningokokken C bei Kindern und Jugendlichen einen MenC-Konjugatimpfstoff anzuwenden. Das hat folgende Hintergründe:

Die herkömmlichen Polysaccharidimpfstoffe (gegen Meningokokken A + C bzw. A+C+W135+Y) sind zwar billiger, nützen aber einem Kind von unter 2 Jahren relativ wenig, weil die Immunantwort gegen reine Polysacharide nicht vorhanden bis sehr begrenzt ist (das gilt für alle bekapselten Bakterien Hib, Pneumokokken, Meningokokken). Die Immunantwort ist erst ab zwei Jahre belastbar, hält dann aber nur 2-3 Jahre an (erneute Impfung ist keine Auffrischung sondern eine Wiederimpfung!). Das ist wenig sinnvoll, denn die Gefährdung durch Meningokokken hat zwar in den ersten Lebensjahren den höchsten Gipfel, hält aber weiter an und zeigt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen zweiten Peak.
Deswegen sind Konjugatimpfstoffe das Mittel der Wahl, denn durch die Eiweißkomponente (Poly- bzw. Oligosaccharid konjugiert an stark immunogenes Protein) werden auch T-Helfer-Lymphozyten aktiviert. Daraus resultiert eine Wirksamkeit schon bei Säuglingen (ab 2 Monate sind die Impfstoffe zugelassen), die Impfantwort wird boosterfähig (immunologisches Gedächtnis!) und vor allem sehr langanhaltend (möglicherweise lebenslang). Zudem wird nur durch Konjugatimpfstoffe eine Schleimhautimmunität (IgA) erreicht. Dadurch wird der Trägerstatus verhindert, d.h. die Bakterien können sich nicht mehr im Nasenrachenraum ansiedeln;damit wird die Infektionskette unterbrochen und es baut sich eine Herdenimmunität auf (in englischen Studien eindrucksvoll beschrieben).

Auch die Epidemiologie spielt eine Rolle: Hierzulande zirkulieren v.a. Meningokokken Typ B (nicht impfpräventabel) und C Typ C spielt in vielen benachbarten Ländern eine z.T. noch größere Rolle, weshalb man z.B. in England, Irland den Niederlanden oder Spanien schon seit Jahren mit den MenC-Konjugatimpfstoffen sehr erfolgreiche Impfprogramme fährt. Die Serogruppen A, W135 und Y sind hierzulande eine Rarität; deshalb ist z.B. die Vierfachimpfung ist als Reiseimpfung sinnvoll oder sollte bei den Indikationen gemäß STIKO als Ergänzung zum Menc-Konjugatimpfstoff eingesetzt werden. Wie gesagt hält der Impfschutz bei den Polysaccharidimpfstoffen auch nur 2-3 Jahre an.

Zur Ergänzung siehe auch die Begründung der STIKO zur Impfempfehlung im Epidemiologischen Bulletin (31/2006).

 

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