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Infos für Fachleute, Meningokokken-Forscher, Robert-Koch-Stiftung, Meningokokken-Infektion, Meningokokken-Erkrankungen, Einverständniserklärung, Nationale Referenzzentrum für Meningokokken, Nachholimpfung, Plakat, Flyer, Meningokokken-C-Impfstatus, Bakterielle Hirnhautentzündung, Paul-Ehrlich-Institut, Chargenzulassung, Impfreaktion, Ärztemerkblatt Meningokokken, Epidemiologisches Bulletin, Rifampicin-Prophylaxe,
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Infos für Fachleute

Task-Force-Paket Update 2014/2015

(Marburg, 12.1.2015) Die Inhalte des Task-Force-Paketes wurden Ende 2014 von Kinderarzt Dr. Jochen Wulff, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, und unter Mitarbeit des DGK aktualsiert. Die Daten stehen hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Empfehlungen und Handreichungen zu Meningokokkenerkrankungen
nach Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK), aktualisiert 12/ 2014

1) Muster für Presseinfo
2) lnfo für niedergelassene Ärzte, für den Kinder-, Jugend- und Schulgesundheitsdienst
3) Info für Eltern und Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Schulen)
4) Ergänzende Infos des NRZ Würzburg für Eltern
5) Fallbericht: Erfahrungsbericht mit Maßnahmenabfoge
6) Management von Einzelfällen (NRZ)
7) Maßnahmen des Gesundheitsamtes bei gehäuftem Auftreten
8) Verbindungsadressen /-kontakte: Vorlage für regionale Bedürfnisse anzupassen
9) Einsendebegleitschein Nationales Referenzzentrum für Meningokokken

 


 

 

5. Würzburger Meningokokken Workshop am 18. Juni 2010

(Marburg, 26.01.2010)
Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg lädt am 18. Juni 2010 zum 5. Würzburger Meningokokken Workshop ein. Tagungsort ist das Exerzitienhaus Himmelspforten, Mainaustraße 42 in Würzburg.
Veranstalter ist das Netzwerk „Invasive Bakterielle Infektionen“, Fachgruppe Mikrobielle Systematik der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie.
Weitere Information in Kürze auf der Homepage des NRZM.

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Österreich: Impfplan 2010
Weniger Teilimpfungen für Kinder, mehr Indikationen

(Marburg, 04.01.2010)
In Österreich ist der Oberste Sanitätsrat (OSR) für die Impfempfehlungen zuständig. Für 2010 hat dieses Gremium nun mehrere Neuerungen bekannt gegeben. Die Anzahl der Injektionen für Säuglinge und Kleinkinder soll reduziert werden. Dafür sind jedoch neue Impfungen als „generell empfohlen“ aufgenommen worden.
Der OSR ist ein medizinisch-wissenschaftliches Organ, zu dem Persönlichkeiten verschiedener medizinischer Fachrichtungen gehören. Das Gremium berät das österreichische Gesundheitsministerium bei allen grundsätzlichen medizinischen Fragen. Die Impfempfehlungen werden jedes Jahr aktualisiert.

  • Reduktion der Dosen für die Sechsfach-Impfung für Säuglinge bzw. Kleinkinder (gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae und Hepatitis B) von bisher vier auf drei.
  • Verringerung der Zahl der Dosen bei der Pneumokokken-Impfung. Es reichen offenbar drei statt vier Teilimpfungen auch aus.
  • Die Impfung gegen Meningokokken-C-Infektionen wird für alle Kinder und Jugendliche empfohlen.
  • Generelle Empfehlung für die Varizellen-Impfung bei Kindern.
  • Die FSME-Impfung wird generell empfohlen, ebenso die Hepatitis A-Impfung. (Hier gibt es seit langem Hepatitis A/B-Kombinationsvakzine.)
  • Die Auffrischungsimpfungen gegen Diphtherie/Tetanus bei Schulkindern werden auf eine Dosis reduziert; dafür wird aber eine als Vierfach-Impfung im Volksschulalter empfohlen, die auch gegen Keuchhusten und Kinderlähmung schützt.
  • Erwachsene müssen sich nicht mehr gegen Poliomyelitis auffrischen lassen.
  • Senioren ab 65 wird nur noch eine Pneumokokken-Impfung angeraten.

Grundsätzlich appelliert der Oberste Sanitätsrat an die Ärzteschaft: „Es ist eine ärztliche Verpflichtung, für einen ausreichenden Impfschutz der betreuten Personen (Patienten) zu sorgen. Dazu gehört, dass die Grundimmunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern rechtzeitig begonnen, nicht unnötig verzögert und zeitgerecht abgeschlossen wird. Darüber hinaus ist es notwendig, den Impfschutz durch notwendige Auffrischungsimpfungen in jedem Lebensalter sicherzustellen. Ein Abraten von Impfungen ohne Kontraindikation durch Ärzte ist ein Verstoß gegen die Prinzipien der evidence-basierten Medizin.“

Quelle: www.meduniqa.at

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Fachkonferenz in Schottland am 17. Februar 2010:
Rehabilitation und Nachsorge nach Meningokokken-Erkrankung


(Marburg, 16.12.2010)
Nachsorge und Rehabilitation für Menschen, die nach einer Meningokokken-Meningitis oder –Sepsis mit schweren Beeinträchtigungen und Behinderungen leben müssen, erfordern fächerübergreifende Therapiekonzepte. Am 17. Februar veranstaltet der britische Meningitis Trust in der Mitchel Library in Glasgow eine eintägige Konferenz, die sich an Fachleute aus den unterschiedlichsten Disziplinen richtet. Eingeladen sind Mediziner, Mitarbeiter des medizinischen Personals in Krankenhäusern und Therapie- und Pflegeeinrichtungen, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Lehrer, Psychologen etc. Nähere Informationen (und eine Anmeldemöglichkeit) finden sich hier.

Der Meningitis Trust wurde 1986 nach einer großen Meningitis-Epidemie in Gloucestershire gegründet. Seit dieser Zeit betreibt der Trust Aufklärungsarbeit für Laien und Medien und sammelt Spenden. Im Vereinigten Königreich leben – nach Schätzungen des Trusts - über 500.000 Menschen, die eine Meningitis oder eine Meningokokken-Sepsis gehabt haben; in den zurückliegenden 60 Jahren sind fast 18.000 Menschen an den Folgen der Infektion gestorben.

Quelle: www.meningitis-trust.org

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Impfkampagne in Brandenburg: Nachholbedarf bei Meningokken-Impfung und HPV-Impfung

(Marburg, 28.09.2009)
Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) ruft zu einer dreiwöchigen landesweiten Impfkampagne auf. Wie die Ärztezeitung am 25. September meldet sind alle Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte und Gynäkologen aus Brandenburg aufgerufen, in der Zeit zwischen 5. und 23. Oktober den Impfstatus ihrer Patientinnen und Patienten zu überprüfen und fehlende Impfungen nachzuholen.
Die Impfraten in Brandenburg sind laut Aussagen der KVBB im Bundesvergleich bereits sehr gut. Aber es gebe vor allem bei Kindern und Jugendlichen Nachholbedarf. Die Zahlen bei der MeningokokkenC-Impfung und der HPV-Impfung seien beispielsweise noch unbefriedigend.
Ärzte können bei der KVBB ein „Impfpaket“ bestellen. Es enthält Plakate, Flyer und Informationsblätter für Ärzte und Praxispersonal. Eine Impfhotline für Bürger ist für die dreiwöchige Kampagne ebenfalls geschaltet worden.

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Studie belegt: Antibiotika-Gabe bei Kleinkindern birgt kein Risiko für Typ-1-Diabetes

(Marburg, 15.09.2009)
Bakterielle Infektionen wie beispielsweise Meningokokken-Erkrankungen machen die Gabe von bestimmten Antibiotika notwendig. Für Kleinkinder ist die entsprechende Dosierung bei Meningokokken-Infektionen in den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) genau definiert.
Antibiotika gehören zu den am häufigsten verschrieben Medikamenten bei Kindern. Die Frage, inwieweit es dadurch zu langfristigen Autoimmunkrankheiten wie zum Beispiel Typ-1-Diabetes kommen kann, wurde nun in einer groß angelegte Studie in Dänemark (einer Nachbeobachtung von über 600.000 Kindern) untersucht.
Wie die Deutsche Apotheker Zeitung am 16. September in einem Online-Artikel berichtet, werteten dänische Forscher die Daten von zwischen 1995 und 2003 geborenen Kindern aus. Dabei wurden nur Behandlungen von akuten, schweren bakteriellen Erkrankungen wie Nierenbeckenentzündung, bakterieller Meningitis oder Lungenentzündung berücksichtigt.
Die Häufigkeit der Antibiotika-Gabe in dieser Kohorte sah so aus, dass von den insgesamt 606.420 kleinen Patienten 538.300 mindestens einmal Antibiotika bekommen hatten. Im Durchschnitt gab es pro Kind 4,8 Verschreibungen.
Innerhalb des Untersuchungszeitraumes erkrankten 454 Kinder an Typ-1-Diabetes. Zum Zeitpunkt ihrer Erkrankung waren sie im Durchschnitt 4,4 Jahre alt.
Die an Diabetes erkrankten Kinder hatten im Vergleich zu den gesunden Kindern keine andere Antibiotikagruppen erhalten. Auch die Häufigkeit der Antibiotika-Gabe und das Alter zum Einnahmezeitpunkt spielten keine messbare Rolle.
Fazit: Die dänische Studie, die im März 2009 im American Journal of Epidemiology veröffentlicht worden ist, konnte keinen Zusammenhang zwischen einer Antibiotika-Gabe im Kindesalter und einer Typ-1-Diabetes-Erkrankung feststellen.
Das Abstract der Studie findet sich auf der Homepage des American Journal of Epidemiology

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung, 16.09.2009; American Journal of Epidemiology, 24.03.2009

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Gründe für die postexpositionelle Meningokokken-Impfung enger Kontaktpersonen

(Marburg, 12.08.2009)
Enge Kontaktpersonen von Meningokokken-Erkrankten sollen – so empfiehlt es die Ständige Impfkommission (STIKO) in Berlin in ihren jüngsten Impfempfehlungen (veröffentlicht im Juli 2009) – ergänzend zur Antibiotika-Prophylaxe so bald als möglich gegen Meningokokken geimpft werden, sofern es sich bei der Infektion um eine impfpräventable Meningokokken-Serogruppe handelt.

In der Begründung heißt es, dass enge Kontaktpersonen (Haushaltskontakte oder enge Kontakte mit haushaltsähnlichem Charakter) verglichen mit der Allgemeinbevölkerung ein ca. 400-fach erhöhtes Risiko haben, ebenfalls eine Infektion zu entwickeln. Das ist der Grund dafür, dass enge Kontaktpersonen eine Chemoprophylaxe erhalten sollen. Bis zu 10 Tage nach der Exposition sollen sie Rifampicin oder ggf. Ceftriaxon oder Ciprofloxacin erhalten. Eine bakterielle Besiedelung des Hals-Nasen-Rachenraums mit Meningokokken wird dadurch verhindert, Sekundärfälle werden reduziert.
Trotz einer Chemoprophylaxe gibt es aber gelegentlich Wochen oder Monate später nach Auftreten des Indexfalls Sekundärfälle im Umfeld (Haushaltskontakte) der erkrankten Person. Dass die Antibiotika-Prophylaxe nicht funktioniert hat, ist überaus selten. „Es wird vermutet, dass der Erreger erneut in den engen Personenkreis um den Indexfall eingebracht werden kann“, schreiben die Experten der STIKO im Epidemiologischen Bulletin. Daher wird nun für genau diese Personen eine postexpositionelle Meningokokken-Impfung empfohlen.
Pro Jahr (Zeitraum 2001 bis 2008) werden etwa 170 Meningokokken-Erkrankungen durch impfpräventable Serogruppen verursacht; in der Mehrzahl durch Serogruppe C (ca. 140 Fälle). Die STIKO geht von einer durchschnittlichen Zahl von ca. 3 bis 4 Haushaltskontakten aus und schätzt daher, dass pro Indexfall ca. 500 bis 700 Personen jährlich postexpositionell geimpft werden müssten/sollten.
In 14 europäischen Ländern ist dieses „Impfen danach“ beim Vorliegen einer impfpräventablen Serogruppe längst üblich. Dies ergab eine Befragung von europäischen nationalen Gesundheitsbehörden, deren Ergebnisse im Januar 2008 im Wissenschaftsjournal Eurosurveillance veröffentlicht worden sind. Gefragt wurde nach den Strategien des Fallmanagements und dem Umgang (Chemoprophylaxe und/oder postexpositionelle Impfung) mit engen Kontaktpersonen.

Quelle: EpiBull Nr. 31, 3. August 2009

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Neue STIKO-Empfehlung: Enge Kontaktpersonen von Meningokokken-Erkrankten impfen

(Marburg, 27.07.2009)
Beim Auftreten einer Meningokokken-Infektion gehört es zu den Aufgaben von Ärzten und Mitarbeitern des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, herauszufinden, wer engen Kontakt zum Erkrankten hatte. Für diese Personengruppe wird dann eine vorbeugende Antibiotika-Prophylaxe empfohlen. In einzelnen Region Deutschlands (zum Beispiel im Allgäu 2004) entschieden sich in der Vergangenheit manche Gesundheitsbehörden, nach Ausbrüchen impfpräventabler Meningokokken-Infektionen mit so genannten Riegelungsimpfungen die besonders gefährdeten Altersgruppen gegen Meningokokken zu schützen.

Neu: enge Kontaktpersonen impfen


Gegen Meningokokken geimpft werden soll nun nicht erst bei Häufungen oder Ausbrüchen, sondern schon bei Einzelfällen. Dann aber natürlich nur die engen Kontaktpersonen. So rät die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in ihren neuen Empfehlungen (siehe Epidemiologisches Bulletin, Nr. 30/2009), bei impfpräventablen invasiven Meningokokken-Infektionen (der Serogruppen A, C, W135 und Y) – zusätzlich zur Chemoprophylaxe – die Impfung von bislang ungeimpften engen Kontaktpersonen „sobald wie möglich nach dem Kontakt“.

Beim Auftreten von Meningokokken der Serogruppe C soll ausschließlich ein Konjugatimpfstoff verimpft werden. Ist eine Meningokokken-Erkrankung durch die Typen A, W135 oder Y ausgelöst, wird ein Polysaccharidimpfstoff eingesetzt (s. u.).

Die Impfung gegen Meningokokken C ist seit Sommer 2006 in den Impfkalender übernommen. Idealer Zeitpunkt ist die Impfung im zweiten Lebensjahr. Ältere Kinder und vor allem die besonders gefährdete Gruppe der Jugendlichen sollen die Meningokokken-C-Impfung mit einem Konjugatimpfstoff nachholen.

Einen Erkrankungsfall mit einer impfpräventablen Serogruppe als Anlass für die Impfung noch Ungeimpfter zu nutzen, ist sehr sinnvoll. Zusätzlich wird durch die Impfung mit einem Meningokokken-C-Konjugatimpfstoff die Trägerrate reduziert, die in Deutschland derzeit bei etwa 10 Prozent der Bevölkerung liegt. Die Impfung mit einem Polysaccharidimpfstoff kann dies allerdings nicht leisten, eine Schleimhautimmunität wird dabei nicht aufgebaut.

Informationen zur Chemoprophylaxe:
Indiziert bei engem Kontakt zu Indexpatienten in den letzten 7 Tagen vor dessen Erkrankungsbeginn. Die Chemoprophylaxe sollte möglichst bald nach der Diagnosestellung des Indexpatienten erfolgen. Sie ist bis zu 10 Tage nach letzter Exposition sinnvoll. Empfohlen wird den engen Kontaktpersonen (bei Meningokokken-Infektionen aller Serogruppen) eine Rifampicin-Prophylaxe (außer für Schwangere!).

Informationen zur Dosierung:

Rifampicin:
Neugeborene: 10 mg/kg/Tag in 2 ED p. o. für 2 Tage

Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis 60 kg:
20 mg/kg/Tag in 2 ED p. o. für 2 Tage (max. ED 600 mg)

Jugendliche und Erwachsene ab 60 kg:
2 x 600 mg/Tag für 2 Tage
Eradikationsrate: 72–90%

ggf. Ceftriaxon:
bis 12 Jahre: 125 mg i.m.
ab 12 Jahre: 250 mg i.m. in einer ED
Eradikationsrate: 97%

ggf. Ciprofloxacin:
ab 18 Jahre: einmal 500 mg p.o.,
Eradikationsrate: 90–95%

Da bei Schwangeren die Gabe von Rifampicin kontraindiziert ist, kommt bei ihnen zur Prophylaxe ggf. Ceftriaxon in Frage.

Informationen zur Impfung / zu Impfstoffen:

  • Bei Serogruppe C: Ausschließlich mit Konjugat-Impfstoff ab dem Alter von 2 Monaten, nach Empfehlung des Herstellers

 

  • Bei Serogruppe W135 oder Y: Impfung mit einem quadrivalenten Polysaccharid-Impfstoff (A, C, W135, Y) ab dem Alter von 24 Monaten

 

  • Bei Serogruppe A: Impfung mit einem bivalenten (A, C) oder quadrivalenten Polysaccharid-Impfstoff (A, C, W135,Y) ab dem Alter von 3 bzw. 6 Monaten

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Auszeichnung für Mannheimer Infektiologen Dr. Tenenbaum
Forschung zur Entstehung bakterieller Meningitis


(Marburg, 13.07.2009) Die Europäische Fachgesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (ESPID) hat Dr. Tobias Tenenbaum von der Universität Mannheim mit dem Young Investigator Award ausgezeichnet. Dr. Tenenbaum forscht zur Entstehen bakterieller Meningitis und untersucht dabei insbesondere, wie die Erreger in das Zentralnervensystem eindringen, d. h. wie es ihnen gelingt, die Blut-Liquor-Schranke zu durchdringen.
Der ESPID-Kongress fand in diesem Jahr vom 9. bis 13. Juni in Brüssel statt. Dort erhielt Dr. Tenenbaum, der die Abteilung Kinderinfektiologie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin von Prof. Horst Schroten in Mannheim leitet, die Auszeichnung.
Seit 2000 forscht Dr. Tenenbaum im Bereich der Pädiatrischen Infektiologie mit dem Schwerpunkt Meningitis-Pathogenese in der Arbeitsgruppe von Professor Schroten, der damals noch an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig war, und mit dem er 2008 nach Mannheim wechselte.

Quelle: idw-online, 10.07.2009

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Instrument im Kampf gegen Pandemien?
Internetbasiertes System sammelt weltweit Krankheitsausbrüche

(Marburg, 24.06.2009)
HealthMap heißt das Surveillance-System, das Medizinern (vor allem aus den öffentlichen Gesundheitssystemen) einen zeitlichen Vorsprung bezüglich der Reaktion auf Pandemien oder Epidemien verschaffen könnte.
HealthMap ist ein frei zugängliches, kostenfreies System. Auf der Weltkarte werden die aktuellen Verbreitungen aller relevanten Infektionskrankheiten gezeigt, von Anthrax, Cholera, über Meningitis, Tollwut, der saisonalen Influenza und der Schweinegrippe bis hin zum West-Nil-Fieber. Verschiedene Internet-Suchmaschinen wie z. B. Google und offizielle Daten von EuroSurveillance, der WHO etc. liefern die Datengrundlage. Experten beurteilen das System noch mit etwas Zurückhaltung, da ein Teil der Quellen unsicher sei. Die Vorzüge der raschen Informationszusammenschau liegen natürlich auf der Hand. Traditionelle Kommunikationssysteme (Berichte nationaler Behörden, Presse, Hörfunk- und Fernsehen) werden dadurch nicht obsolet. Ob rasche Informationen wie durch HealthMap kompiliert, wirklich dazu beitragen können, Epidemien oder Pandemien rechtzeitig einzudämmen, werde sich dann zeigen.

Quelle: Ärztezeitung, 15.06.2009

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Meningokokken schützen sich vor Körperabwehr durch Imitation

(Marburg, 16.06.2009)
Forscherinnen aus England haben bei Meningokokken-Bakterien einen Mechanismus entdeckt, der sie vor dem Erkanntwerden durch das Immunsystem schützt: Sie bilden ein Protein, das einen „menschlichen“ Zucker imitiert.
In der Online-Version des Magazins Nature bezeichnen die Forscherinnen der Universität Oxford um Susan Lea diesen „Passbetrug“ als hervorragende Täuschung. Die Bakterien werden vom Immunsystem als unbedenklich eingestuft und nicht angegriffen.
Ein Faktor für die Gefährlichkeit des Bakteriums ist seine Fähigkeit, den menschlichen Faktor H zu binden. Faktor H ist ein Bestandteil des Komplementsystems (System von Plasmaproteinen), das im Zuge der Immunantwort auf Oberflächen von Mikroorganismen aktiviert werden kann. Dieses Protein verhindert eine Aktivierung des Komplementsystems. Faktor H zirkuliert im Blut und wird unter anderem von Zellen der Blutgefäßwand mit Hilfe von Zuckermolekülen (Gruppe der Glykosaminoglykane) gebunden. Bei Meningokokken fungiert als Andockstelle dagegen ein Protein. Untersucht wurde von den Forscherinnen, wie sich der Faktor H und das bakterielle Bindeprotein zusammenlagern. Ergebnis: Eine ganze Reihe von Kontakten werden zwischen den beidem Molekülen geknüpft. Insbesondere heftet sich ein „Finger” des Bindeproteins an eben jene Stelle des Faktors H, mit der normalerweise Glykosaminoglykane erkannt werden. Daraus entsteht eine sehr feste Bindung. Nach Ansicht der Forscherinnen, könnten diese Erkenntnisse über den molekularen Passbetrug bei der Weiterentwicklung von Impfstoffen nützlich sein.

Quelle: www.scienceticker.info und Nature.com

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Bakterien überwinden die Bluthirnschranke qua Laminin-Rezeptor

(Marburg, 19.05.2009) Das Journal of Clinical Investigation (2009:doi:101172/JCI36759) berichtet über neue Erkenntnisse zur Überwindung der Bluthirnschranke: Diese natürliche Barriere ist normalerweise für Bakterien undurchlässig. Anders ist es bei den Erregern Haemmophilus influenzae, Streptococcus pneumoniae und Neisseria meningitidis, sie können die Bluthirnschranke überwinden und innerhalb kürzester Zeit eine Meningitis auslösen.
Ärzteblatt.de berichtet, dass es dem Mikrobiologen Dlawer Ala`Aldeen nun gelungen ist, die Eintrittspforte der Bakterien zu finden: Alle drei Erreger nutzen einen bestimmten Rezeptor auf den Endothelien, den sogenannten Laminin-Rezeptor. Allerdings benutzen sie dafür unterschiedliche Abhäsionsmoleküle. Diese Bindung macht den Durchtritt durch die Endothelien erst möglich. Dies geht so schnell von Statten, dass der Körper keine Chance hat seine Abwehr  zu aktivieren. Sind die Bakterien erst einmal ins Hirn eingedrungen, so vermehren sie sich schnell.
Die Erkenntnis, dass sich Meningitis auslösende Bakterien an Laminin-Rezeptoren binden, könnte zu weiteren Forschungen und der Entwicklung von neuen Wirkstoffen führen. Beispielweise wäre es denkbar, dass die neuen Wirkstoffe sich vor dem Eintritt der Bakterien an die Laminin-Rezeptoren haften und Haemmophilus influenzae, Streptococcus pneumoniae und Neisseria meningititdis keine Chance zum eindringen ins Gehirn hätten.

Weitere Informationen zur Studie finden sich hier.

Quelle: www.aerzteblatt.de, 14.05.2009

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Referenzzentrum veröffentlich Jahresbericht
Anzahl der Meningokokken-Erkrankungen stieg in 2008 leicht an


(Marburg, 04.05.2009) Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) in Würzburg hat seinen Jahresbericht veröffentlicht.
Insgesamt wurden im Jahr 2008 574 Proben von 474 Patienten untersucht. Das NRZM konnte den Meningokokken-Erreger bei 412 Patienten nachweisen. Im Vergleich dazu wurden 453 Fälle von invasiver Meningokokkenerkrankung im Jahr 2008 an das RKI gemeldet. Diese Zahlen verdeutlichen einen leichten Wiederanstieg der Inzidenz der invasiven Meningokokkenerkrankung in Deutschland im Jahre 2008 gegenüber dem Jahr 2007 (ca. 0,55/100.000 laut Daten des Robert Koch-Institutes in Berlin).
Der Anteil der Serogruppe C Erkrankungen fiel weiter auf 21,9 %, während der Anteil der Serogruppe B Erkrankungen mit 70,4 % leicht anstieg. Meningokokken der Serogruppe Y und W-135 verursachten im Jahr 2008 5,9 % bzw. 1,8 % aller invasiven Erkrankungen.

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Meningitis Trust lädt zur Fachkonferenz zum Thema Rehabilitation und Nachsorge nach Meningokokken-Erkrankung ein

(Marburg, 19.02.2009) Am 4. März treffen sich Fachleute in der British Library in London, um über Nachsorge und Rehabilitation für Menschen zu sprechen, die in Folge einer Meningokokken-Meningitis oder -Sepsis mit schweren Beeinträchtigungen und Behinderungen leben müssen. Initiator der Konferenz ist der Meningitis Trust. Nähere Informationen (und eine Anmeldemöglichkeit) finden sich hier.

Der Meningitis Trust wurde 1986 nach einer großen Meningitis-Epidemie in Gloucestershire gegründet. Seit dieser Zeit betreibt der Trust Aufklärungsarbeit für Laien und Medien und sammelt Spenden.

Quelle: www.meningitis-trust.org

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Motive für die Meningokokken-C-Impfung: Todesfälle und gravierende Spätfolgen

(Marburg, 13.01.2009) Jedes Jahr erkranken in Deutschland 600 bis 800 Menschen an einer Meningokokken-Infektion. Besonders häufig betroffen sind Kinder und Jugendliche. 8 bis 12 Prozent der Infektionen verlaufen tödlich. Doch auch eine überstandene Meningokokken-Erkrankung kann Konsequenzen haben: Bei jedem fünften Patient bleiben Schäden zurück wie z. B. Hörminderungen bis hin zur Schwerhörigkeit, Hirnschäden, epileptische Anfälle oder Lernstörungen.
Beim 14. Münchener Impftag, der Mitte November 2008 in München stattfand, wurden die Ergebnisse einer „Anwendungsbeobachtung zur MenC-Impfung“ vorgestellt, an der 989 Kinder- und Jugendärzte und Allgemeinärzte teilgenommen hatten. Befragt wurden Eltern, warum sie ihr Kind gegen Meningokokken C impfen ließen. 81 Prozent nannten die schweren Folge-Erkrankungen als Hauptgrund. Bei den Ärzten wurde die seit 2006 geltende Empfehlung der Ständigen Impfkommission als Impf-Motivation genannt. 74 Prozent der Mediziner bezogen sich auf diese STIKO-Empfehlung. Etwa 30 Prozent gab zudem an, dass der Wunsch der Eltern den Ausschlag gegeben habe.

Quelle: Ärzte Zeitung, 13.01.2009

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Aronson-Preis für Meningokokken-Forscher Prof. Matthias Frosch

(Marburg, 17.12.2008)
Das Land Berlin hat den Aronson-Preis, eine mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die alle zwei Jahre an zwei Forscher vergeben wird, an den Würzburger Professor Matthias Frosch für seine Vorarbeiten zur Entwicklung von Impfstoffen gegen Meningokokken-Erkrankungen vergeben.
Matthias Frosch leitet das Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg. Unter seiner Leitung wurde das Institut im Jahr 2002 zum Nationalen Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) erhoben. Der Preis wurde Ende November bei einer Feier an der Charité in Berlin verliehen. Neben Prof. Frosch wurde in diesem Jahr der Mainzer Forscher Matthias Reddehase ausgezeichnet.  
Der Preis ist nach dem Berliner Mediziner und Bakteriologen Dr. Hans Aronson benannt, der ihn 1919 stiftete. Gewürdigt werden damit Forschungsleistungen auf den Gebieten der Infektiologie, Immunologie oder experimentellen Therapie.
Prof. Frosch ist u. a. Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK).

Quelle: Bayerischer Rundfunk, online vom 16.12.2008

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Auszeichnung der Robert-Koch-Stiftung für Meningokokken-Forscher aus Würzburg

(Marburg, 03.12.2008) Dr. Dr. Christoph Schoen, Mediziner und Mikrobiologe der Universität Würzburg, wird von der Robert-Koch-Stiftung mit dem Postdoktorandenpreis für Mikrobiologie ausgezeichnet. Der Würzburger Wissenschaftler erhält den mit 5.000 Euro dotierten Preis für eine Publikation über den Erreger bakterieller Hirnhautentzündung, das Bakterium Neisseria meningitidis. Veröffentlicht wurde die Arbeit zu Anfang des Jahres im Wissenschaftsjournal PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America).
Christoph Schoen, Jahrgang 1970, studierte Physik und Medizin in München und Göttingen. Seit 2004 ist Schoen wissenschaftlicher Assistent am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg, wo er seit Mitte 2006 eine Arbeitsgruppe leitet. Im Zentrum der Forschungsarbeit steht die Frage, wie aus „friedlichen Mitbewohner“ (Meningokokken besiedeln bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung die Schleimhäute, ohne Schaden anzurichten) im Lauf der Zeit aggressive Krankheitserreger geworden sind.  
Die Robert-Koch-Stiftung e. V. mit Sitzt in Bonn fördert wissenschaftliche Arbeiten auf den Gebieten der Grundlagenforschung bei Infektionskrankheiten, der Immunologie und Maßnahmen zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme in Entwicklungsländern. Jährlich vergibt die Stiftung den Robert-Koch-Preis, eine der angesehensten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland an mehrere Preisträger. Zusätzlich vergibt sie Postdoktorandenpreise für herausragende Arbeiten an den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Weitere Informationen zu der von Christoph Schoen in PNAS veröffentlichten Arbeit finden sich auf der Homepage der Uni Würzburg.

Quellen: Donaukurier vom 02.12.2008 und Informationsdienst Wissenschaft (idw) vom 02.12.2008

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Kinder- und Jugendärztlicher Dienst des Märkischen Kreises prüft Impfbücher
Ergebnis: 88,4 Prozent der geprüften Impfbücher zeigten Impflücken


(Marburg, 17.11.2008) Vom 3. bis 11. November überprüften 26 Mitarbeiter des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes alle Realschule im Märkischen Kreis. 52,7 Prozent aller Schülerinnen und Schüler brachten ihre Impfbücher mit. Von diesen 4.662 Kindern und Jugendlichen konnte bei 4.125 – das sind 88,4 Prozent - Lücken im Impfschutz festgestellt werden. Bei allen wurde genau vermerkt, welche Impfungen fehlen und welche aufgefrischt werden müssen. Andrea Götz, Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes, war mit dem Rücklauf der Impfbücher von über 50 Prozent zufrieden. Das habe den Erfahrungen des Vorjahrs entsprochen. Einzelne Schulen beeindruckten mit besonders hohen Rücklaufzahlen, was mit dem hohen Engagement der Lehrerinnen und Lehrer zu tun gehabt habe.

Quelle: Iserlohner Bote vom 03.11.2008

Tipp: Um den Impfstatus von Kindern und Jugendlichen zu erheben, hat das Deutsche Grüne Kreuz den Abreissblock Impfstatus entwickelt. Dieser hat pro Block 50 Blatt. Auf der Vorderseite kann der Impfstatus von Kinder, auf der Rückseite der Impfstatus von Jugendliche erfasste werden.
Artikelnummer: 10235
Preis: 5,36 EUR inkl. 19 % MwSt (exkl. Versandkosten)
Telefonische Bestellmöglichkeit unter 06421 293-0 oder per Fax unter 06421 293-170. Oder im DGK-Shop.

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Beitrag im Epidemiologischen Bulletin zu tödlich verlaufener invasiver Meningokokken-Infektion

(Marburg, 14.11.2008) Eine Schülerin aus Basel starb am 20. Oktober während eines Berlin-Besuches an einer Meningokokken-Infektion - Serogruppe W135. Das Robert Koch-Institut greift den tragischen Fall im Epidemiologischen Bulletin, Nr. 45 vom 7. November auf. Hier finden Sie den RKI-Beitrag als PDF

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Erste Erfolge der Men-C-Impfung
Rückgang invasiver Meningokokken-Erkrankungen in 2007

(Marburg, 19.08.2008) Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnet einen Rückgang invasiver Meningokokken-Erkrankungen in 2007. Im Vergleich zum Vorjahr sind 21 Prozent weniger Erkrankungsfälle gemeldet worden. Wie die Ärzte Zeitung in ihrer online-Ausgabe am 19. August berichtet deutet das RKI den Rückgang der Men-C-Fälle (Serotyp C machte in 2007 insgesamt 23 Prozent der Meningokokken-Infektionen aus) bereits als Ergebnis der 2006 in den Impfkalender aufgenommenen MenC-Schutzimpfung. Nach wie vor hoch ist die Rate der Todesfälle: 9 Prozent der Erkrankten sterben in Folge einer Infektion mit dem Bakterium Neisseria meningitides.
In Deutschland sollen alle Kinder ab dem ersten Geburtstag gegen Meningokokken C geimpft werden. Eine einzige Impfdosis reicht dabei aus. Das RKI betont, dass bei Kindern und Jugendlichen, die die Impfung versäumt haben, der Schutz bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden soll. Die Kosten für die Impfung - auch für nachgeholte Impfungen - werden in allen Bundesländern von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Nur in Thüringen und Sachsen-Anhalt ist das (noch) anders. Hier wird bislang nur die Impfung im 2. Lebensjahr bezahlt.

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Einverständniserklärung in Fremdsprachen

Jede Impfung macht ein ausführliches Aufklärungsgespräch notwendig. Und es gilt, das „Verstandene“ zu unterschreiben. Für Patienten (bzw. Erziehungsberechtigte), deren Muttersprache nicht Deutsch ist, gibt es die Einverständniserklärung in Übersetzungen.
Die Abreißblocks in den Sprachen Russisch, Türkisch, Englisch und Deutsch haben jeweils 50 Blatt und können im DGK-Shop bestellt werden.

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Vorträge zum Download

Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) bietet im Nachgang des 4. Würzburger Meningokokken-Workshops am 27. Juni 2008 nun alle Vortragsfolien als PDF-Dokumente auf der Seite www.meningococcus.de zum Download an.

Themen- und Referenten-Übersicht:
Daten des NRZM (Prof. Dr. Ulrich Vogel)
Management von Meningokokken-Erkrankungen (Dr. Karl-Heinz Feldhoff)
Impfstoffentwicklung (Prof. Dr. Ulrich Vogel)
Meningokokken-Netz (Dr. Christoph Müller)
Epidemiologische Untersuchungen zur Meningokokkeninfektion in Afrika (Judith Müller)
Prophylaxe nach invasivem Meningokokkeninfekt (Dr. Johannes Elias)
Geographische Darstellung von Infektionserkrankungen. Wo lauern die Fallen? (Dr. Johannes Dreesmann)

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Kostenloses Plakat und Flyer für die Arztpraxis

“Fehlende Impfungen unbedingt nachholen“. Dieser Appell bezieht sich auf alle Impfungen, ist jedoch besonders für die Meningokokken-C-Impfung wichtig: denn Meningokokken-Infektionen können lebensgefährlich sein. Besonders häufig betroffen sind Kinder unter 5 Jahren und Jugendliche. (Die Kosten für die Impfung übernehmen in allen Bundesländern die Krankenkassen. Ausnahme: Sachsen-Anhalt und Thüringen: Hier wird die Impfung bislang nur für die Impfung im 2. Lebensjahr bezahlt.)

Machen Sie auf die MenC-Impfung für Jugendliche aufmerksam, hängen Sie das Plakat „Nachholimpfung“ in Ihrer Praxis auf und verteilen Sie Flyer.

Sie können die Dateien auch herunterladen:

Flyer zum Download
Plakat zum Download

 

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Wichtige Information: Der Aktionszeitraum ist beendet.

Sie können ab dem 1. Januar 2009 auch weiterhin Flyer (und Plakate) „Nachholimpfung“ für Ihre Praxis oder zur Verteilung im Gesundheitsamt bestellen.
Das Material ist kostenlos. Für den Versand berechnen wir je nach Stückzahl:

Bis 20 Stk.: € 3,00
21 bis 50 Stk.: € 4,50
51 bis 100 Stk.: € 5,00

Bestellungen bitte per Post oder  E-Mail mit Ihrer Anschrift an:
Deutsches Grünes Kreuz e. V./ AGMK
Stichwort: AGMK "Nachholimpfung"
Schuhmarkt 4
35037 Marburg"
E-Mail: agmk@kilian.de


4. Meningokokken-Workshop am 27. Juni 2008 in Würzburg

Zweiter Programmentwurf 

9:00 Frosch, M., Würzburg: Surveillance der Meningokokkeninfektion in Europa

9:30 Vogel, U., Würzburg: Daten des NRZM 2006 und 2007

10:00 Hellenbrand, W., Berlin: Abgleich der Daten aus dem gesetzlichen Meldesystem und der Laborsurveillance 10:30 Pause

11:00 Feldhoff, K.-H., Heinsberg: Management von Meningokokkenerkrankungen aus der Sicht der Gesundheitsämter

11:30 Pfaff, G., Stuttgart: Management von Meningokokkeninfektionen in Baden-Württemberg; Erfassung von Impfraten

12:00 Bos, B., Amsterdam: Quality of life after meningococcal septic shock, follow-up

12:30 Pause

13:30 Vogel, U., Würzburg: Stand der Entwicklung neuer Meningokokkenimpfstoffe

14:00 Schubert, K., Berlin: Meningokokken und Reisemedizin

14:30 Müller, J., Paris: Epidemiologische Untersuchungen zur Meningokokkeninfektion in Afrika

15:00 Pause

15:30 Müller, Ch., Freiburg: Vorstellung des Meningokokken-Netzes

16:00 Dreesman, J., Hannover: Geografische Darstellung von Infektionserkrankungen

16:30 Elias, J., Würzburg: Antibiotikaprophylaxe

17:00 Claus, H., Würzburg: Vorstellung des Konsiliarlabors für Haemophilus

17:15 Abschließende Bemerkungen

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.meningococcus.de

Stand, 11. März 2008

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Meningokokken-C-Impfstatus: Daten aus Baden-Württemberg 

(Marburg, 21.01.2008) 

In der aktuellen Ausgabe des Ärzteblatt Baden-Württemberg stellt Dr. Günter Pfaff vom Regierungspräsidium Stuttgart, Abt. Landesgesundheitsamt (und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Arbeitgemeinschaft Meningokokken) die Durchimpfungsraten bei Schulanfängern in Baden-Württemberg vor. Damit liegen nun auch genaue Daten bezüglich der MenC-Impfung vor, die seit 2006 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird. Die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C haben bislang nur 10,9 Prozent der Schulanfänger in Baden-Württemberg erhalten.
Datengrundlage der Einschulungsuntersuchungen 2007: Bei 92,4 Prozent der erstuntersuchten Kinder konnte der Impfstatus nach vorgelegten Impfausweisen erhoben werden. (N=93.188)
 

Den Artikel „Impflücken bei Schulanfängern schrumpfen fast überall“ können Sie als PDF-Dokument auf der Seite der Ärztekammer Baden-Württemberg downloaden.

Quelle: Ärzteblatt Baden-Württemberg, Heft 1/2008

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Fremdsprachliche Fassungen
Einführungstext zu: Bakterielle Hirnhautentzündung

Kostenlos zum Download:
Arabisch
Englisch
Türkisch
Russisch
Deutsch

Eine Übernahme der Texte für eigene Publikationen oder zur Implementierung auf Web-Sites ist ohne vorherige Absprache mit der AGMK nicht gestattet. Bitte beachten Sie zudem, dass Impfempfehlungen ständig aktualisiert werden. Stand der Übersetzung ist Juli 2007. Das Copyright liegt bei der AGMK.

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Hintergrund: Impfstoffe sind sicher

Dr. med. Ute Quast, Marburg

Alle Arzneimittel werden gründlich überwacht – nicht nur vor der Zulassung, sondern während der gesamten Zeit des Verkaufs und ihrer Anwendung. Dies regelt in Deutschland das Arzneimittelgesetz (AMG). Dabei arbeiten die zuständigen deutschen Bundesbehörden eng mit der europäischen Behörde – European Agency for Evaluation of Medicinal Products (EMEA) – zusammen.

Für „normale“ Arzneimittel ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin (BfArM) verantwortlich. Dort werden nach der Erstzulassung und deren Verlängerung auch die Nebenwirkungsverdachtsfälle überwacht. Chargenprüfungen von bereits im Handel befindlichen Präparaten erfolgen dort routinemäßig nicht.

Ganz anders sieht das bei immunbiologischen Präparaten, also auch bei den Impfstoffen, aus. Dafür gibt es ein eigenes Bundesinstitut, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen. Hier erfolgt nicht nur in enger Zusammenarbeit mit der EMEA die Überprüfung und Erstzulassung eines Impfstoffes, sondern es werden auch alle später produzierten Einzelchargen – d.h. was in einem Herstellungsvorgang produziert wird –und sogar jede Abfüllcharge routinemäßig überprüft und erneut zugelassen, so genannte Chargenzulassung. Die charakterisierende Nummer der Charge wird auf die Verpackung und den Impfstoff gedruckt, so dass sie auch in den Impfausweis übertragen oder per Etikett eingeklebt werden kann. Wenn nötig, kann also genau rekonstruiert werden, wer welchen Impfstoff wann und aus welcher Charge erhalten hat.

Die Produktion von Impfstoffen ist langwierig, weil die zur Anzucht notwendigen Mikroorganismen nur langsam wachsen und wegen zeitauwändiger Herstellungs-, Anreicherungs- und Reinigungsverfahren. Auch die „In-Prozess-Kontrollen“ während der Produktion und die Endprüfung der Charge beim Hersteller auf Identität, Wirksamkeit, Freisein von pathogenen Erregern oder krankmachenden Agenzien, sowie auf Sterilität benötigt mehrere Wochen. Schließlich addieren sich noch die mehrere Wochen dauernden Prüfungen beim PEI hinzu. So kommen pro Impfstoffcharge leicht sechs bis zwölf Monate vom Beginn der Herstellung bis zur Freigabe zusammen. Das erklärt, warum bei unerwartet starker Nachfrage eines Impfstoffes, wie etwa des FSME-Impfstoffes in diesem Sommer, mehrere Wochen oder gar Monate vergehen, bis wieder genügend Material in den Handel kommen kann. Auf der anderen Seite werden eventuelle Fehler oder nicht ausreichende Wirksamkeit eines Impfstoffes durch die intensiven Kontrollen beim Hersteller und beim PEI während und nach der Herstellung so früh entdeckt, dass die Handel kommenden Impfstoffen davon nur extrem selten betroffen sind.

Übrigens werden die Impfstoff-Produktionsstätten regelmäßig von Vertretern des zuständigen Regierungspräsidiums und eines Spezialisten vom PEI inspiziert.

Zu einer weiteren Aufgabe des PEI gehört es, so genannte „unerwartete Ereignisse" (UE) zu erfassen und zu bewerten. Die entsprechenden Informationen erhält das Institut vom impfenden Arzt. Er muss den „Verdacht einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehende gesundheitliche Schädigung“ melden. Diese Meldepflicht ist im AMG geregelt, aber darüber hinaus im Infektionsschutzgesetz (IfSG) festgelegt (§ 6 Abs.) Die Ärzte sollen für diese Meldung ein Berichtsformblatt (www.pei/.de/Uaw/ifsg.htm) verwenden, das die Daten, die das AMG, die EMEA und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für alle Medikamente fordern, und zusätzlich die Besonderheiten der Impfstoffe berücksichtigt. Den Fragebogen können die meldenden Ärzte an das zuständige Gesundheitsamt zur Weitergabe ans PEI senden, sie können sich aber auch an den Impfstoffhersteller mit der Bitte um Rat und Hilfe wenden, denn auch die Herstellerfirmen sind verpflichtet, die Behörde über UEs zu informieren. Das PEI seinerseits steht in enger Kooperation mit der EMEA und der WHO, so dass alle Verdachtsmeldungen weltweit überwacht und analysiert werden können.

Übliche Impfreaktion?
Gemeldet werden muss laut Infektionsschutzgesetz „der Verdacht einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung“. Dazu muss festgestellt werden, was denn eine „übliche Reaktion“ ist. In Folge einer Impfung kommt es oft zu Reaktionen, die zeigen, dass sich der Organismus „immunologisch“ mit der Impfung auseinandersetzt. Die STIKO hat nun festgelegt, was als eine „übliche Impfreaktion“ – die nicht gemeldet werden muss – und einer darüber hinaus gehenden Komplikation für jeden einzelnen Impfstoff zu verstehen ist. Danach sind z. B. vorübergehende Lokal- und Allgemeinreaktionen nicht meldepflichtig, ebenso wenig wie Fieber unter 39,5 °C, Kopfschmerzen, Unruhe, Übelkeit oder die Schwellung an der Impfstelle oder den zugehörigen Lymphknoten. Alle anderen Reaktionen, die vielleicht im Zusammenhang mit der Impfung stehen können, müssen gemeldet werden.

Unerwünschte Ereignisse?
Das PEI betrachtet aus Sicherheitsgründen alle UEs als Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und registriert sie in einer Nebenwirkungs-Datenbank. Verdachtsfall heißt aber nicht – darauf weist auch der einführende Text der Bundesbehörde hin – dass ein ursächlicher Zusammenhang mit einer verabreichten Impfung besteht; es kann sich ebenso um ein zufälliges Zusammentreffen handeln. Auf der Basis international festgelegter Kriterien klassifiziert das PEI die Fälle und leitet sie an EMEA und WHO weiter.

Eine zusammenfassende Bewertung der Meldungen seit 2001 (dem Jahr, in dem das Infektionsschutzgesetz in Kraft trat) hat das Paul-Ehrlich-Institut in Form von Publikationen im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht, die auch auf der Homepage verfügbar sind (www.pei.de/impf-publikationen). Neuerdings kann man sich sogar alle UE-Meldungen auf einer Internet-Seite des PEI (www.pei.de/db-verdachtsfaelle) selbst anschauen.

Der Leiter des Instituts, Professor Johannes Löwer, betont, dass diese Form der Transparenz letztendlich darauf abzielt, impfmüde oder impfskeptische Menschen davon zu überzeugen, wie essentiell Impfschutz ist. Viele Krankheiten sind aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden und damit schwindet die Einsicht in die Bedeutung von Schutzimpfungen. „Hier wollen wir mit den frei recherchierbaren Daten auf der einen Seite und mit dem ausführlichen erläuternden, einführenden Text auf der anderen Seite informierend eingreifen“, sagt Prof. Löwer.

Die Daten sollen halbjährlich aktualisiert werden. Geplant ist darüber hinaus auch, rückwirkend ältere Daten (bis zum Jahr 1992) einzupflegen.

Man sollte beim Einsehen in die gemeldeten Fälle jedoch nie vergessen – und das kann nicht genug betont werden! – dass diese Datenbank unbewertet alles enthält, was dem PEI als UEs mitgeteilt wurde. Eine medizinisch-wissenschaftliche Bewertung der Einzelfälle bietet diese Internetseite nicht, oder anders ausgedrückt: Was dort im Zusammenhang mit Impfungen berichtet wird, kann eventuell wirklich durch eine Impfung verursacht sein, es kann aber ebenso nur in zufälligem zeitlichen Zusammenhang aufgetreten sein. Andererseits ist diese öffentliche Darstellung der UEs eine gute Möglichkeit, sich über die Sicherheit der vielen Millionen Impfungen, die pro Jahr in Deutschland verabreicht werden, zu informieren.

Behörden und Institutionen, die für die Überwachung von zugelassenen Impfstoffen zuständig sind:

    • Hersteller – hier die Qualitätskontrolle und die Arzneimittelsicherheit (Stufenplanbeauftragter
    • Impfende Ärzte
    • Zuständige Gesundheitsämter
    • Zuständiges Regierungspräsidium
    • Paul-Ehrlich-Institut ( PEI)
    • European Agency for Evaluation of Medicinal Products ( EMEA)
    • World Health Organisation ( WHO)


Literatur
Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (AMG), § 63, 63a, 63b
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
(Infektionsschutzgesetz - IfSG), § 6
STIKO: Hinweise für Ärzte zum Aufklärungsbedarf über mögliche unerwünschte Wirkungen bei Schutzimpfungen / Stand: Januar 2007. Epidem. Bulletin 25/2007

Juli 2007

PDF-Version des Artikels.

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Ärztemerkblatt Meningokokken
2. Auflage 2007

Das 16-seitige Merkblatt zum Thema Meningokokken richtet sich ausschließlich an Fachleute. Die Aktualisierung und fachliche Überarbeitung dieser zweiten Auflage erfolgte in enger Abstimmung mit den Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirates des AGMK.

Gegen Einsendung eines mit € 1,45 frankierten DIN-A4 Umschlages können maximal 10 Exemplare des Ärztemerkblattes bestellt werden. Bei größeren Mengen berechnen wir Porto und Versandkosten.

Deutsches Grünes Kreuz e. V./ Arbeitsgemeinschaft Meningokokken
z. Hd. Anke Rabenau
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 06421 293-120

Das Merkblatt steht zudem als PDF-Dokument zum Download bereit.

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Neue Falldefinitionen
Falldefinitionen des Robert Koch-Instituts aktualisiert

(Marburg, 14.02.07) Das Robert Koch-Institut hat die Falldefinitionen zur Übermittlung von Erkrankungs- oder Todesfällen und Nachweisen von Krankheitserregern - nach § 4 Abs. 2 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz - IfSG) - aktualisiert. Sie sind seit dem 1. Januar 2007 gültig und lösen die zum Jahresanfang 2004 in Kraft getretene zweite Ausgabe der Falldefinitionen ab.

Die Falldefinition zu Neisseria meningitidis (invasive Meningokokken-Erkrankungen) finden sich auf den Seiten 102-104. Veränderungen zur Ausgabe von 2004 sind als Randnotizen vermerkt.

Das Gesamtdokument hat 137 Seiten und kann als PDF-Dokument beim RKI heruntergeladen werden.

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Fachvorträge des NRZM-Workshops

(Marburg, 01.12.06) Die Fachvorträge des Meningokokken-Workshops vom 5. Oktober können von der Homepage des Nationalen Referenzzentrums für Meningokokken (NRZM) heruntergeladen werden.
Unter www.meningococcus.de stehen insgesamt sieben Beiträge als PDF-Dokumente zum Download bereit.

    • Einführungsvortrag (Prof. Dr. Ulrich Vogel)
    • Aktuelles zu Meningokokkenprophylaxe. Cluster-Analysen von Meningokokkeninfektionen und anderen Infkektionskrankheiten (Dr. Johannes Elias)
    • Impfentscheidungen bei regional gehäuften Serogruppe C Erkrankungsfällen aus der Sicht des ÖGD (Dr. Irmgard Harms und Dr. Wolfgang Hautmann)
    • Epidemiologische Untersuchungen bei regional gehäuften Serogruppe B Erkrankungsfällen (Dr. Hanna Oppermann)
    • Die Serogruppe C Konjugatimpfung aus epidemiologischer Sicht (Dr. Wiebke Hellenbrand)
    • Aktuelle Aspekte der Pathogenese der Meningokokkeninfektion (Dr. Oliver Kurzai)
    • Geografische Informationssysteme bei Meningokokken und anderen Meningokokken und anderen Infektionserkrankungen (Markus Reinhardt)

 

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Geografisches Informationssytem

Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) stellt ein computergestütztes System zur epidemiologischen Beobachtung der Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland zur Verfügung.

(Marburg, 30.10.06) Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) in Würzburg hat in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Informatik II und der Firma Ridom GmbH ein computergestütztes, geografisches Informationssystem (EpiScanGIS) entwickelt und bietet dieses auf der Website des NRZM an. Das EpiScanGIS stellt mit Hilfe wöchentlich aktualisierter und dynamischer Karten die Verteilung von Meningokokken-Erkrankungsfällen dar. Angezeigt werden kann die geografische Verteilung aller Fälle, die seit Dezember 2001 in Deutschland aufgetreten sind. Funktion dieses Systems ist es einerseits, die epidemiologische Situation in Deutschland zu zeigen und andererseits ein Frühwarnsystem für Erkrankungsausbrüche aufzubauen.

Dem EpiScanGIS liegt die Datenbank des Referenzzentrums zu Grunde, in der alle Typisierungsergebnisse des Referenzlabors aufgeführt sind. Nahezu alle Meningokokken-Erkrankungsfälle werden am NRZM mit Hilfe mikrobiologischer Methoden typisiert. Das System ist grundsätzlich öffentlich zugänglich. Es gibt jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen eine Einschränkung im Bereich der Identifizierung von Erkrankungsausbrüchen (so genannten “Clustern”). Dieser Bereich steht nur registrierten Personen aus dem Bereich des öffentlichen Gesundheitsdienstes offen.

EpiScanGIS ist aus der Diplomarbeit von Markus Reinhardt entstanden, die am Lehrstuhl für Informatik II der Universität Würzburg durchgeführt wurde.

Eine Anleitung zur Benutzung von EpiScanGIS findet sich unter:
http://episcangis.hygiene.uni-wuerzburg.de/manual.vm

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Prevention of Meningococcal Disease
von Pierce Gardner, M. D.
erschienen in: The New England Journal of Medicine, 355;14, 5. Oktober 2006.
 Artikel zum Download

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3. Würzburger Meningokokken-Workshop

Am 5. Oktober 2006 findet der 3. Würzburger Meningokokken-Workshop statt. Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) lädt in die Residenzgaststätten (Residenzplatz 1, Schönbornsaal) in Würzburg ein. Beginn der Veranstaltung ist 9.15 Uhr.

Zum Download: Programm

Die Tagung wird als Satellitenveranstaltung der diesjährigen DGHM-Tagung durchgeführt, so dass die Möglichkeit besteht, den Besuch beider Veranstaltungen zu verbinden (siehe www.dghm.de).

Kontakt:
Prof. Dr. U. Vogel, Prof. Dr. M. Frosch
Nationales Referenzzentrum für Meningokokken
Institut für Hygiene und Mikrobiologie
Josef-Schneider-Str. 2, 97080 Würzburg
Tel.: 0931/201-46802, -46161
Fax: 0931/201-46445
E-Mail: uvogel(à)hygiene.uni-wuerzburg.de
E-Mail: mfrosch(à)hygiene.uni-wuerzburg.de
www.meningococcus.de

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Epidemiologisches Bulletin
4. August 2006 /Nr. 31

Mitteilung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut:

Begründung der STIKO-Empfehlungen zur Impfung gegen Pneumokokken und Meningokokken vom Juli 2006
Im Jahr 2006 wird von der STIKO erstmals eine allgemeine Empfehlung für die generelle Impfung gegen Pneumokkokken und Meningokokken im Säuglings und Kindesalter ausgesprochen. Nachfolgend werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse aufgeführt, die diese Empfehlungen begründen.

Epidemiologisches Bulletin Nr.31

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Epidemiologisches Bulletin
28. Juli 2006 /Nr. 30

Mitteilung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut:

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut / Stand: Juli 2006
Die neu gefassten Impfempfehlungen der STIKO wurden auf der 53. und 54. Sitzung verabschiedet und gelten nach Eingang der Stellungnahmen ab Juli 2006 als bestätigt. Sie ersetzen die im Epidemiologischen Bulletin des RKI (Epid. Bull.) 30/2005 veröffentlichten Impfempfehlungen der STIKO/Stand: Juli 2005.

Epidemiologisches Bulletin Nr. 30

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Vorankündigung: 3. Würzburger Meningokokken-Workshop

Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) lädt am 5. Oktober 2006 zum 3. Würzburger Meningokokken-Workshop ein. Nach dem Erfolg der Tagungen 2002 und 2004 soll dieser Workshop erneut dazu führen, aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Meningokokken-Infektion aufzuzeigen und breiten Raum für interdisziplinäre Diskussion zu geben.

Die Tagung wird als Satellitenveranstaltung der diesjährigen DGHM-Tagung durchgeführt, so dass die Möglichkeit besteht, den Besuch beider Veranstaltungen zu verbinden (siehe www.dghm.de).

Die Tagung wird voraussichtlich zentral in Würzburg in der Residenz stattfinden.

Das Programm der Tagung wird regelmäßig unter www.meningococcus.de, der Homepage des NRZ Meningokokken, und unter www.dghm.de, der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, aktualisiert.

Zum Download: Vorläufiges Programm

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Abrechnung der Rifampicin-Prophylaxe

Die Landesverbände der Krankenkassen und die Verbände der Ersatzkassen in Sachsen (LVSK) teilten auf Anfrage mit, dass die Rifampicin-Prophylaxe bei Meningokokken-Meningitis prioritär in die Zuständigkeit des öffentlichen Gesundheitsdienstes fällt. Die Kosten der Rifampicin-Prophylaxe werden vom öffentlichen Gesundheitsdienst getragen. Versicherte, die den Arzt auf eine Rifampicin-Prophylaxe hin ansprechen, können deshalb an das zuständige Gesundheitsamt zu verwiesen werden.

Für unvermeidbare Einzelfälle (z. B. außerhalb der Erreichbarkeit der Gesundheitsämter) ist die Rifampicin-Prophylaxe für Kontaktpersonen zu Lasten der GKV nicht prinzipiell ausgeschlossen. Bei Verordnung durch den Vertragsarzt sind alle Möglichkeiten eines wirtschaftlichen Einsatzes von Rifampicin zu nutzen.

Sofern es sich um eine Therapie einer Meningokokkeninfektion handelt, bleibt diese eine Kassenleistung und ist vom Vertragsarzt zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchzuführen.

Quelle: KVS-Mitteilungen Heft 11/2005
http://www.kvs-sachsen.de/cgi-bin/setlogin?htmlsite=index_ext.html&htmlsite2=index_int.html

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Nach Kontakt zu Meningokokken-Kranken ist Prophylaxe nötig
Prävention mit Antibiotika soll schwere Infektionen verhindern / Gegen Meningokokken Typ C gibt’s Impfungen / Sachsen ist Impf-Vorreiter

DRESDEN (scho). Meningokokken-Meningitis ist eine schwere Erkrankung mit hochakutem Verlauf. Für Menschen, die engen Kontakt mit Patienten haben, ist eine Antibiotika-Prophylaxe wichtig. Zudem war fast jeder dritte Patient in Deutschland im vergangenen Jahr mit Typ C infiziert, gegen den es wirksame Impfstoffe gibt.

Das Tückische an einer Meningokokken-Erkrankung ist meist der unspezifische Beginn mit Kopfschmerzen, Erbrechen, Fieber und Grippe-ähnlichen Symptomen. Darauf wies Professor Volker Schuster von der Universitäts-Kinderklinik in Leipzig hin. Der Zustand eines Patienten könne sich jedoch binnen weniger Stunden dramatisch verschlechtern.
Nach seinen Angaben sterben zehn Prozent der Erkrankten. Bei weiteren 20 Prozent kommt es zu schweren Komplikationen mit teilweise lebenslanger Behinderung wie Schwerhörigkeit, epileptischen Anfällen, Zerebralparese oder Verlust von Gliedmaßen nach Gangrän.
Meningokokken werden via Tröpfcheninfektion von Keimträgern übertragen. Daher ist eine Chemoprophylaxe für Menschen wichtig, die engen Kontakt mit Erkrankten haben, so Schuster bei einer Veranstaltung von Baxter Bioscience in Dresden.
Für die Prophylaxe wird Rifampicin empfohlen (pro Tag 2 mg / kg Körpergewicht, maximal 600 mg; in zwei Dosen; für zwei Tage). Alternativ stehen Ceftriaxon (einmal 125 mg für Kinder unter zwölf Jahre, einmal 250 mg für Kinder über zwölf Jahre); oder Ciprofloxacin (einmal 500 mg für Erwachsene über 18 Jahre) zur Verfügung.

Treten regional gehäuft Meningokokken-C-Infektionen auf, kann von den Behörden zudem eine Impfempfehlung ausgesprochen werden. Das geschah im April 2004 in einigen Gemeinden im Oberallgäu, als dort fünf Menschen an Meningokokken-C-Meningitis erkrankt waren. Allen bis zum 20. Lebensjahr in der Region wurde damals zur Impfung geraten, 60 Prozent ließen sich schützen. Die angebotenen Konjugat-Impfstoffe (etwa NeisVac-CTM) sind hochwirksam und gut verträglich.
Vorreiter beim Meningokokken-C-Schutz ist Sachsen. Dort wird seit Juli 2003 allen Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr die Impfung empfohlen. Fast vier Prozent der Kinder und Jugendlichen sind dort bereits geimpft. Die Ständige Impfkommision (STIKO) diskutiert zudem über eine bundesweite Impfempfehlung für alle Kinder.

Einen Überblick über bakterielle Infektionen gibt Professor Helmut Hahn vom Institut für Infektionsmedizin der Uni Benjamin Franklin in Berlin im Springer Lexikon Medizin, Springer-Verlag Heidelberg.
Ärzte Zeitung, 09.11.2005

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Public Health Management

In Zusammenarbeit mit den Nationalen Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) in Würzburg hat die AGMK ihre Materialiensammlung "Task Force Paket" aktualisiert.

Meningokokken-Erkrankungen CD


Sie finden hier nahezu alle CD-Inhalte zum Downloaden.

AGMK Workshop-Unterlagen
(Veranstaltung auf dem 54. Wissenschaftlichen Kongress der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst am 6. Mai 2004 in Marburg)


Folienvorträge:

    Vortrag von Dr. Ingrid Ehrhard, Dresden
    Vortrag von Dr. Aura Timen, Utrecht
    Vortrag von Dr. Philipp Zucs, Bern
    Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Vogel, Würzburg


Abstracts:

    Abstract von Dr. Ingrid Ehrhard, Dresden
    Abstract von Dr. Aura Timen, Utrecht
    Abstract von Dr. Philipp Zucs, Bern
    Abstract von Prof. Dr. Ulrich Vogel, Würzburg



Infotexte und Vorlagen


Impfempfehlungen


Materialien der AGMK


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