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Zwölfjährige stirbt an Masern

(Marburg, 5. Februar 2009) Die seit geraumer Zeit in der Schweiz grassierende Masernwelle hat ein Todesopfer gefordert. Eine ansonsten kerngesunde zwölfjährige Französin aus dem Grenzgebiet Schweiz/Frankreich starb am 29. Januar 2009 in Genf an einer durch das Masernvirus ausgelösten Hirnentzündung.

Die Masern-Enzephalits ist die gefürchtetste Komplikation, die mit zunehmendem Lebensalter häufiger auftritt. 30 Prozent dieser so schwer Erkrankten sterben, jeder fünfte Patient trägt bleibende Schäden davon. Das Mädchen war nicht gegen Masern geimpft.

Für die Schweiz waren 2008 mehr als 2.000 Masern-Fälle gemeldet worden, 8 Kinder erlitten eine Masern-Enzephalitis. Ein Ende der Masernwelle scheint noch nicht in Sicht, denn im Januar infizierten sich bereits über 40 Menschen mit dem Masernvirus. Betroffen ist wiederum stark der Kanton Luzern. Nicht verwunderlich, denn die benachbarten Kantonen Luzern Schwyz zählen nach Angaben der schweizerischen Gesundheitsbehörden zu den Schlusslichtern in Sachen Impfung.

Masern gefährden nicht nur die Schweizer
Masernviren machen an Staatsgrenzen nicht Halt, und so wurden schon im vergangenen Jahr nach Meldungen ans Robert Koch-Institut 384 Erkrankungen allein in Baden-Württemberg registriert. Und schon zu Jahresbeginn 2009 gibt es auch in Deutschland wieder Masernfälle, zum Beispiel in Bayern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Die Hamburger Gesundheitsbehörde rief Ende Januar 2009 nach fünf Masernerkrankungen innerhalb weniger Tage im Stadtteil Harburg die Bevölkerung in der gesamten Hansestadt auf, ihren Impfschutz überprüfen und sich bei Bedarf impfen zu lassen. Erkrankt waren ausschließlich junge, ungeimpfte Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahren. "Die Impfung ist der einzige Schutz gegen Masern", stellte die Gesundheitsbehörde klar.

Im Jahr 2008 wurden in Deutschland 915 Erkrankungen gemeldet - das sind fast doppelt so viele wie 2007 (529). Zum Vergleich: In den USA liegt die Zahl der Erkrankungen normalerweise bei etwa 50 pro Jahr. Daher schlugen die US-Behörden Alarm, als im ersten Halbjahr 2008 dort 131 Menschen an Masern erkrankten. Ein Großteil des Anstiegs führt die US-Behörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention), auf den Import aus Europa zurück - insbesondere aus Ländern wie Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Rumänien und Italien. Aus diesen fünf Ländern stammen etwa 85 Prozent aller europäischen Masernkranken.

Die Impfung
Die Impfung gegen Masern, die in Kombination mit Mumps und Röteln (MMR), eventuell auch mit Windpocken zusammen (MMRV) geimpft wird, muss unbedingt zweimal gegeben werden. Denn etwa fünf Prozent der Geimpften bleiben mit nur einer Dosis ungeschützt, diese Lücken müssen durch die zweite Dosis geschlossen werden. Je früher der Impfschutz vollständig ist, umso besser. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission, die STIKO, die erste Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten zu geben, die zweite bis spätestens zum zweiten Geburtstag. Die Impfungen können aber zu jedem beliebigen Zeitpunkt nachgeholt werden. Einzig zu beachten ist, dass zwischen den beiden MMR- bzw. MMRV-Impfungen mindestens vier Wochen liegen.

Impfmüdigkeit macht es den Masern leicht
Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, bis 2010 die Masern zu eliminieren, rückt mit jedem Masernpatienten in weitere Ferne, denn dazu müssen Durchimpfungsraten von 95 Prozent für beide Impfstoffgaben erreicht sein.

Die Schweiz kam zwischen 1991 und 2000 auf eine Quote von 82 Prozent. In Deutschland lag die Impfquote bei zweijährigen Kindern zwischen 1996 und 2003 jedoch konstant bei nur etwa 70 Prozent. Seitdem hat sich die Impfrate nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zwar verbessert, sei jedoch für eine Eliminierung der Masern noch längst nicht ausreichend.

Nach WHO-Angaben sterben weltweit täglich 540 Menschen an der Krankheit, die meisten von ihnen sind Kinder unter 5 Jahren.

Weitere Informationen

über Masern allgemein: Deutsches Grünes Kreuz oder Robert-Koch-Institut

über die aktuelle Situation: Schweizer Bundesamt für Gesundheit
oder Kinder- und Jugendärzte im Netz

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