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Von Luther lernen: kuriose Therapie von Nierensteinen
Foto: Henry Czauderna-Fotolia

Als Martin Luther so sehr unter Nierensteinen litt, dass er glaubte, sterben zu müssen, rettete ihn sein Trotz und ein rumpelnder Reisewagen. Heutzutage haben Forscher einen kuriosen Behandlungsansatz für Steinleiden untersucht, der ähnlich funktionieren könnte, wie die Fahrt mit dem wackelnden Wagen: Achterbahnfahren.

Das Reformationsjubiläum steuert seinem Höhepunkt am 31. Oktober 2017 zu, dem Tag, an dem sich der Anschlag der 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg zum 500. Mal jährt. Viel ist in diesem Jahr über Luther geschrieben worden, ein Aspekt stand dabei weniger im Fokus: seine Gesundheit. Fast zeit seines Lebens war er krank. Berichtet werden unter anderem Magenbeschwerden, heftige Verstopfungen und Hämorrhoiden, Herzschmerzen und Gicht.

Wie Luther litt
Als Luther 1537 in dem thüringischen Städtchen Schmalkalden weilte, in dem das Verteidigungsbündnis protestantischer Fürsten und Städte, der Schmalkaldische Bund, gegen die Religionspolitik des Kaisers tagte, litte er aufgrund einer Nierenkolik unter so schrecklichen Schmerzen, dass er sich dem Tod nahe glaubte. Tagelang staute sich sein Harn und keiner der anwesenden fürstlichen Leibärzte konnte ihm helfen.

Folge seinese Trotzes
Doch im Angesicht seines Feindes, des päpstlichen Abgesandten, wollte er nicht sterben. Also ließ er sich auf einen Wagen hieven und rumpelte gen Heimat. Die holprige Fahrt in dem ungefederten Wagen war eine Tortur. Doch genau das sollte ihn am Ende von seiner Pein erlösen, denn es ist überliefert, dass sich aufgrund des unsanften Geruckels der Nierenstein löste und abging. Die Schmerzen ließen nach – Luther überlebte.

Stein im Weg
Die „Therapie“ muss eine unglaubliche Erlösung gewesen sein: Nierenkoliken sind aufgrund ihrer starken, manchmal als unerträglich empfundenen Schmerzen gefürchtet. Hervorgerufen werden sie von Harnsteinen, Ablagerungen, die sich in der Niere aus Kristallen bilden. Ruhende Steine in der Niere bleiben häufig unentdeckt – problematisch wird es, wenn die Nierensteine in den Harnleiter gelangen und dort stecken bleiben: Sie behindern den Harnabfluss und lösen kolikartige Schmerzen aus. Letztlich können die Steine zu Nierenschädigungen bis hin zum Tod führen.

Das hilft bei Nierensteinen
Laut „Internisten im Netz“ werden etwa vier von fünf Nierensteinen von allein mit dem Urin ausgeschieden. In leichteren, gut kontrollierbaren Fällen ist deshalb eine Behandlung ohne aktive Entfernung des Steins erfolgreich. Selbst nach einer Nierenkolik kann der Arzt mit verschiedenen Methoden versuchen, den spontanen Steinabgang zu unterstützen. Dazu gehören Maßnahmen wie eine intensive Schmerzbekämpfung, lokale Wärme (Wärmeflaschen) und vermehrtes Trinken.

Zudem kann mechanisch Einfluss genommen werden. Um den Stein „zurecht zu rücken“ und das Ausscheiden zu erleichtern, hilft manchmal körperliche Bewegung wie Treppensteigen und Hüpfen. Luther konnte das nicht mehr, dafür war er zu krank. Ihm halfen die Erschütterungen des Reisewagens. Könnte Ähnliches nicht auch Patienten heutzutage helfen?

Studie: Auch Achterbahnfahren hilft

Vielleicht. Immerhin haben amerikanische Forscher bereits nachgeforscht, ob Achterbahnfahren den Abgang von Nierensteinen fördert. Das mag zunächst verrückt klingen, hat aber offenbar bereits einigen Patienten geholfen. Berichte darüber hatten die Wissenschaftler auf die Idee gebracht, die Auswirkung des Achterbahnfahrens experimentell zu untersuchen. Sie bauten ein anatomisch korrektes Modell einer Niere, befüllten es mit Flüssigkeit, positionierten kleinere Nierensteine darin, verstauten das Modell in einem Rucksack und machten sich auf in einen Vergnügungspark.

Nach insgesamt zwanzig Fahrten in der Achterbahn kamen sie zu dem Schluss: Unabhängig von Größe und Position des Steins scheint eine rasante Fahrt den Steinabgang tatsächlich beschleunigen zu können.

Manchen Patienten mit kleinen Nierensteinen könnten Fahrten in Achterbahnen möglicherweise helfen, so die Forscher. Außerdem sei diese Methode kostengünstig und relativ sanft. Wer sich allerdings davor scheut, in einer Berg-und-Talbahn in die Tiefe zu rasen, der kann es machen wie Luther, denn vielleicht hilft auch ein Ausflug mit einer Kutsche oder einem Bollerwagen über Stock und Stein.

 

 

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