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Ostern besser ohne Krappwurzel
(marburg, 26.03.20029 Ein kräftiger Rotton dank Krappwurzel: Noch vor 150 Jahren spielten Krappwurzel, Indigo und Reseda die erste Geige im Farbenkonzert beim Färben von Kleidung. Spuren von Krapp finden sich bereits auf Mumienbändern in altägyptischen Gräbern.
Auch heute noch wird die Krappwurzel, die man in der Apotheke oder in Gewürzläden erhält, zum Färben von Textilien und sogar von Haaren benutzt. Beim Färben von Ostereiern taucht die Krappwurzel als Naturfarbe ebenfalls stets auf. Überall findet man Anleitungen für den richtigen Umgang mit dem roten Farbton aus der Natur. Aber Natur ist eben nicht immer gesund.
Die Krapppflanze (Färberröte, Rubia tinctorum) enthält in ihren roten Wurzeln ein bis zwei Prozent des Farbstoffes Alzarinrot, das in reiner Form orange-rote Kristalle bildet. Diese sind in Wasser schlecht und in Alkohol relativ gut löslich. Alizarinrot gehört zur Familie der Anthrachinonfarbstoffe, welche an drei miteinander verbundenen Benzolringen zu erkennen sind.
Bereits vor einigen Jahren geriet die Krappwurzel in Kritik, weil zwei ihrer Bestandteile im Tierversuch erbgutschädigend und krebserregend waren. So wurde 1993 die Zulassung von krappwurzelhaltigen Medikamenten von der Arzneimittelkommission widerrufen. Auch als Lebensmittelfarbstoff ist sie nicht mehr zugelassen. Die Krappwurzel enthält kanzerogene (krebserregende) Inhaltstoffe und sollte aus Sicherheitsgründen daher nicht mehr zum Eierfärben verwendet werden. Für das Färben der Eier empfiehlt das Deutsche Grüne Kreuz die Krappwurzel daher nur für ausgeblasene Eier.

