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Deutsches Grünes Kreuz übernimmt Koordination
(Marburg, 10.03.2002) Osteoporose - jede dritte Frau und jeder achte Mann erleidet im Laufe seines Lebens einen Knochenbruch aufgrund dieser Erkrankung. Insgesamt, so schätzen Experten, sind weltweit 150 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen.
Trotz dieser erschreckenden Zahlen stehen nur in wenigen Ländern ausreichende Früherkennungsmaßnahmen und Therapien zur Verfügung.
Beispiel Deutschland: Knochendichtemessungen, das etablierteste Instrument zur Früherkennung eines Knochenschwundes, werden erst nach der ersten Fraktur bezahlt - dann, wenn es bereits zu spät ist. Ähnlich problematisch ist die Therapie: Schätzungsweise nur 30 Prozent der Patientinnen und Patienten in der Bundesrepublik erhalten eine ausreichende Behandlung mit Medikamenten, deren Wirksamkeit wissenschaftlich gesichert ist. Deutschland muss als Entwicklungsland in der Osteoporosetherapie bezeichnet werden.
Dies soll sich ändern. Um einen gemeinsamen Aufruf gegen Osteoporose zu unterzeichnen, trafen sich im Frühling des vergangenen Jahres verschiedene prominente Frauen in Portugals Hauptstadt Lissabon. Unter den Teilnehmerinnen des Women Leaders' Roundtable war beispielsweise Königin Rania von Jordanien und Camilla Parker-Bowles.
Deutschland wurde dabei von Prof. Dr. Rita Süssmuth, ehemalige Bundesgesundheitsministerin und ehemalige Präsidentin des Bundestages, vertreten.
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"In der ganzen Welt steigt die Zahl der an Osteoporose erkrankten Patientinnen und Patienten rasant, auch bei uns. Und wenn wir nichts tun, wird sie sich nicht nur verdoppeln, sondern verdreifachen. Es wird allerhöchste Zeit, dass gesundheitspolitisch darauf reagiert wird", so Professor Süssmuth. Und weiter:"Wir könnten sehr viel Geld sparen, wenn wir Prävention und Therapie frühzeitig angehen würden - schliesslich wissen wir, welch hohe Kosten die Therapie einer durch Osteoporose ausgelösten Fraktur verursacht."
Ziele dieses "Women Leaders' Roundtable", dessen Koordination in Deutschland vom Deutschen Grünen Kreuz übernommen wurde, sind:
- Osteoporose als schwere Erkrankung anzuerkennen
- Frakturen durch Früherkennungs- und Präventionsprogramme zu verhindern
- Diagnostische und therapeutische Maßnahmen vor der ersten Fraktur einzuleiten
- Osteoporose als vorrangiges Gesundheitsproblem anzuerkennen.
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