DGK e.V. -Infektionen mit Enteroviren
Gesundheitsinformationen zu:
Coxsackie-B-Virus, Viruserkrankung, Atemstörung. Herzmuskelentzündung, Herzbeutelentzündung, Enteroviren
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Griechisches Viren-Mysterium geklärt

Infektionen mit Enteroviren
 

(Marburg, aktualisiert 2.5.2002) Wegen einer bis dahin unbekannten Viruserkrankung hatte das griechische Gesundheitsministerium am vergangenen Dienstag die Schließung aller Kindergärten, Volksschulen, Gymnasien und Universitäten des Landes angeordnet. Nach dem Auftreten mehrerer Erkrankungsfälle wurde das griechische Militär in Alarmbereitschaft versetzt. Mittlerweile wurde die verfügte Schließung sämtlicher Bildungseinrichtungen wieder aufgehoben.

Insgesamt wurden seit dem Ausbruch der Krankheit den Gesundheitsbehörden nach offiziellen Angaben landesweit insgesamt 50 Fälle aus mehreren Regionen gemeldet, unter anderem aus Athen, Kreta und anderen ägäischen und ionischen Inseln sowie auf dem Peloponnes und in Nordgriechenland.
Betroffene klagen über Atemstörungen und grippe-ähnliche Symptome. Viele Patienten litten unter Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung (Myo-/Perikarditis). Insgesamt gab es fünf Todesfälle. Neue Todesfälle wurden seit dem 25. April nicht gemeldet. Touristen oder Geschäftsleute aus dem Ausland sind nicht betroffen.

Das griechische Zentrum für spezielle Infektionskrankheiten teilte nach diversen Untersuchungen mit, dass es sich um ein Coxsackie-B-Virus handelt, der bei drei Todesfällen und der Mehrheit der Erkrankten festgestellt wurde. Der Virus gehört zur Familie der humanen Enteroviren. Der Virus gilt als ausgesprochen kardiotroper Virus, der eine akute Myokarditits, also eine entzündliche Herzerkrankung verursacht. Experten vermuteten bereits am Mittwoch vergangener Woche, dass es sich um einen Coxsackie-Virus handeln könnte. 1997 gab es in Malaysia eine Epidemie mit dem Coxsackie-Virus, bei der in drei Monaten 30 Kinder starben.

Obwohl nun die Art des krankheits-auslösenden Erregers geklärt ist, macht dies eine Behandlung nicht einfacher. "Ärzte können einzig die Symptome der Infektion behandeln", so ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Das Auswärtige Amt sieht keine Veranlassung, aufgrund der aufgetretenen Krankheitsfälle von Reisen nach Griechenland abzuraten. Personen mit schwacher Immunabwehr sollten sich allerdings von Ihrem Arzt beraten lassen.

Für die Einreise nach Griechenland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen. Die Reise sollte Anlass geben, den Impfschutz gegen Tetanus und Diphtherie zu überprüfen, Auffrischungsimpfungen sind alle zehn Jahre empfohlen. Bei Touristen, die sich langfristig in Griechenland aufhalten, oder bei besonderen Reiserisiken (Hygienemängel) sollte ein Impfschutz gegen Hepatitis A (gegebenfalls auch gegen Hepatitis B) vorliegen.

Sicherheitshinweise und weitere ständig aktualisierte Informationen gibt es beim Auswärtigen Amt unter der Hotline-Nummer 0 18 88 / 17 18 13 oder im Internet unter
www.auswaertiges-amt.de bei "Länderinformationen" oder "Medizinische Hinweise".

(Quellen: pte, dpa, ap, Reuters, Auswärtiges Amt)

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