DGK e.V. -Die Mehrheit des Bundestages hat sich am 30. Januar 2002 entschieden: Zukünftig dürfen embryonale Stammzellen unter strengen Auflagen zu Forschungszwecken nach Deutschland importiert werden.
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Forschungszwecke, adulte Stammtzellen, Grundlagenforschung, embryonale Stammzellen
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Bundestag stimmt für streng begrenzten Import embryonaler Stammzellen
Embryonale Stammzellen dürfen nach Deutschland eingeführt werden

Forscher erhoffen sich neue Möglichkeiten
 

(Marburg, 01.02.2002) Die Mehrheit des Bundestages hat sich am 30. Januar 2002 entschieden: Zukünftig dürfen embryonale Stammzellen unter strengen Auflagen zu Forschungszwecken nach Deutschland importiert werden.


Drei Anträge zur Regelung dieser Frage standen den Abgeordneten zur Abstimmung. Einer der Anträge sprach sich für die Forschung an und Herstellung von embryonalen Stammzellen (ES-Zellen) aus, ein zweiter Antrag hielt an einem absoluten Verbot an ES-Zellen fest und der dritte Antrag war für die Einfuhr in Ausnahmefällen. Für den fraktionsübergreifenden Antrag, der zwar die Produktion von embryonalen Stammzellen in Deutschland verbietet, aber die Erlaubnis für den Import in eng eingegrenzten Fällen erteilen will, waren 340 von 618 Abgeordnete.

Die Stammzell-Forschung ist zu einem der wichtigsten Themen der modernen Medizin geworden. Stammzellen sind undifferenzierte Vorläuferzellen des menschlichen Körpers, die sich zu spezialisierten Zellen entwickeln können. Beispiele können sein: Blutzellen, Nervenzellen, Muskelzellen, Knorpelzellen und Knochenzellen.

Adulte Stammzellen

Im Unterschied zu diesen "totipotenten" ES-Zellen sind "adulte" (erwachsene) Stammzellen schon sehr auf die Aufgaben in ihrem speziellen Organ festgelegt. Blutbildende Stammzellen finden sich beispielsweise im Knochenmark und werden schon heute in der Medizin zur Stammzelltherapie genutzt. Auch das Nabelschnurblut neugeborener Kinder ist reich an blutbildenden Stammzellen und enthält zudem Vorläuferzellen für unterschiedliche Gewebe wie Knorpel, Knochen, Muskeln, Nerven und Leber.

Grundlagenforschung aus embryonalen Stammzellen

Mit der begrenzten Einfuhr von ES-Zellen haben die Wissenschaftler nun auch in Deutschland die Möglichkeit, die Entwicklungsschritte zu untersuchen die zum Beispiel zwischen der ES-Zelle und der Nervenzelle liegen. Diese Grundlagenforschung ist notwendig, damit eines Tages die Züchtung von spezialisiertem Gewebe aus Stammzellen - auch aus den Stammzellen des Nabelschnurblutes - gelingt.

Die Forscher erhoffen sich durch die Stammzellforschung neue Möglichkeiten zum Beispiel für die Behandlung von Parkinson, Alzheimer, Blutkrebs und Krankheiten des Immunsystems.

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