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Auch die wenig wärmende Wintersonne
strapaziert die Haut
(Marburg, 14.01.2003) Strahlend weißer Schnee und glasklare Luft. Es knirscht bei jedem Schritt. Jetzt raus aus der warmen Hütte und rauf auf die Piste! Wintersportler tummeln sich in dieser Jahrezeit den ganzen Tag lang in gleißendem Sonnenlicht und schneidender Kälte. Unbedeckte Hautpartien sind dabei extremen Bedingungen ausgesetzt. Oder hätten Sie gedacht, dass bei einer Skiabfahrt die Temperaturen auf der Gesichtshaut kurzfristig bis auf minus 50 Grad Celsius absinken können?
Doch nicht nur die Kälte macht der Haut zu schaffen. Die UV-Strahlung nimmt pro 1000 Höhenmetern um 15 bis 20 Prozent zu. Dies betrifft vor allem die UV-B- Strahlung, also der Strahlung, die Sonnenbrand verursacht. Aufgrund der Reflexion durch die Schneedecke kann zudem die Intensität der gesamten UV-Strahlung im Vergleich zu einer Grasfläche um bis zu 80 Prozent größer sein. Im Gebirge muss man daher mit einer massiven Erhöhung der Sonnenbrandgefahr rechnen.
Creme im Winter besser geeignet
als Lotion, Milch und Gele
Skifahrer und Snowboarder sollten sich vor Reisebeginn über den richtigen Sonnenschutz schlau machen. Häufig wird dabei übersehen, dass die Textur, also die Zubereitungsart der Sonnenschutzprodukte eine entscheidende Rolle spielt. "Öl in Wasser"-Produkte, wie zum Beispiel Lotionen oder Milch, enthalten viel Wasser. Gele enthalten noch mehr Wasser und wirken daher durch Verdunstung leicht austrocknend - was im Sommer angenehm sein kann. Für den Schutz auf der Piste sind Lotionen, Milch und Gele allerdings gänzlich ungeeignet. Durch den Wind und die extrem trockene Luft im Hochgebirge wird die Haut ausgetrocknet. Und: Nimmt die Haut zuviel Wasser auf, besteht die Gefahr von Erfrierungen. Die Sonnenschutzmittel aus dem Sommerurlaub sollten daher besser zu Hause bleiben.
Optimal hingegen sind reichhaltige "Wasser in Öl"-Produkte, also Cremes. Sie sollten einen sehr hohen Lichtschutzfaktor enthalten, beispielsweise 45, kombiniert mit einem hohen UV-A Schutz (15). Eine fetthaltige Creme bietet zudem einen guten Kälteschutz.
Nase, Ohren und Lippen brauchen mehr
Besonders gefährdet durch die intensive Höhensonne sind die so genannten Sonnenterassen. Nase, Wangenknochen und Ohren müssen daher besonders gut geschützt werden. Am besten besorgt das ein Sunblock-Stift (LSF 60/UV-A-Faktor 20), wie er in Apotheken zu bekommen ist. Er ermöglicht gezieltes und schnelles Auftragen und passt in jede Jackentasche. Damit macht man sich das Nachcremen auf der Piste leicht. Das ist auch für die Lippen wichtig. Denn die starke UV-B- Strahlung kann die lokale Immunabwehr kurzzeitig so stark hemmen, dass Herpesviren aktiviert werden. Lästiger, juckender "Gletscherbrand" ist die Folge.
Auch wenn es an der Talstation grau und neblig ist: Nie ohne Sonnenschutz ins Skigebiet starten, denn die Skipisten liegen - glücklicherweise - meist über den Wolken und Nebelbänken!

