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Ist auch Deutschland in Gefahr?
(Marburg, 09.09.2002) Panik in New York - das West-Nil-Fieber geht um. Müssen auch wir uns Sorgen machen? Angeblich sei noch kein Fall der Virusinfektion in Europa bekannt geworden, heißt es in den einschlägigen Gazetten. Stimmt nicht, schrieb das Robert Koch-Institut schon vor zwei Jahren in seinem Epidemiologischen Bulletin.
Danach erkrankte eine Brandenburgerin am West-Nil-Virus. Sie hatte kurz vorher vier Wochen Urlaub in Kenia gemacht. Drei Tage nach ihrer Rückkehr stellte sie sich mit Fieber, grippeähnlichen Symptomen (Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Husten und Schnupfen) bei ihrem Hausarzt vor. Die Infektion heilte spontan und ohne Folgen aus, aber die Patientin brauchte eine ganze Weile, bis sie wieder ganz fit war.
Todesfälle kommen bei diesem Virus nur vereinzelt vor, und dann meist bei Patienten über 50 Jahren, so das Robert Koch-Institut weiter. Dagegen schätzen die Mitarbeiter des amerikanischen Bundesseuchenamtes CDC (Centers for Disease Control) in Atlanta, dass sich in diesem Jahr allein mehr als 10.000 Amerikaner mit dem Virus infiziert haben. Insgesamt sind bisher aber lediglich 954 Fälle offiziell gemeldet worden, 43 Menschen starben inzwischen an den Folgen der Infektion.
Wer glaubt, mit dem West-Nil-Virus könne man sich nur in Afrika und New York infizieren, der irrt. Der Erreger wird von Mücken, die auch in Deutschland heimisch sind, übertragen. Für Panik gibt es aber dennoch keinen Grund.

