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Bislang waren als Virusreservoir nur Affen bekannt
(Marburg, 19.12.2002) Ebola hat mehrere hundert Todesopfer in Zentralafrika gefordert, seit es 1976 entdeckt wurde. Seine Herkunft ist immer noch unklar. Der Erreger des verheerenden Ebola-Fiebers ähnelt, so zeigen neue Erkenntnisse, auffällig manchen Vogel-Viren. Die Seuche kann möglicherweise vom Federvieh auf den Menschen überspringen. Zu diesem Ergebnis kommen US-amerikanische Wissenschaftler von der Universität Purdue in West Lafayette, Indiana, die den biochemischen Aufbau des tödlichen Erregers untersucht haben. Seine Proteinhülle ähnelt demnach der Hülle einiger Retroviren, die in Vögeln vorkommen.
Zuvor hatten Forscher bereits genetische Übereinstimmungen zwischen den Viren entdeckt. Mit den neuen Ergebnissen, die in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Journal of Virology" erschienen sind, wird ein gemeinsamer evolutionärer Ursprung der Erreger noch wahrscheinlicher.
"Wir wussten, dass sich diese Viren innerlich ähneln, und nun haben wir auch noch äußere Gemeinsamkeiten festgestellt", sagt Teamleiter David Sanders. Er hält es deshalb für möglich, dass Vögel bei der Verbreitung der verheerenden Seuche eine Rolle spielen. Eine Übertragung durch Vögel sei zwar keineswegs sicher, so der Biologe, die Ähnlichkeiten zwischen diesen Viren zeigten jedoch, dass die Gesundheitsbehörden auf der Hut sein sollten.
Das Team um Sanders arbeitet daran, das tödliche Virus zu entschärfen und so für die Gentherapie nutzbar zu machen. Die Forscher haben dazu nicht nur gefährliches Erbgut aus dem Erreger entfernt, sondern auch seine Außenhülle vereinfacht. Ziel ist ein Virenpräparat, das inhaliert wird und so Gene gegen Lungenkrankheiten in den Körper schleust. Das veränderte, harmlose Virus dient also als "Transporter".
Quelle: Journal of Virology, Januar 2003

