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Die meisten Menschen überschätzen ihren Eigenschutz
(Marburg, 12.07.2002) Die deutschlandweite Tour mit dem UV-Mobil, eine gemeinsame Aktion des Deutschen Grünen Kreuz, Vichy Laboratoires und des Berufsverbandes Deutscher Dermatologen, endete bei strahlendem Sonnenschein in Karlsruhe.

Das UV-Mobil besuchte 24 Städten. Interessierte konnten sich beraten und die Haut checken lassen. Viele Menschen konnten über die flankierende Medienarbeit erreicht werden: In 23 TV- und 24 Hörfunksendungen wurde über die Aktion und das Thema "Sonnenschutz" berichtet.
Da ein guter Sonnenschutz individuell an die Haut eines jeden angepasst werden sollte, wurde in der Beratung als erstes der Fototyp ermittelt. Hierbei zeigte sich: Die meisten Menschen überschätzen ihren Eigenschutz und damit die Zeit, die sie ohne Schaden zu nehmen in der Sonne bleiben können. Nur eine Gruppe schätzte sich realistischer ein. Viele Menschen, deren Haut dem Fototyp 1 (keltischer Typ, besonders sonnenempfindlich) entspricht wissen, wahrscheinlich aus leidvoller Erfahrung, dass sie ungeschützt nicht länger als 5 bis 10 Minuten in der Sonne bleiben sollten.
Nach der Untersuchung mit einer UV-Kamera, die sonnenbelastete Zonen im Gesicht darstellt, ließen die meisten Besucher ihre Leberflecken von einem Dermatologen begutachten. Der Verband Kölner Hautärzte bot einen besonderen Service: Der Dermatologe im UV-Mobil fotografierte alle Leberflecken. Die Bilder wurden - natürlich anonym - zur Information der Betroffenen ins Internet gestellt. Unter www.eczem.de kann man die Ergebnisse anschauen.
Die fünf häufigsten Fragen:
- "Wie lang kann ich beispielsweise mit Lichtschutzfaktor (LSF) 10 in der Sonne bleiben?"
Antwort: Wenn Sie ohne Sonnenschutzmittel 10 Minuten in der Sonne bleiben könnten (entspricht Fototyp 1), können Sie mit LSF 10 zehnmal länger, also etwa 100 Minuten in der Sonne bleiben. Diese Zeitspanne sollte allerdings nicht ganz ausgenutzt werden.
- "Was kann ich gegen Sonnenallergie tun?
Antwort: Die wichtigste Maßnahme ist, die Haut sehr langsam an die Sonne zu gewöhnen. Sonnenallergien werden durch UV-A-Strahlung ausgelöst. Sonnenschutzprodukte sollten daher einen hohen UV-A-Schutz enthalten. Einigen Menschen hilft auch die Einnahme von Beta-Caroten.
- "Woran erkenne ich gute Sonnenschutzprodukte?"
Antwort: Sonnenschutzprodukte sollten fotostabile Filtersubstanzen enthalten, die sowohl vor UV-B- als auch vor UV-A-Strahlung schützten. Die Cremes oder Gele sollten möglichst wenig Konservierungsmittel und Duftstoffe enthalten.
- "Ist Solarienbräune wirklich schädlich?"
Antwort: Solarien geben hochdosierte UV-A-Strahlen ab. Diese dringen in die Tiefe der Haut ein und zerstören dort die elastischen Fasern. Mögliche Folgen nach längerer Solarienbenutzung: knittrige, ledrige Haut, Hautkrebs.
- "Ich habe viele Leberflecken. Bin ich besonders gefährdet in Bezug auf Hautkrebs?"
Antwort: Alle Menschen, die mehr als 50 Leberflecken haben, haben ein erhöhtes Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Besonders achtsam sollten jene Menschen sein, bei denen weitere Risikofaktoren zutreffen, wie beispielsweise Melanomvorkommen in der Familie. Menschen mit vielen Leberflecken sollten diese mindestens einmal im Jahr vom Hautarzt überprüfen lassen.
Fünf Tipps für lang anhaltende Urlaubsbräune:
- Achten Sie darauf, Ihre Haut langsam an die Sonne zu gewöhnen.
- Auch im Schatten oder mit starken Sonnenschutzmitteln geschützt, bräunt die Haut. Langsamer zwar, aber dafür hält die Bräunung länger an.
- Pflegen Sie Ihre Haut über den Urlaub hinaus mit guten Aprés-Soleil Produkten. Diese sollten Anti-Radikal-Komplexe mit Vitamin E enthalten.
- Wenn die Bräunung langsam verblasst, kann mit Farbe aus der Tube ein wenig nachgeholfen werden. Auf leicht gebräunter Haut werden besonders gute Färbeergebnisse erzielt. Diese Verlängerung der Urlaubsbräune ist absolut unschädlich und somit einem Solariumbesuch vorzuziehen.
- Vermeiden Sie Hautbehandlungen wie Peelings. Mit den Hornhautzellen wird auch die Bräune "weggerubbelt".

