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Strengere Vorschriften für schafreiche Gegenden
(Marburg, 17.09.2002) Der Lahn-Dill-Kreis (Hessen) will endlich die Q-Fieber-Ausbrüche in den Griff bekommen. Weil sich im vergangenen Jahr mehr als 100 Menschen mit dem Erreger der grippeähnlichen Krankheit angesteckt haben, erließ der Kreis jetzt schärfere Vorschriften für Schafhalter. Schafe gelten als Hauptüberträger der so genannten Balkangrippe. Bereits im November 2001 war das Fieber in der Region Breitscheid aufgetreten, weitere Städte und Gemeinden folgten.
Weil der Lahn-Dill-Kreis zu einer der schafreichsten Gegenden Deutschlands zählt, will das örtliche Landratsamt den Infektionsweg des Bakteriums Coxiella burnetii mit mit Hilfe eines Katalogs von Vorschriften unterbrechen. So müssen etwa Muttertiere im Stall ihre Lämmer bekommen, weil die Nachgeburt als hochinfektiös gilt. Zudem müssen Schafe mit Zeckenmittel behandelt werden, weil Zecken die Tiere infizieren. Die Regeln gelten bis Juni 2003.
Wie das Robert Koch Institut in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin mitteilte, ist das Q-Fieber eine von Tieren auf Menschen übertragbare Infektionskrankheit. Diese ist mit Ausnahme von Neuseeland und der Antarktis weltweit verbreitet. Gefährdet sind alle Personen, die engen Kontakt mit Tieren haben, etwa Schlachter, Fellverarbeiter, Halter oder veterinärmedizinisches Personal.
Eine akute Q-Fieber-Infektion (Query fever) beginnt meist mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf kann einen Lungenentzündung oder eine Hepatitis auftreten.
Im Epidemiologischen Bulletin (Ausgabe 37/2002) ist ein "RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte" zu Q-Fieber erschienen.
Weitere Informationen unter www.rki.de

