DGK e.V. -Porträt Jeannine Rathjen
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'Leben ist Bewegung. Und Sport ist Bewegung und damit Leben'

'Leben ist Bewegung. Und Sport ist Bewegung und damit Leben'
 

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Steckbrief

Name:
Jeannine Rathjen
Geburtsdatum:
29. September 1965
Wohnort:
Potsdam
Verein:
OSC Potsdam
Beruf
: Profisportlerin, Marathon-Handicap-Läuferin (Triathletin)
Internet: www.jeannine-rathjen.de

Sie läuft und läuft und läuft. Sie steht im Guinness-Buch der Rekorde mit 43 Marathon-Läufen im ersten Laufjahr und gilt als schnellste Marathon-Handicap- Läuferin der Welt. Mehrere Deutsche Meisterschaften im Triathlon hat sie im Behindertensport gewonnen. Und selbst 100 Kilometerläufe und die Ironmandistanz hat sie bewältigt. Dies ist eine bemerkenswerte Leistung, wenn man bedenkt, dass dies eigentlich unmöglich ist.

Seit sie mit 18 Jahren einen Autounfall hatte, leidet Jeannine Rathjen an einem "Compartment-Syndrom". Ihr rechter Unterschenkel, beziehungsweise einige Muskeln, die Fuß und Zehen anheben, sind vollständig gelähmt - selbst die restlichen Muskeln, unter anderem Anteile der Wadenmuskulatur, kann sie nicht willkürlich beeinflussen. Im Radsport ist sie den Unterschenkelamputierten gleichgestellt.


Jeannine kann ihre Fußspitze nur mit Hilfe einer Spezial-Orthese aus Carbon anheben, da sie sonst über den Boden schleifen würde. Diese Behinderung nennt man "Fallfuß", mit dem normalerweise laufen nicht möglich ist. Nur mit einer "Trickbewegung" - sie hebt ihr rechtes Knie so hoch, dass sie nicht mit der Fußspitze am Boden hängen bleibt - kann sie koordiniert gehen. Durch das Zusammenspiel von Hüfte, Knie und blockiertem Sprunggelenk erreicht die 37-Jährige den Ausgleich zur fehlenden Funktion des rechten Unterschenkels. Dies gibt ihr die Fähigkeit zum schnellen und ausdauernden Laufen.

Seit drei Jahren ist Jeannine Rathjen nun schon Profi-Sportlerin die Ausnahmeleistungen bringt. Dass sie eines Tages soweit kommen könnte, hätte sie nach ihrem Unfall niemals gedacht. Der Weg über Rollstuhl, Krücken und Stock bis hin zum Einlaufziel war hart, "aber es hat sich gelohnt", sagt Jeannine. Sie möchte gerne Vorbild sein, denn "vor allem behinderte Menschen, besonders Frauen, haben oft Angst Sport zu treiben", betont sie. "Nicht jeder muss Leistungssportler werden, aber Sport kann helfen, ein aus dem Gleichgewicht geratenes Leben in vernünftige Bahnen zu lenken und neue Hoffnung zu geben." Sie selbst ist das beste Beispiel dafür. "Ich würde mir sehr wünschen, dass jeder Mensch mit einem Handicap im Behindertensport sein Zuhause findet und damit die eigene Isolation ein wenig verringert."

Ziele hat Jeannine noch viele. Aber einmal beim Mythos "Ironman auf Hawaii" dabei zu sein, dass wäre schon was...

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