DGK e.V. -WHO: 'Gewalt ist vorhersehbar und vermeidbar'
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Gewalttätigkeit und Gesundheit

WHO: 'Gewalt ist vorhersehbar und vermeidbar'

(dgk) Erschreckende Zahlen: Jährlich werden 1,6 Millionen Menschen Opfer von Gewalt, so eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Danach ist Gewalt die Todesursache Nummer eins in der Altersgruppe zwischen 15 und 44 Jahren.

Einer weltweiten Analyse von Daten zufolge leiden Jungen häufiger unter Schlägen oder ähnlichen Misshandlungen als Mädchen, bei denen allerdings die Rate des sexuellen Missbrauchs deutlich höher liegt. Kinder unter vier Jahren sind besonders von schweren Verletzungen oder gar Tod bedroht. Bei den Tätern handelt es sich überwiegend um Männer. Etwa ein Fünftel aller Frauen und fünf bis zehn Prozent der Männer wurden als Kinder sexuell missbraucht, zeigen verschiedene Untersuchungen. Dies nur ein Ausschnitt aus der Studie der WHO zu Gewalt und Gesundheit, die Anfang Oktober in Brüssel und Genf vorgestellt wurde.

Forscher werteten hierfür Veröffentlichungen und Berichte zu Kindesmisshandlungen aus. Als besondere Schwierigkeit erwies es sich dabei, dass Kindesmisshandlung je nach Staat unterschiedlich definiert wird: Während in den USA beispielweise eine Ohrfeige als Kindesmisshandlung gilt, sehen dies viele Länder anders. In etlichen Ländern lagen zudem gar keine Daten zum Thema vor.

Aufgrund von Gewalt sterben jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen. Sie gehört damit zu den führenden Todesursachen unter den 15- bis 44-Jährigen: 14 Prozent der Todesfälle unter Männern beziehungsweise 7 Prozent unter Frauen gehen darauf zurück. Nahezu jede Minute wird ein Mensch durch andere getötet, über die Hälfte von ihnen in bewaffneten Konflikten, nahezu alle 40 Sekunden geschieht ein Selbstmord.

Der Weltbericht über Gewalttätigkeit und Gesundheit ist der erste komplette Report seiner Art über Gewalt als globales Problem des öffentlichen Gesundheitswesens. Nach den Worten von WHO-Generalsekretärin Gro Harlem Brundtland soll die Studie Tabus brechen und an der vielfachen Haltung rütteln, dass Gewalt einfach eine private Familienangelegenheit, eine individuelle Wahl oder eine nicht vermeidbare Facette im Leben sei. Gewalt sei vielfach voraussagbar und vermeidbar.

Die WHO definiert Gewalt als eine angedrohte oder ausgeführte absichtliche Anwendung physischer Kraft und Stärke gegen sich selbst, eine andere Person oder eine Gruppe oder Gemeinschaft, die entweder mit großer Wahrscheinlichkeit oder tatsächlich zu Verletzung, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Verlust führt.

Zum Weiterlesen: http://www5.who.int/violence_injury_prevention/main.cfm?s=0009

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