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Virus bei Vögeln gefunden
(Marburg, 20.05.2003) In den USA befürchten Wissenschaftler eine neue Welle des West-Nil-Fiebers. In mehreren Bundesstaaten sei das entsprechende Virus bei toten Vögeln gefunden worden, berichtete die Zeitung USA Today am Montag. Zudem gebe es in Louisiana bei zwei Menschen den Verdacht einer Infektion. Das West-Nil-Virus ruft bei Menschen normalerweise eine grippeähnliche Erkrankung mit Fieber hervor.
Wissenschaftler sähen in den Beobachtungen Warnsignale vor einem Ausbruch, der sich erst in der warmen Jahreszeit voll entfalten könnte, berichtet die Zeitung. Dass infizierte Vögel "an so vielen Orten und in so vielen verschiedenen Bundesstaaten" gefunden wurden, sei ein schlechtes Zeichen, sagte der Epidemiologe Mike Bunning vom US-Zentrum für Seuchenkontrolle der Zeitung.
Wie USA Today schreibt, wurden im vergangenen Jahr beim bislang schlimmsten West-Nil-Ausbruch in den USA 4.156 Menschen infiziert, von denen 284 starben.
Zum ersten Mal war der von der Mückenart Culex pipiens übertragene und wahrscheinlich aus dem Nahen Osten oder Afrika nach Amerika eingeschleppte Erreger im Sommer 1999 in New York aufgetaucht.
US-Forscher sind intensiv auf der Suche nach einem Impfstoff gegen das West-Nil- Virus. So bereitet die Universität von Minnesota derzeit eine Testreihe an Vögeln mit einem gentechnisch erzeugten Impfstoff vor. Bei Menschen könnte die Impfung bereits im kommenden Sommer getestet werden, erklärte ein Sprecher der Herstellerfirma.
Das West-Nil-Fieber beginnt meist drei bis sechs Tage nach der Infektion abrupt mit Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Bei wenigen Patienten kommt es zu einer Hirn- oder Hirnhautentzündung. In der Regel heilt die Infektion komplikationslos aus, allerdings müssen sich die Patienten oft wochenlang erholen. Das West-Nil-Fieber kann jedoch gelegentlich lebensgefährlich verlaufen. Todesfälle wurden nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts vor allem bei Patienten über 50 Jahren beobachtet.

