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Junge starb nach Eis-Unfall
(Marburg, 08.01.04) "Ein sechs Jahre alter Junge, der am Mittwoch beim Spielen auf einem zugefrorenen Teich zusammen mit seinem neun Jahre alten Bruder ins Eis eingebrochen war, ist verstorben. Der Junge war bewusstlos mit starken Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht worden. Sein Bruder ist nach Angaben vom Donnerstag wieder wohlauf." So lautet die Kurzmeldung des Hessischen Rundfunks vom 8. Januar 2004.
Zugefrorene Seen, Weiher oder andere offene Gewässer locken bei eisigen Temperaturen zum Schlittschuhlaufen oder einfach nur zu einer kleinen Rutsch- oder Schlitterpartie. Doch der Tanz auf dem Eis birgt Gefahren.
Kinder überschätzen leicht die zum Teil viel zu dünne Eisdicke. Auch wenn in Ufernähe das Eis fest erscheint, kann das ein paar Meter weiter schon anders aussehen. Bricht das Eis weg, fällt man unweigerlich in das Wasser. Die Folge ist eine lebensgefährliche Unterkühlung. Bereits nach zwei Minuten haben Kinder kaum noch eine Überlebenschance. Nasse schwere Kleidung schränkt Verunglückte in ihrer Beweglichkeit ein und kostet Kräfte. Eingebrochene können sich selten selbst retten, da die Eisfläche beim Aufstützen immer wieder bricht.
Erwachsene sollten mit gutem Beispiel voran gehen und die Eisflächen erst dann betreten, wenn wir über mehrere Wochen Dauerfrost haben und die Eisfläche mindestens 15 Zentimeter dick ist. Sind Verbotsschilder aufgestellt, sollten diese unbedingt beachtet werden!
Wenn es doch zu einem Einbruch kommt, ist überlegtes Verhalten erforderlich. Auf keinen Fall sollte man direkt bis zur Einbruchstelle vordringen, um nicht selbst einzubrechen. Am besten legt man sich auf eine Leiter, die das Gewicht auf eine große Eisfläche verteilt, und versucht so, bis zu der Einbruchsstelle zu rutschen. Im Idealfall ist man auch noch durch ein Seil gesichert.
Ist der Verunglückte aus dem Eis befreit, ist Eile geboten: Der Verletzte muss möglichst schnell von seinen nassen Kleidern befreit, in Decken gehüllt und in einen beheizten Raum gebracht werden

