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Masernepidemie
Mit steigendem Alter ist die Komplikationsrate höher
(Marburg, 11.06.03) Ein Ende der Masernepidemie in der Schweiz ist vorerst nicht in Sicht. Nachdem nun auch der Kanton St. Gallen betroffen ist, befürchtet der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte auch eine Ausbreitung in Süddeutschland.
Von insgesamt 315 klinischen Fällen, die das Schweizer Bundesamt für Gesundheit in Bern in den Monaten Mai 2002 und April 2003 registriert hat, sind 29 Prozent im Alter zwischen 5 und 10 Jahren, 27 Prozent zwischen 10 und 14 Jahren, 20 Prozent zwischen 15 und 19 Jahre alt. 8 Prozent waren 20 Jahre alt und 2 Prozent jünger als 1 Jahr. Die größte Altersgrupppe ist damit die der über Zehnjährigen (55 Prozent).
Mit steigendem Alter ist die Komplikationsrate höher. Das zeigt auch die Erhebung: 20 von 317 Fällen waren hospitalisiert. In 28 Fällen gab es Komplikationen: Enzephalitis (2), Lungenentzündung (7), Verdacht auf Lungenentzündung (3), Herzmuskelentzündung (1), Mittelohrentzündung (1), Hepatitis (1), Muskelkrämpfe (1) waren die schweren Folgen der Masernerkrankung. Bislang gab es noch keine Todesfälle. Der Großteil der betroffenen Kinder war nicht geimpft. Die Kinder, die geimpft waren, jedoch nur einmal.
(Paget WJ, Zimmermann H, Vorkauf H and the Sentinella Working Group. A national measles epidemic in Switzerland in 1997: consequences for the elimination of measles by the year 2007. Eurosurveillance 2000; 5: 17-20 ( www.eurosurveillance.org/em/v05n02/0502-222.asp )
Masernepidemie weitet sich aus
(Marburg, 04.06.03) Die Masern-Epidemie in der Schweiz weitet sich aus. Derzeit gebe es bereits 486 Erkrankte, teilte Dr. Hans-Peter Zimmermann vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit in Bern mit. Die meisten Infektionen verzeichne der Kanton Wallis. Der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät inzwischen allen deutschen Touristen, die über Pfingsten in die Schweiz fahren wollen, ihren Impfschutz zu überprüfen.
Die Masern-Epidemie könne auch Süddeutschland erreichen, warnt der Verband: "Unsere Impfquoten sind leider nicht besser als die der Schweiz."
Nach Angaben des Robert Koch-Institutes in Berlin bekommen nur etwa 80 Prozent aller Kinder in Deutschland die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Die zweite Impfung, die bis zum 23. Lebensmonat gegeben werden soll, erhalten sogar nur 25 Prozent der Kinder. "Viele Eltern vergessen die notwendige zweite Impfung gegen MMR bei ihren Kindern - oder halten sie auch leider nicht für notwendig", so Dr. Sigrid Ley vom Deutschen Grünen Kreuz. Eltern sollten den Impfschutz ihrer Kinder überprüfen und ausgebliebene Impfungen umgehend nachholen.

