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(Marburg, 22.08.03) In einem Pflegeheim in Vancouver ist eine Virus-Erkrankung aufgetaucht, die SARS gleicht, berichtet die Tageszeitung "New York Times". Nach ersten Aussagen der Gesundheitsbehörden sind in dem Altersheim mehr als 100 der 142 Bewohner und 48 Angestellte von der Erkältungs-Krankheit mit Lungenbeschwerden betroffen. Sieben Personen sind bereits an den Folgen gestorben. In einem zweiten Pflegeheim seien ebenfalls erste Erkrankungsfälle aufgetreten.
Der Erreger scheint Gemeinsamkeiten mit dem SARS-Virus zu haben. Bei den meisten Betroffenen ist der Krankheitsverlauf aber wesentlich schwächer als bei SARS. So wird berichtet, dass einige nur über Grippesymptome klagten und das für SARS typische hohe Fieber bei der Krankheit nicht vorhanden sei.
Erste Genanalysen des im Blut der Erkrankten gefundenen Virus zeigen, dass es sich dabei um eine Mutation des SARS-Erregers (Corona-Virus) handeln dürfte. In sieben von acht Proben des untersuchten Virus waren die Erbgutabschnitte (je rund 800 Basenpaare) identisch mit jenen des SARS-Virus. In der achten Probe stimmten die Gensequenzen in lediglich einem einzigen Basenpaar nicht überein.
Die Forscher befürchten, dass ein neuer SARS-Ausbruch bevorsteht. Das Virus sei durch eine kleine Mutation nicht mehr so aggressiv wie der ursprüngliche Erreger, aber immer noch äußerst bedrohlich.
Schon in der Vergangenheit haben Experten vor einem Wiederaufflackern der gefährlichen Krankheit gewarnt. Kanada war das Land außerhalb Asiens, das von SARS am stärksten betroffen war. Weltweit führte dies zu mehr als 15.000 Erkrankungs- und 800 Todesfällen.

