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(Marburg, 10.07.2003) Wenn einer eine Reise tut, dann bringt er meist was mit. Einkaufen gehört zu den beliebtesten Urlaubsbeschäftigungen. Leider werden auch lebendige Tiere als Reisesouvenirs immer beliebter.
Exotische Vögel, Reptilien, Spinnen, Seepferdchen, Schildkröten, Schlangen, Korallen, Muscheln und Schnecken - weil viele auf solche Urlaubsmitbringsel nicht verzichten wollen, sind manche Tierarten sogar vom Aussterben bedroht. Sämtliche bedrohten Tier- und auch Pflanzenarten - insgesamt mehr als 40.000 - sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) geschützt. Wer bedrohte Tiere oder Pflanzen - oder Produkte daraus - aus dem Urlaub mitbringt, wird bestraft. Leider halten sich viele nicht daran. Selbst wenn die Tiere den Transport und die damit verbundene Klimaumstellung überleben, bedeutet die meist nicht artgerechte Haltung in Deutschland ihr sicheres Todesurteil. Exoten, die auf diese Art und Weise in deutschen Haushalten landen, verenden dort meist jämmerlich.
Nicht zuletzt schleppen ahnungslose Tierliebhaber mit illegalen Importen dieser Art zudem vermehrt Krankheiten und Parasiten nach Europa ein, die die legalen Bestände hierzulande bedrohen.
Auch wer einen Hund oder eine Katze aus dem Urlaub in Südeuropa mit nach Hause bringt, kann sich eine Menge Kummer und Ärger einhandeln. Zwar sind Hunde und Katzen nicht durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt.
Doch beide benötigen nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn bei der Einreise nach Deutschland einen internationalen Impfpass sowie eine Gesundheitsbescheinigung. Leidtragende der Tatsache, dass viele dies nicht wissen, sind oft die Tiere: Da ihre neuen Besitzer die Geduld verlieren, landen sie im Tierheim. Streunenden Vierbeinern aus Spanien, Italien oder Griechenland, die aus Mitleid mitgenommen werden, ist oft besser geholfen, wenn die Tierschutzvereine in den Urlaubsländern mit einer Spende unterstützt werden.
Außerdem gibt es auch hierzulande genug einsame Tier in unseren Tierheimen, die sich über ein neues Zuhause freuen würden - gerade in der Urlaubszeit.

