DGK e.V. -Grippe ist und bleibt unberechenbar. In dieser Saison rollte die Welle unerwartet früh an, nämlich schon ab Oktober.
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Frühe Grippewelle schockt

(Marburg, 04.12.2003) Grippe ist und bleibt unberechenbar. In dieser Saison rollte die Welle unerwartet früh an, nämlich schon ab Oktober. Betroffen sind vor allem unserer Nachbarstaaten. In England und Schottland sind mittlerweile schon sechs Kinder an der schweren Viruserkrankung gestorben.

Dagegen ist es in Deutschland bisher ruhig. Wahrscheinlich ist es aber nur die Ruhe vor dem Sturm. Experten raten angesichts der frühen Erkrankungswelle im benachbarten Ausland, spätestens jetzt die bestehenden Empfehlungen zur Grippeimpfung anzunehmen. So kann der Schutz noch rechtzeitig aufgebaut werden, bevor sich die Viren hierzulande ausbreiten. Empfohlen wird die schützende Spritze allen ab 60 Jahren sowie chronisch Kranken jeglicher Altersstufen. Gefährdete Kinder mit chronischen Krankheiten und auch Frühgeborene können ab dem sechsten Lebensmonat geimpft werden. Dabei ist es überlegenswert, auch die Geschwister zu impfen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Dasselbe gilt auch für Kinder, die mit chronisch kranken Erwachsenen zusammenleben, die durch eine Influenza besonders gefährdet sind. Dies wird beispielsweise in den USA ausdrücklich empfohlen.

Ältere und kranke Menschen zählen zu den Hauptrisikogruppen, weil sie sich leicht infizieren und der Krankheitsverlauf meist auch sehr viel schwerer ist als bei jüngeren Menschen oder Gesunden. Nichtsdestotrotz sind auch ansonsten Gesunde nicht vor den Influenzaviren sicher. Das zeigte sich in der vergangenen "Grippesaison", als sich mehrere Millionen Berufstätige krankschreiben lassen mussten. Wer beruflich viel mit Menschen zu tun hat, ist einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt und sollte sich deshalb ebenfalls jeden Herbst aufs Neue impfen lassen. Besonders aufgerufen sind medizinisches Personal und Angestellte in Alten- oder Pflegeheimen. Denn sie sind nicht nur selbst gefährdet, sondern stecken möglicherweise diejenigen an, mit deren Pflege sie betraut sind.

In unseren Nachbarstaaten (Frankreich, Irland, England, Spanien, Portugal und Norwegen) hat sich die Virusgrippe (Influenza) dieses Jahr relativ frühzeitig ausgebreitet. Es wurde auch schon von Todesfällen berichtet. Der vorherrschende Stamm ist der A/H3N2-Suptyp Fujian. Dieser Stamm weist eine Kreuzimmunität mit dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen und im Impfstoff enthaltenen Subtyp Panama auf, so dass der gebräuchliche Grippeimpfstoff weitgehend vor der Erkrankung schützt. Entsprechend wurde dem Paul Ehrlich Institut bisher nicht bekannt, dass im In- oder im Ausland ein Geimpfter an Virusgrippe mit dem Stamm Fujian erkrankte.
Wenn Sie also in ein von der Influenza betroffenes Land reisen wollen, ist auch jetzt noch eine Grippeimpfung zu empfehlen. Das gilt auch für Kinder. Sie sollten allerdings bedenken, dass der volle Impfschutz erst etwa 14 Tage nach der Impfung eintritt.
Mehr dazu finden Sie auch unter www.ibera-online.de oder www.eiss.org .

Wer sich bezüglich Grippe auf dem Laufenden halten will, kann jeden Mittwoch den neuen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) im Internet abrufen: www.influenza.rki.de/agi .

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