DGK e.V. -Etwas befremdlich erscheinen die Pläne des Gesundheitsministeriums, die es mit dem Gesetz zur Modernisierung des Gesundheitswesens (GMG) verfolgt.
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Arznei ohne Nebenwirkungen - bald nur noch gegen Bargeld?

(Marburg, 12.06.03) Etwas befremdlich erscheinen die Pläne des Gesundheitsministeriums, die es mit dem Gesetz zur Modernisierung des Gesundheitswesens (GMG verfolgt. Demnach sollen die Kosten für Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, zukünftig nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden.

Betroffen wären davon vornehmlich Phytopharmaka, also pflanzliche Arzneimittel, beklagt der Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren (ZÄN). Die Fachärzte weisen darauf hin, dass es vor allem von der Rate seiner Nebenwirkungen abhänge, ob ein Medikament als verschreibungspflichtig oder frei verkäuflich eingestuft werde. Pflanzliche Wirkstoffe zeichneten sich aber gerade durch eine besonders gute Verträglichkeit und sehr geringe Nebenwirkungen aus, das heißt sie müssen in der Regel nicht vom Arzt verordnet werden.

Sollte das neue Gesetz in die Tat umgesetzt werden, bedeute dies, dass Patienten ihre pflanzlichen Arzneimittel in Zukunft selbst bezahlen müssten. Die Ärzte wiederum wären gezwungen, vermehrt chemisch-synthetische Präparate auf Kassenrezept zu verschreiben.

Die vom Ministerium beabsichtigte Kosteneinsparung kann Dr. Antonius Pollmann, Präsident des ZÄN, nicht erkennen. Im Gegenteil seien chemisch-synthetische Medikamente meist deutlich teurer. Da zudem mit vermehrten Nebenwirkungsproblemen zu rechnen sei, würden die Behandlungskosten insgesamt sogar eher steigen als sinken, warnt Pollmann.

Der Trend zur Naturmedizin ist in Deutschland seit Jahren ungebrochen, fast 80 Prozent der Bundesbürger vertrauen auf pflanzliche Arzneimittel oder homöopathische Heilverfahren. Auch für standardisierte Phytopharmaka aus der Apotheke gelten dabei hohe Qualitätsanforderungen. So prüft das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Pflanzenwirkstoffe auf Wirksamkeit, Pharmakologie und Unbedenklichkeit.

In der Hand gut ausgebildeter Ärzte stellten Naturarzneimittel eine wirksame, nebenwirkungsarme und zugleich kostengünstige Alternative dar, die den Patienten nicht vorenthalten werden dürfe, fordert der Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren.

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