DGK e.V. -Ob Vogelgrippe-Viren auch von Mensch zu Mensch übertragen werden, war bislang nicht klar. Experten vermuten zwar, dass es solche Fälle bereits gab, beweisen konnten sie es jedoch nicht.
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WHO: Vogelgrippe-Übertragung von Mensch zu Mensch?

(Marburg, 29.09.04) Ob Vogelgrippe-Viren auch von Mensch zu Mensch übertragen werden, war bislang nicht klar. Experten vermuten zwar, dass es solche Fälle bereits gab, beweisen konnten sie es jedoch nicht.

Noch immer besteht der Verdacht, dass sich eine 26-jährige Thailänderin aus der Provinz Kamphaeng Phet, die inzwischen gestorben ist, bei ihrer elfjährigen Tochter mit dem aggressiven Virustyp H5N1 angesteckt habe. Auch bei der Tante des Mädchens wurde am Montag Vogelgrippe diagnostiziert. Beide Frauen hatten sich zuvor um die kranke Tochter der 26-Jährigen gekümmert, die am 12. September gestorben war - wahrscheinlich ebenfalls an der Vogelgrippe. Dies sei aber unsicher, weil der Leichnam des elfjährigen Kindes ohne vorherige Untersuchung verbrannt worden sei.
Nach Angaben des Gesundheitsministers des Landes sei die Mutter jedoch durch Kontakt mit toten Vögeln mit dem Virus infiziert worden. Eine abschließende Bestätigung steht nach Angaben thailändischer Gesundheitsbehörden aber noch aus. Entsprechende Blut- und Virusproben werden zurzeit in einem US-Speziallabor in Atlanta untersucht. Dabei wollen die Forscher herausfinden, ob das Virus sich genetisch verändert hat. Das könnte ein Grund dafür sein, dass es sich von Mensch zu Mensch ausbreitet.

Es lasse sich nicht ausschließen, dass der für die Vogelgrippe in der Region verantwortliche Erreger H5N1 mutiert sei und sich nun von Mensch zu Mensch ausbreite, sagte WHO-Experte Klaus Stöhr. "Wir sind besorgt, dass dies der Beginn einer weitreichenden Übertragung sein könnte." WHO und die US-Seuchenschutzbehörden gehen aber nicht von einem ernsthaften Gesundheitsrisiko für die gesamte Bevölkerung außerhalb der betroffenen Provinz aus. Eine Geflügelpest-Infektion von Mensch zu Mensch sei allenfalls durch direkten und sehr engen Kontakt möglich.

Das Virus vom Typ H5N1 hat in diesem Jahr in Asien mindestens 29 Menschen getötet, 19 in Vietnam und 10 in Thailand. Rund 100 Millionen Stück Geflügel starben oder wurden vorsorglich getötet. Nach einer ersten Vogelgrippe-Welle im ersten Quartal des Jahres hatten vor mehreren Wochen auch Vietnam, Thailand, China und Indonesien neuerliche Ausbrüche der Tierseuche gemeldet.

Übrigens: An Infektionen mit den Influenzavirustypen A (H1N1 bzw. H3N2) und -B sterben in jedem Jahr weltweit etwa 1,5 Millionen Menschen, und das obwohl es eine Impfung dagegen gibt. Im Herbst und Winter ist hierzulande Grippezeit. Die Grippeschutzimpfung sollte sich deshalb jetzt jeder geben lassen, der gefährdet ist, sich anzustecken.

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