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(Marburg, 2.08.04) Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium hat 16 Scoubidou-Bänder untersuchen lassen. Ergebnis: Die Bänder enthalten bis zu 35 Prozent Weichmacher. "Viel zu viel", sagt Bärbel Höhn, Ministerin für Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen. Spielzeug für Kinder unter drei Jahren darf keine Weichmacher enthalten. Für das Spielzeug älterer Kinder gibt es bislang keinen Grenzwert. Die Europäische Union soll das jetzt ändern. Spielzeug für jedes Alter soll danach höchstens 0,1 Prozent Weichmacher enthalten. Dieser Grenzwert müsse so schnell wie möglich umgesetzt werden, fordert Höhn.
Weichmacher sind chemische Substanzen (Phthalate), die den Kunststoff geschmeidig machen: Scoubidou-Bänder lassen sich knoten, flechten und ziehen. Kinder basteln daraus Anhänger, Freundschaftbändchen, Tiere oder Taschen. Die Plastikschnüre sind hohl: Viele Kinder verwenden sie daher auch als Strohhalm oder kauen darauf herum. Speichel kann die Weichmacher lösen.
Die Chemikalien werden zwar nicht als akut giftig eingestuft, stehen jedoch nach Einschätzung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung unter dem Verdacht Unfruchtbarkeit zu versursachen.
Scoubidou-Bänder sollten daher weder gelutscht, gekaut oder als Strohhalm verwendet werden. Die Plastikstrippen sich nichts für kleine Kinder. Hersteller und Händler sollen Bastelschnüre ohne Weichmacher anbieten, fordert Verbraucherschutzministerin Höhn. Kindern und Eltern rät sie derweil zu Alternativen: Basteln mit Wolle, Bast oder bunten Perlonschnüren. Wer von Scoubidou-Bänder nicht lassen will, sollte sie wenigstens einige Tage auslüften. An der Luft gasen die Schnüre allmählich aus. Sie riechen dann nicht mehr so streng. Ob sich auch die Weichmacher verflüchtigen, ist allerdings mehr als fraglich.
Deshalb ist in den Mund nehmen auf jeden Fall absolut tabu!

