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Mittlerweile das 24. Todesopfer
(Marburg, 22.03.04) Die Vogelgrippe hat in Asien nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa mittlerweile 24 Menschen das Leben gekostet. In Vietnam sei ein zwölf Jahre alter Junge bereits am vergangenen Montag an dem gefährlichen Geflügelpesterreger H5N1 gestorben, teilte ein Sprecher des Pasteur- Instituts in der südlichen Metropole Ho Chi Minh-Stadt, dem früheren Saigon, am Samstag mit. Damit erlagen in Vietnam mittlerweile mindestens 16 Menschen der Viruskrankheit, in Thailand 8. Nach UN- Schätzungen sind in Asien etwa 100 Millionen Stück Federvieh entweder an der Seuche gestorben oder getötet worden, um die Ausbreitung der Vogelgrippe zu stoppen.
Die UNO-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) will vorerst noch nicht von einem Sieg über die Vogelgrippe sprechen. Jene asiatischen Länder, die solche Meldungen verbreitet hätten, sollten diese auf tief gehende Untersuchungen stützen, forderten FAO und die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE). China hatte vergangene Woche den Kampf gegen die Seuche für beendet erklärt. Auch Thailand und Vietnam hatten bekannt gegeben, die Krankheit sei unter Kontrolle. "Die Krise ist noch nicht vorbei", warnen FAO und OIE. In Ländern wie Indonesien, Laos, Kambodscha und Thailand könnten weiterhin neue Ausbrüche auftreten. So lange der H5N1-Virus noch nicht völlig unter Kontrolle sei, bleibe die Gefährdung der menschlichen Gesundheit bestehen.
China erklärt Vogelgrippe für besiegt
(Marburg, 17.03.04) China hat am Dienstag den Sieg über die Vogelgrippe erklärt. Der Ausbruch der Viruskrankheit unter Geflügel in allen 49 Orten sei erfolgreich unter Kontrolle gebracht worden. Es gebe keinen Fall einer menschlichen Infektion in China, teilte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Jia Youling, mit
Er warnte aber vor möglichen neuen Ausbrüchen unter Geflügel in der Zukunft, da Zugvögel die Krankheit im Frühjahr aus dem Süden mitbringen könnten. Auch könnte das Virus mit importiertem Geflügel ins Land gebracht werden. Seit 29 Tagen seien allerdings keine neuen Fälle der Geflügelpest in China entdeckt worden. Die letzten Quarantänemaßnahmen wurden am Dienstag in Nanning in der Südregion Guangxi sowie in Lhasa in Tibet aufgehoben. Insgesamt 16 der 31 Provinzen Chinas waren betroffen. Unter den mindestens 8.000 Menschen, die wegen Kontakt mit infiziertem Geflügel beobachtet worden waren, habe es keine Infektion mit dem H5N1-Virus gegeben.
Inzwischen fiel in Thailand allerdings erneut ein Mensch der Vogelgrippe zum Opfer. Eine 39-jährige Frau aus der Provinz Ayutthaya starb am 12. März. In ihrem Speichel wurde nun nach Angaben der Gesundheitsbehörden das auch für Menschen gefährliche Virus nachgewiesen. Es handelt sich um das achte Opfer in Thailand seit dem Ausbruch der Seuche. In ganz Asien sind seit Beginn des Jahres bislang 23 Menschen an dem Virus gestorben.
Gefährlicher Erreger breitet sich in Kanada aus
(Marburg, 15.03.04) Ein extrem gefährlicher Erreger der Vogelgrippe hat sich in Kanadas südwestlicher Provinz British Columbia weiter ausgebreitet. Nach einem Bericht der Zeitung "Globe and Mail" vom Samstag griff das Virus, das in fast jedem Fall tödlich ist, jetzt auf eine zweite Hühnerfarm über.
Ende Februar war der Erreger vom Stamm H7N3 der Vogelgrippe auf einer zwei Kilometer entfernt gelegenen Farm identifiziert worden. Sämtliche Hühner der f
Farmen wurden getötet.
Die Europäische Union hat die Einfuhr von Geflügel aus Kanada bereits gestoppt. Betroffen von dem Importverbot sind lebendes Geflügel, Bruteier, Fleisch sowie Ziervögel, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitgeteilt hatte. Das Einfuhrverbot gilt zunächst bis zum 6. April. Mit ähnlichen Maßnahmen hatte die EU bereits auf den Ausbruch der hoch ansteckenden Krankheit in Asien und den USA reagiert.
Aus Angst vor einer Ausweitung der Vogelgrippe sind in den USA bereits Anfang März im US-Bundesstaat Maryland Hunderttausende Hühner geschlachtet worden. Im Nachbarstaat Delaware und in Texas war die Vogelgrippe im Februar erstmals aufgetaucht.
Zwei Impfstoffe gegen Vogelgrippe entwickelt
Chinesische Wissenschaftler haben zwei neue Impfstoffe gegen den Vogelgrippevirus vom Typ H5-B entwickelt. Wie das chinesische Landwirtschaftsministerium am vergangenen Donnerstag mitteilte, entsprechen diese Veterinärimpfstoffe dem höchstem Sicherheitsniveau.
Erste Tests hätten zuverlässige Immunisierung und leichte Handhabung bestätigt. Zugleich seien die beiden Impfstoffe höchst effizient herzustellen. Parallel zur bereits angelaufenen Serienproduktion werde die Erprobung der neuen Impfstoffe gegen die Vogelgrippe in einigen Gebieten fortgesetzt, teilte das Landwirtschaftsministerium weiter mit.
(Quelle: CRI/China.org.cn, 12. März 2004)
Vogelgrippe noch nicht unter Kontrolle
(Marburg, 26.02.04) Der Ausbruch der Vogelgrippe, an der in Asien bisher mindestens 22 Menschen starben, ist nach Warnungen der Vereinten Nationen bisher nicht unter Kontrolle. Die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung FAO (Food and Agriculture Organization) hat daher am Mittwoch in Rom dazu aufgerufen, die Maßnahmen zur Eindämmung fortzusetzen. In Asien seien bisher schätzungsweise 100 Millionen Hühner und anderes Geflügel an der Krankheit verendet oder hätten getötet werden müssen, allein jeweils 36 Millionen in Vietnam und Thailand.
Nach einem Ausbruch der Vogelgrippe in Texas hat die Europäische Union die Einfuhr von Geflügel aus den USA gestoppt. Die US-Seuchenbehörde CDC identifizierte den Erreger in Texas als ein Vogelgrippevirus vom Stamm H5N2. Er hat sich auf zwei Märkte in Houston ausgebreitet. Dieser Stamm sei höchstgradig ansteckend, habe sich bisher aber noch nie auf Menschen übertragen. Die Erreger sind nicht identisch mit dem Virenstamm H5N1, der in Südostasien grassiert.
Auch von der Inselrepublik Trinidad and Tobago wird der Ausbruch der Geflügelpest gemeldet. Wie das Landwirtschaftsministerium der Presse mitteilte, wurden auf einer Farm im Distrikt Cunupia 18.000 Hühner getötet. Das isolierte Virus soll ebenfalls nicht mit dem in Asien identisch sein.
Vogelgrippe erstmals auch auf Katzen übergesprungen
(Marburg, 21.02.04) Das für den Menschen lebensgefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 ist in Thailand erstmals bei Hauskatzen festgestellt worden. Experten befürchten, die in acht asiatischen Ländern grassierende Krankheit könne leicht von einer Tierart auf die andere überspringen.
Ebenfalls in Thailand wurde die Krankheit auch bei einem Leoparden und einem Tiger diagnostiziert. Der Verdacht, Schweine, die ein dem Menschen sehr ähnliches Immunsystem haben, seien ebenfalls infiziert, hatte sich nicht bestätigt. Gewöhnlich wird nur Federvieh von der Vogelgrippe befallen. Durch engen Kontakt zu infiziertem Geflügel kann die Virus-Variante H5N1 jedoch auch auf den Menschen übertragen werden.
Bislang sind in Asien 22 Personen an der Vogelgrippe gestorben.
Auch Kanada meldet einen Ausbruch der Vogelgrippe. Der Erreger vom Typ H7, der in der westkanadischen Provinz British Columbia festgestellt wurde, ist jedoch nach Behördenangaben nicht gefährlich für Menschen.
Beim Menschen liegt die Sterblichkeitsrate bei Ausbruch der Vogelgrippe zwischen 70 und 80 Prozent. 1918 waren bei einer Vogelgrippe-Epidemie weltweit bis zu 50 Millionen Menschen gestorben.
WHO: Oseltamivir bei Vogelgrippe wirksam
(Marburg, 16.12.2004) Mit Neuraminidasehemmern, den Wirkstoffen Oseltamivir und Zananmivir, stehen ursächliche Therapien gegen die Vogelgrippe zur Verfügung. Laborergebnisse zeigen: Oseltamivir wirkt in vitro gegen das derzeitig in Asien vorherrschende Influenza-Typ H5N1. So lautete eine Pressemitteilung der WHO vom Donnerstag, 12. Februar 2004.
( http://www.who.int/csr/don/2004_02_12a/en/ )
Die Neuraminidasehemmer greifen das Virus an seiner schwächsten Stelle an. Ein Virus befällt eine menschliche Wirtszelle, um sich in ihr hundertfach zu vermehren. Die Kopien dieses einen Virus lösen sich mit Hilfe der Neuraminidase von der Wirtszelle, um sich im menschlichen Körper auszubreiten. Wird diese Neuraminidase gehemmt, können sich die neu gebildeten Viren nicht mehr von der Wirtszelle trennen. Ihre Vermehrung wird unterbrochen.
Die WHO empfiehlt damit ausdrücklich Oseltamivir zum Einsatz gegen die Vogelgrippe.Der Wirkstoff ist der erste orale Neuraminidasehemmer, der in Deutschland für die Therapie der Influenza A und B zugelassen ist - auch für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Wichtig ist, dass es früh nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen zum Einsatz kommt.
Keine Übertragung unter Menschen
(Marburg, 13.02.04) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vorläufige Entwarnung bei der befürchteten Übertragung der Vogelgrippe von Mensch zu Mensch gegeben. Die Untersuchungsergebnisse des isolierten Virus der zweiten von den beiden in Vietnam gestorbenen Schwestern belegten, dass es sich um Viren der Vogelgrippe handle, teilte die WHO am Donnerstag in Genf mit. Es sei kein genetisches Material von menschlichen Grippeviren gefunden worden.
Die WHO hatte ursprünglich bereits am Freitag vergangener Woche mitgeteilt, dass nach den Untersuchungen im Fall der verstorbenen vietnamesischen Schwestern ausgeschlossen werden könne, dass sich der in Asien grassierende Erreger H5N1 mit einem menschlichen Grippevirus vereinigt habe. Danach stellte sich aber heraus, dass die Viren von der zweiten gestorbenen Schwester noch nicht untersucht worden waren. Nach offiziellen Angaben sind von den bislang an der Vogelgrippe erkrankten Patienten 19 gestorben. Auf Vietnam entfielen davon 14 und auf Thailand 5 Todesfälle.
WHO zieht Entwarnung zurück
(Marburg, 11.02.04) Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre Entwarnung bei der befürchteten Übertragung der Vogelgrippe von Mensch zu Mensch zurückgezogen. Es sei bislang nur das Virus in der Leiche einer der beiden an Vogelgrippe gestorbenen vietnamesischen Schwestern identifiziert worden und nicht wie ursprünglich angegeben die Viren beider Frauen, sagte WHO-Sprecherin Fadela Chaib am Dienstag in Genf. Die Untersuchungsergebnisse der zweiten verstorbenen Schwester würden erst in dieser Woche vorliegen. Bei den Schwestern war ein direkter Kontakt zu Geflügel nicht nachgewiesen worden. Die WHO hatte am Freitag mitgeteilt, nach den Untersuchungen im Fall der gestorbenen vietnamesischen Schwestern könne ausgeschlossen werden, dass sich der in Asien grassierende Erreger H5N1 auch von Mensch zu Mensch ausbreiten könne.
Derweil verschärft sich auch die Lage in China: Die WHO liess verlauten, dass sich auch in diesem Land wohl bereits Menschen mit H5N1 angesteckt hätten. Das Ausmass der Epidemie lege das nahe.
In den USA wurde jetzt bereits auf einer zweiten Farm in Delaware eine Form der Erkrankung festgestellt. 72.000 Hühner wurde auf Anordnung der Behörden sofort getötet, 80 Farmen im Umkreis um die zwei betroffenen Höfe wurden unter Quarantäne gestellt.
WHO: Bisher noch keine menschliche Mutation
(Marburg, 09.02.04) Anders als vor einer Woche befürchtet ist das Geflügelpest- Virus H5N1 offenbar auch noch nicht zu einer für den Menschen hochansteckenden Form mutiert. Die Gefahr einer Übertragung des gefährlichen Vogelgrippevirus von Mensch zu Mensch ist damit nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorerst geringer als befürchtet. Bei zwei Schwestern aus Vietnam, bei denen der Ansteckungsweg bislang ungeklärt ist, sei keine menschliche Mutation des Virus festgestellt worden. Doch auch ohne die befürchtete Vermischung des tierischen mit einem menschlichen Grippevirus zu einem neuen, für Menschen gefährlicheren Erreger steigt die Zahl der Todesopfer.
In Vietnam ist nach offiziellen Angaben ein weiterer Patient an der Vogelgrippe gestorben. Beim Verstorbenen handle es sich um einen 27 Jahre alten Mann, teilten die Gesundheitsbehörden mit.
Bislang starben 19 Menschen an der Seuche, die in 10 asiatischen Ländern grassiert: In Vietnam 14 Menschen und in Thailand 5.
In China ist offenbar eine weitere Region von der Vogelgrippe betroffen. In der nahe Peking gelegenen Region Tianjin sei ein Verdachtsfall der Geflügelpest aufgetreten, teilte das Landwirtschaftsministerium am Montag mit.
Auch aus den Provinzen Hubei, Yunnan und Shanxi wurden neue Verdachtsfälle gemeldet, dort waren aber bereits zuvor Infektionsherde gemeldet worden. Insgesamt meldete China bisher in 14 der 31 Provinzen und Regionen bestätigte oder vermutete Fälle von Vogelgrippe. Aus Peking wurde bisher kein Verdachtsfall gemeldet.
Nach dem Nachweis der Vogelgrippe auf einer Geflügelfarm im US-Bundesstaat Delaware haben mehrere asiatische Länder am Sonntag einen Einfuhrstopp für Geflügel aus den USA verhängt. Bei dem auf einer Farm nachgewiesenen Virus handelt es sich laut Behörden um einen für Menschen ungefährlichen Erreger, der nicht mit dem Virenstamm H5 identisch ist, der für die Vogelgrippe in Asien verantwortlich ist. Die 12.000 Hühner des Betriebs wurden notgeschlachtet.
Bereits 18 Tote durch Vogelgrippe-Virus
Virus auch in Schweinen
(Marburg. 06.02.04) Die Zahl der an der Vogelgrippe verstorbenen Menschen ist weiter gestiegen. Mit einem neuen Todesfall in Vietnam hat sich die Zahl der Vogelgrippe-Opfer in Asien offiziell auf 18 erhöht. Wie ein Mediziner in Hanoi am Freitag mitteilte, starb ein sechsjähriges Mädchen in Ho-Chi-Minh-Stadt an dem Virus H5N1. In Vietnam liegen noch immer ein achtjähriges Mädchen und eine 20-jährige Frau mit der Virusinfektion in Kliniken. Unklar ist, wieviele Menschen an der Grippe starben, ohne dass dies als Todesursache nachgewiesen wurde.
Mittlerweile hat man auch in vietnamesischen Schweinen nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO das Vogelgrippe-Virus entdeckt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte vor der Bildung eines Supervirus und einer damit verbundenen großen Gefahr für den Menschen gewarnt, sollte sich der Erreger der Vogelgrippe mit dem menschlichen Grippevirus kreuzen. Schweine gelten als ideale Wirte für eine solche Vereinigung von Viren.
Taiwan meldete heute neue Infektionsherde der Vogelgrippe. In acht Hühnerfarmen wurde nach Angaben der Behörden der etwas weniger gefährliche Virenstamm H5N2 entdeckt.
Neuer Verdachtsfall in Dresden ebenfalls nicht bestätigt
Asienreise: Gegen Grippe impfen lassen
(Marburg, 04.02.04) Der in Dresden unter dem Verdacht der Vogelgrippe behandelter Patient aus Vietnam hat weder diese gefährliche Krankheit noch eine andere Form der Grippe, berichten die Agenturen am Abend. Ein Sprecher des Sozialministeriums in Dresden bestätigte, der Patient habe sich nicht mit dem Virus infiziert. Sämtliche Blut- und Speichelproben hätten keine Grippe-Viren vom Typ A oder B enthalten. Damit hat der Mann auch keine normale Grippe.
(Marburg, 04.02.04) Kurz nach der Entwarnung in Hamburg - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handle es sich nicht um die in Asien grassierende Vogelgrippe - schlagen nun die Gesundheitsbehörden in Dresden Alarm: In der sächsischen Hauptstadt wurde ein Mann mit dem Verdacht auf Vogelgrippe ins Krankenhaus eingeliefert.
Nach Informationen der "Sächsischen Zeitung" handelt es sich um einen in Dresden arbeitenden Vietnamesen, der erst vor wenigen Tagen aus seiner Heimat zurückgekehrt war. Dort habe er auf einer Geflügelfarm seines Bruders mitgearbeitet. Der behandelnde Arzt der Infektionsstation des Krankenhauses Dresden-Neustadt gehe aber davon aus, dass es sich um eine gewöhnliche Grippe handelt. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden für heute erwartet.
Die Zahl der Vogelgrippe-Toten in Asien hat sich inzwischen auf insgesamt 15 erhöht. In der südvietnamesischen Metropole Ho Chi Minh-Stadt, dem früheren Saigon, starben ein 24 Jahre alter Mann und ein 15-jähriges Mädchen an dem Virus, wie die Gesundheitsbehörden heute mitteilten. In Thailand war am Vortag der Tod eines sieben Jahre alten Jungen durch die Geflügelpest bestätigt worden. Damit fielen bislang in Vietnam mindestens elf Menschen der Tierseuche zum Opfer, in Thailand vier.
Vor Reisen nach Asien wird nicht gewarnt. Zwar sind mittlerweile Einheimische, vor allem Kinder, an der Vogelgrippe erkrankt und gestorben. Das Ansteckungsrisiko für Touristen sei aber sehr gering, so das Auswärtige Amt in Berlin. Asientouristen sollten sich vor der Reise vorsichtshalber gegen Grippe impfen lassen. Zwar wirkt die Impfung nicht direkt gegen die Vogelgrippe, bewirke aber vielleicht eine gewisse Teilimmunität.
Weitere Informationen, unter andereme Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen, sind auf den RKI-Seiten "Infektionskrankheiten von A bis Z" zu finden unter dem Stichwort Geflügelpest: www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM .
Verdachtsfall in Hamburg nicht bestätigt
(Marburg, 03.02.04) In Deutschland gab es erstmals Verdacht auf Vogelgrippe bei einem Menschen. Dieser hat sich bisher nicht erhärtet. Am gestrigen Montag wurde eine Urlauberin, die am Samstag aus Thailand zurückgekehrt war, mit "unspezifischen allgemeinen Symptome wie Übelkeit, Schwindel- und Fiebergefühl" ins Tropeninstitut der Hansestadt eingeliefert. Eine sie begleitende Frau wurde ebenfalls untersucht. "Der klinische Befund im Bernhard- Nocht-Institut hat den Verdacht auf Vogelgrippe bisher nicht bestätigt", so die BNI- Sprecherin Barbara Ebert. Klarheit soll das Ergebnis der molekularen Untersuchung bringen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass Menschen sich fast ausschließlich durch Kontakt mit infiziertem Geflügel anstecken können - eine Infektion von Mensch zu Mensch gilt nach wie vor als schwierig. Allerdings ist bei zwei Schwestern, die in Vietnam an der Viruskrankheit starben, laut Experten noch unklar, auf welchem Wege sie sich angesteckt haben. Möglicherweise haben sie sich bei ihrem Bruder infiziert, der eventuell ebenfalls der Viruskrankheit erlag. Es gebe aber keinen Beleg dafür.
Bislang sind keine Fälle nachgewiesen geworden, bei denen die Vogelgrippe von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Erkrankte hatten sich stets direkt an Geflügel infiziert. Die WHO hatte davor gewarnt, dass sich der Geflügelpest-Erreger H5N1 mit menschlichen Grippeviren verbinden und so ein neuer, gefährlicher Virustyp entstehen könnte, der zwischen Menschen übertragen werden könnte.
Nach Thailand, Vietnam und China ist der aggressive und für Menschen gefährliche H5N1-Erreger nun auch in Indonesien aufgetaucht. Bisher gibt es aber keinen Fall bei Menschen.
Aktuelle Informationen der Weltgesundheitsorganisation unter: www.who.int/csr/disease/avian_influenza/en/
Kein Ende der Tierseuche
Virenmix birgt tödliche Gefahr
(Marburg, 28.01.04) Die Vogelgrippe ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wesentlich gefährlicher als SARS. Die Erkrankung wird von infiziertem Geflügel auf den Menschen übertragen. Der Viruserkrankung sind in Asien bislang mindestens acht Menschen zum Opfer gefallen: sechs in Vietnam und zwei in Thailand. Insgesamt sind inzwischen mindestens zehn Länder betroffen.
In Vietnam hat sich der Verdacht auf Vogelgrippe bei zwei verstorbenen Frauen erhärtet. Zwei Schwestern, die in der vergangenen Woche gestorben sind, hatten sich ebenfalls mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Hanoi mit. Insgesamt sind damit bisher acht Menschen in Vietnam an dem Virus gestorben, zwei weitere Menschen wurden positiv auf das Virus getestet.
In Thailand erhöhte sich die Zahl der Toten auf drei. Wie die Behörden mitteilten starb eine 57 Jahre alte Frau, die etwa 40 Hühner besessen hatte.
In China hat der Virus zwei weiter Geflügelzuchtbetriebe in den Provinzen Hubei und Henan befallen
In Indonesien ist unterdessen ein erster Verdachtsfall einer Vogelgrippe-Infektion bei Menschen aufgetaucht. Ein drei Jahre alter Junge von der Ferieninsel Bali zeige Krankheitssymptome, die von der Tierseuche herrühren könnten, hieß es von den örtlichen Gesundheitsbehörden.
Neben den genannten Ländern hat die Krankheit auch Südkorea, Japan, Taiwan, Laos, Kambodscha und Pakistan heimgesucht.
Experten erklärten, dass bei den Todesfällen ein enger Kontakt zwischen Menschen und infizierten Vögeln bestanden hat. Peter Cordingley, Sprecher der WHO in Manila, ist der Ansicht, dass die Gefahr bestehe, dass das H5N1-Virus sich an den herkömmlichen Influenza-Virus haftet und dies zur Bildung eines neuen, von Mensch zu Mensch übertragbaren Virus führt. Derzeit bewege sich der beim Menschen vorkommende Grippevirustyp H3N2 von Europa und den USA auf Asien zu, wo er auf das Geflügelpest-Virus H5N1 treffen könnte. "Wenn es effektiv umgewandelt wird, hat das daraus entstandene Virus ein enormes Schädigungspotenzial", so Cordingley.
Das herkömmliche menschliche Influenza-Virus ist wesentlich stärker infektiös als das SARS-Virus und verbreitet sich durch Aerosole, nicht nur durch Tröpfchen wie der SARS-Erreger. "Auch die Sterblichkeitsrate ist beim Influenza-Virus wesentlich höher", erklärt der Experte. Geflügelpest und Grippevirus könnten sich vereinen und weltweite Epidemie mit Millionen Toten auslösen, warnt auch die UNO.
Vogelgrippe in Asien, Influenza in Deutschland
In Leer starb ein 17-jähriges Mädchen
(Marburg, 23.01.04) Die in mehreren Ländern Asiens grassierende Vogelgrippe hat möglicherweise nun auch auf Thailand übergegriffen. Zwei Menschen sind dort an der Vogelgrippe erkrankt. Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fürchten eine mögliche Kreuzung des aggressiven Vogelgrippe-Virus H5N1 mit menschlichen Grippeviren. Sie warnen davor, dass die Mutation sich weltweit verbreiten könnte.
Menschen können sich derzeit nur direkt bei infizierten Tieren mit dem H5N1-Virus anstecken. An den Folgen der Krankheit sind in Vietnam bereits mindestens fünf Menschen gestorben. Dort sind nach Angaben der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) inzwischen 25 der 64 Provinzen des Landes betroffen. Mehr als eine Million Hühner verendeten an der Seuche. Die Erkrankung ist zudem in Japan, Südkorea und Taiwan ausgebrochen.
In Deutschland grassiert die Grippe ebenfalls, doch nicht die Vogelgrippe. Ein 17-jähriges Mädchen ist am Mittwoch, 21. Januar 2004, in Leer an Grippe gestorben. Wie Dr. Klaus-Dieter Diedicke vom Gesundheitsamt des Landkreises Leer telefonisch mitteilte, handelte es sich um eine Influenza-A-Infektion. Das Mädchen sei ein paar Tage ärztlich behandelt worden, zu Beginn der Woche habe sich ihr Zustand dann dramatisch verschlechtert. Wo sich das Mädchen mit dem Grippevirus angesteckt hat, ist nicht geklärt. Im Landkreis Leer habe es bislang keine weiteren derart dramatischen Verläufe gegeben.
Normalerweise treten Todesfälle nach einer Grippe-Erkrankung nur bei chronisch Kranken und älteren Menschen auf. Jüngere sind nur selten betroffen. Daher erregt ein solcher Fall besonderes Aufsehen.
Die Grippewelle in Deutschland hat sich nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Influenza
( www.agi-influenza.de ) ist nach ihrem bisherigen Gipfel in der ersten Januarwoche mittlerweile wieder leicht abgeschwächt. Trotzdem ist auch jetzt noch eine Grippeschutz-Impfung empfehlenswert.
Eine echte Grippe beginnt in der Regel ohne große Vorbeschwerden plötzlich mit heftigen Erkältungssymptomen in Form von kräftigem quälenden Husten, Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen und Muskelschmerzen.

