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Bereits sechs Tote
(Marburg, 15.07.04) Im südlichen Oberallgäu sind insgesamt 32 Salmonellen-Fälle nachgewiesen worden. Zunächst war von 77 Verdachtsfällen und sieben Toten die Rede gewesen. Bei zwei der Verstorbenen könne aber die Salmonelleninfektion ausgeschlossen werden. Vier Tote, Frauen im Alter zwischen 64 und 92 Jahren, litten mit Sicherheit an Salmonellen, teilte das Landratsamt Oberallgäu am Mittwoch in Sonthofen mit. Bei einem weiteren Toten hatte die Obduktion nach Angaben des Amtes zwar eine Durchfallerkrankung, aber keinen Salmonellen-Nachweis ergeben.
Mit Salmonellen infiziert waren zehn Patienten der Oberallgäuer Kliniken, zehn Bewohner von Altenheimen und zwölf Mitarbeiter der Kliniken in Sonthofen und Immenstadt. Sechs Menschen sind nach Angaben des Landratsamtes derzeit noch akut erkrankt. Einige der positiv Getesteten seien bereits genesen.
Das Oberallgäuer Gesundheitsamt hatte nach Bekanntwerden der ersten Fälle von Durchfallerkrankungen zunächst die Speisen aus den Klinikküchen genau unter die Lupe genommen. Der Verdacht, dass über diesen Weg die Salmonellen verbreitet wurden, habe sich bisher nicht bestätigt, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Irmgard Harms. Alle Proben von Speisen der vergangenen Tage seien negativ gewesen. Ob bei den Verstorbenen mit positivem Salmonellenbefund die Infektion auch Todesursache war, könne man noch nicht sagen.
Nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) wurden im vergangenen Jahr bundesweit 63.044 Fälle von Salmonellen-Infektionen gemeldet. Nur bei etwa 15 Prozent seien größere Gruppen von den Infektionen betroffen gewesen. In diesem Jahr habe es bisher gut 19.000 Erkrankungen gegeben. Die meisten Fälle werden gewöhnlich erst in den warmen Monaten des Jahres im Spätsommer sowie im Frühherbst gemeldet.
(Marburg, 14.07.04) Im Oberallgäu greift eine lebensgefährliche Salmonellen-Infektion um sich. Nach Polizeiangaben sind bereits sechs Frauen zwischen 64 und 92 Jahren gestorben. Sie waren in einem Altenheim in Oberstdorf und einem Krankenhaus in Immenstadt untergebracht und wiesen vor ihrem Tod zum Teil typische Symptome einer Salmonellen-Erkrankung auf. Die eingeschaltete Staatsanwaltschaft will voraussichtlich heute die Ergebnisse der Obduktion bekannt geben. Laut dem Gesundheitsamt in Sonthofen besteht bei weiteren 77 Menschen Salmonellen-Verdacht, 23 wurden bereits positiv getestet.
Die Großküchen der betroffenen Altenheime und Krankenhäuser in Oberstdorf, Sonthofen und Immenstadt beziehen ihre Mahlzeiten aus einem gemeinsamen Küchenverbund. Eine Kontrolle von Speiseproben dieser Küchen habe keine Salmonellen-Verseuchung ergeben.
In den Altenheimen und Krankenhäusern wurden inzwischen die Hygienemaßnahmen verschärft. Eine vorläufige Untersuchung habe ergeben, dass Mitarbeiter der Kliniken – ohne davon gewusst zu haben – als Überträger der Infektion in Frage kommen, sagte Andreas Kaenders vom Landratsamt Oberallgäu.
Salmonellen sind Bakterien. 2.000 Arten sind bekannt, von denen etwa 120 Arten beim Menschen eine Erkrankung hervorrufen können. Die Erreger gelangen vielfach über verunreinigte Nahrungsmittel in den Körper. Weil der Magensaft die Salmonellen meist abtötet, sind in erster Linie Personen mit wenig Magensäure – zum Beispiel alte Menschen oder Kinder – gefährdet, an einer Salmonelleninfektion zu erkranken. Ob es zu einer Erkrankung kommt ist auch davon abhängig, wie viele Erreger aufgenommen werden. Die Salmonellen setzen sich im Dünndarm und oberen Dickdarm fest und können dann für lange Zeit auch von "Gesunden" ausgeschieden werden. Sie verursachen schweren Durchfall und Erbrechen mit hohem Wasser- und Salzverlustwas letztlich dazu führen kann, dass das Herz-Kreislaufsystem versagt und der Erkrankte stirbt.

