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Weiterer SARS-Fall bestätigt
(Marburg, 03.05.04) In China ist am Wochenende ein weiterer SARS-Fall bestätigt worden. Ein Labormitarbeiter habe sich mit der potenziell tödlichen Lungenkrankheit infiziert, erklärte das chinesische Gesundheitsministerium am Samstag. Damit erhöhte sich die Zahl der klar diagnostizierten Patienten mit der lebensgefährlichen Lungenkrankheit auf sechs, während drei weitere Kranke noch als Verdachtsfälle galten. Der Zustand der Patienten wurde gestern als stabil beschrieben. Eine der SARS-Erkrankten sei ihrer Krankheit erlegen. Demnach starb die 53-jährige Frau aus der Provinz Anhui in der vergangenen Woche an dem schweren akuten Atemwegssyndrom. Sie war die Mutter einer Medizinstudentin, die sich selbst bei Laborarbeiten in Peking mit dem SARS-Virus infiziert hatte.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO suchte unterdessen weiterhin nach der Ursache des erneuten SARS-Ausbruchs. Experten besuchten das Krankenhaus, in dem zwei Erkrankte behandelt werden, sowie das Pekinger Viruslabor, in dem sich Mitarbeiter angesteckt hatten. Chinesische Gesundheitsbehörden kontrollierten zu Beginn der Reisewelle anlässlich der Mai-Feiertage an Bahnhöfen und Flughäfen tausende Reisende auf Fieber.
China meldet vier neue Verdachtsfälle
(Marburg, 25.03.04) Die lebensgefährliche Lungenkrankheit SARS breitet sich in China wieder aus: Die Gesundheitsbehörden berichteten am Sonntag von vier neuen Erkrankten. Sie hatten Kontakt zu drei bereits bekannten Patienten. Der Ursprung der Infektion wird in einem Viruslabor in Peking gesucht. 470 Menschen wurden bereits in der Hauptstadt und in der Ostprovinz Anhui unter medizinische Beobachtung gestellt.
Bei den neuen Patienten handelt es sich um den Vater, die Mutter, eine Tante und eine Mitpatientin einer erkrankten Krankenschwester in der chinesischen Hauptstadt Peking. Die 20-Jährige hatte sich im Hospital bei der Medizinstudentin angesteckt. Beunruhigt ist die WHO aber darüber, dass die zuerst erkrankte 26-jährige Medizinstudentin noch gereist ist, unter anderem mit ihrer Mutter.
Ausländische Experten sowie Gesundheitsbehörden in Taiwan äußerten Unverständnis, dass die schweren Erkrankungen so lange unentdeckt geblieben sind, obwohl die Studentin durch ihre Arbeit in dem Viruslabor zu einer Risikogruppe gehörte.
Der Krankheitsverlauf der Krankenschwester begann mit Fieber und Husten, ehe die Patientin am 7. April ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Eine Woche später musste sie in die Intensivstation verlegt werden. Zunächst tippten die Mediziner allerdings nicht auf SARS, als dann jedoch vor wenigen Tagen zwei Verwandte der Patientin ebenfalls schwer erkrankten, wurden Untersuchungen nach SARS eingeleitet. Erst am vergangenen Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass es sich tatsächlich um SARS handelt. Daraufhin wurden 470 Menschen, die mit der Krankenschwester in engem Kontakt standen, unter Beobachtung genommen.
Unüblich an der Geschichte, so die Mediziner, sei, dass SARS im Frühling auftritt. Die Wissenschaftler waren nämlich davon ausgegangen, dass die Erkrankung wie schon bei ihrem ersten Auftreten erneut im Herbst bzw. im Winter ausbrechen werde.
SARS war erstmals Ende 2002 in der chinesischen Provinz Guangdong aufgetreten und hatte sich in mehr als 30 Länder ausgebreitet. Etwa 8.000 Menschen infizierten sich, fast 800 starben. Die Epidemie hatte besonders die asiatische Wirtschaft stark belastet, aber auch weltweit Einbußen im Tourismusgeschäft verursacht. Bereits zu Beginn dieses Jahres waren in Guangdong vier Menschen an SARS erkrankt, die sich jedoch alle wieder erholten.

