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Risiken vermeiden
Tag für Tag ein Baby mehr am Leben halten
(Marburg, 25.03.04) "Pro Tag soll in Deutschland ein Baby weniger am Plötzlichen Säuglingstod sterben als im Jahr 2001!" Das ist erklärtes Ziel der im Januar stattgefundenen 1. bundesweiten Expertentagung "Prävention des Plötzlichen Säuglingstodes in Deutschland".
Unter dem plötzlichen Kindstod (SID = sudden infant death) versteht man den plötzlichen und unvorhersehbaren Tod eines Kindes unter einem Jahr während des Schlafs. Dabei gibt es meist keinerlei Vorwarnungen, da die Kinder aus völliger Gesundheit heraus versterben.
In Deutschland sind zwischen 1980 bis 2001 nicht weniger als 18.285 Babys plötzlich und unerwartet ohne nachweisbare Krankheitszeichen am Plötzlichen Säuglingstod gestorben (www.gbe-bunde.de, Stand 31.12.2003). Auf der Grundlage einheitlicher Definitionen waren im Zehn-Jahres-Zeitraum zwischen 1990 bis 1999 insgesamt 8.332 SID-Fälle zu beklagen. Die maximale Zahl von derartigen Todesfällen wurde in Deutschland 1993 mit 1.985 SID-Fällen registriert. Im Jahre 2001 waren es 429, einer Häufigkeit von 0,58 pro 1.000 Lebendgeburten entsprechend. Damit ist der Plötzliche Säuglingstod weiterhin die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr.
Mittlerweile sind aber eine Reihe von Faktoren bekannt, bei deren Vermeidung das Risiko für das Kind verringert werden kann.
Prof. Dr. Christian Poets aus Tübingen stellte auf der 1. bundesweiten Experten- und Fortbildungstagung in Dresden am 23./24. Januar 2004 den aktuellen Kenntnisstand über beeinflussbare Risikofaktoren für den Plötzlichen Säuglingstod vor. Dazu gehören:
- das Überdecken, dadurch wird das SID-Risiko 22-fach erhöht; durch die Verwendung von Babyschlafsäcken bereits in der Entbindungsklinik, in der Kinderklinik und dann auch zu Hause kann dieses Risiko weitestgehend ausgeschaltet werden;
- die Bauchlage erhöht das SID-Risiko 9-fach, deshalb sollen Babys nur in Rückenlage zum Schlafen hingelegt werden;
- Tabakrauchexposition erhöht das SID-Risiko dosisabhängig bereits während der Schwangerschaft 8-fach; deshalb geben Hebammen, Frauenärzte, Kinderärzte und Kinderkrankenschwestern den guten Rat, Babys den gefährlichen Qualm der Glimmstängel bereits während der Schwangerschaft und auch im ersten Lebensjahr vollkommen zu ersparen.
- das Schlafen im Bett der Eltern erhöht das SID-Risiko um das 2,6- bis 17,6-fache, je nach Kopplung mit anderen Faktoren wie zum Beispiel Rauchen; aus diesem Grunde wird ganz eindeutig empfohlen, dass Babys am sichersten im Schlafzimmer der Eltern, aber im eigenen Bettchen schlafen.
Prof. Dr. med. Ekkehart Paditz von der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der TU Dresden fasst zusammen: "Babys müssen auf dem Rücken, im Schlafsack und rauchfrei schlafen gelegt werden."
Weitere Informationen unter: www.babyschlaf.de

