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Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
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(Marburg, 02.06.04) In der mittelenglischen Industriestadt Nottingham und im benachbarten Derby sind 50 Kinder an Masern erkrankt. Drei Kinder mussten mit Komplikationen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Wie die Behörden vor Ort mitteilten, ist das die größte Zahl an Infektionen, die in den letzten zehn Jahren registriert wurde. Als Grund für diese Masernepidemie werden sinkende Impfquoten genannt.
In vielen Ländern Europas sind Masern durch gezielte Impfkampagnen zurückgedrängt worden. So gelten die skandinavischen Länder als masernfrei - auch in England wurden in den vergangenen Jahren kaum noch Masernfälle gemeldet. Doch die für die Eliminierung von Masern nötigen Durchimpfungsraten von mehr als 90 Prozent werden in England zur Zeit nicht erreicht. Laut Angaben der Behörden haben nur etwa 80 Prozent der zweijährigen Kinder einen ausreichenden Impfschutz. Experten hatten daher schon länger vor möglichen Ausbrüchen gewarnt und befürchten nun eine weitere Ausbreitung der Masernepidemie.
Urlauber, die in die betroffenen Regionen nach England reisen, sollten unbedingt geimpft sein, empfiehlt das Deutsche Grünen Kreuz e.V. Übertragen wird das Virus durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Typisch für Masern sind: hohes Fieber mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl, der typische Ausschlag, der sich über den ganzen Körper ausbreiten kann, tränende, lichtempfindliche Augen (oftmals mit Bindehautentzündung) und ein ausgeprägter Husten.
Wenn die Krankheit ohne Komplikationen verläuft, verschwinden die Beschwerden nach etwa zwei Wochen. Doch nicht selten kommt es zu Komplikationen wie Mittelohr- und Lungenentzündung und in schlimmeren Fällen zu der gefürchteten Masern-Enzephalitis, die in über 20 Prozent tödlich endet. Je älter die Erkrankten sind, desto größer ist die Gefahr dieser schweren Komplikation.
Laut Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) in Berlin bekommen nur etwa 80 Prozent aller Kinder in Deutschland die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR), die zweite Impfung, die bis zum 23. Lebensmonat gegeben werden soll, erhält nur ein Bruchteil der Kinder. So wiesen bei der Schuleingangsuntersuchung im Jahr 2003 nur 35 Prozent aller Kinder eine zweite MMR-Impfung auf.

