DGK e.V. -Europa muss sich in den kommenden Jahren auf eine wachsende Zahl von Krebstoten einstellen, so eine aktuelle Studie zur Krebsentwicklung 2004.
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Immer mehr Menschen sterben an Krebs

(Marburg, 17.02.05) Europa muss sich in den kommenden Jahren auf eine wachsende Zahl von Krebstoten einstellen, so eine aktuelle Studie zur Krebsentwicklung 2004. Massive Anstrengungen zur Bekämpfung von Lungen-, Dickdarm-, Brust- und Magenkrebs könnte diese Entwicklung allerdings aufhalten. Dies geht aus den jüngsten Berechnungen der Forscher Peter Boyle und Jacques Ferlay von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC, Lyon) hervor, die in der Fachzeitschrift "Annals of Oncology" publiziert werden.

Die Sterbequote je Altersklasse bleibe zwar konstant, doch wegen der Alterung der Bevölkerung nehme die Zahl der Fälle zu. Zwischen 2000 und 2015 steige die Zahl der Menschen über 80 Jahre um 50 Prozent.


Alleine im vergangenen Jahr erkrankten der Studie zufolge 2,89 Millionen Europäer an Krebs und 1,71 Millionen starben daran. Alleine in der EU wurden 2,06 Millionen Neuerkrankungen und 1,16 Millionen Todesfälle registriert. Lungenkrebs war europaweit mit 13,2 Prozent der Erkrankungen und sogar 20 Prozent der Todesfälle die häufigste Form. Beim großen Risikofaktor Tabak gäben vor allem Osteuropa und das Verhalten junger Frauen Anlass zur Sorge, schreiben die Autoren in einem Aufsatz für das Fachblatt ”Annals of Oncology” (Bd. 16, S. 481).

Zweithäufigste Form war Darmkrebs mit 13 Prozent der Erkrankungen und 11,9 Prozent der Todesfälle in Europa. Es folgt Brustkrebs mit 12,8 Prozent der neuen Diagnosen und 7,6 Prozent der Todesfälle. Hier sehen die Forscher auch noch unausgeschöpfte Möglichkeiten. ”Die Einführung organisierter Mammographie-Programme in Europa wird zu einer Senkung der Brustkrebssterblichkeit führen”, meinen sie.
Auf dem Rückzug ist der Magenkrebs.

Männer erkranken auffällig häufiger an Krebs als Frauen: 54 Prozent der neuen Fälle und sogar 56 Prozent der Todesfälle betrafen Männer. Etwa jeder fünfte der krebskranken Männer hatte der Studie zufolge Lungenkrebs. Der Prostatakrebs folgte mit deutlichem Abstand mit 15,5 Prozent auf Platz zwei. Bei den Frauen lag Brustkrebs mit 27,4 Prozent Anteil an allen Erkrankungen mit noch größerem Abstand vor Darmkrebs mit 13,3 Prozent.

Mit etwas mehr als einem Viertel aller Fälle war Lungenkrebs bei den Männern auch die mit Abstand häufigste Todesursache. Bei den Frauen lag der Brustkrebs mit 17,4 Prozent vorn. ”Obwohl die Sterbequote bei Brustkrebs in einigen Ländern der Europäischen Union jüngst zurückgegangen ist, behält Brustkrebs eine Schlüsselrolle für die Gesundheit in Europa”, schreiben die Forscher. Zweithäufigster Grund für Krebstod war bei beiden Geschlechtern der Darmkrebs (Männer: 10,7 Prozent, Frauen: 13,3 Prozent). An dritter Stelle folgte bei den Frauen Lungenkrebs mit 9,8 Prozent.

Überblick:

Die häufigsten Krebserkrankungen in Europa (inklusive der EU-Länder) sind:

  • Lungenkrebs: 381.500 Fälle (13,2 Prozent aller Krebserkrankungen) - 341,800 Todesopfer (20 Prozent aller Krebstodesfälle)
  • Kolorektale Karzinome (Dickdarmkrebs): 376,400 Erkrankungen (13 Prozent) - 203.700 Todesfälle (11,9 Prozent)
  • Brustkrebs: 370.100 Fälle (12,8 Prozent) - 129,900 Opfer (7,6 Prozent)
  • Prostatakrebs: 237,800 Erkrankungen (8,2 Prozent) - 85,200 Tote (5 Prozent)
  • Magenkrebs: 171.000 Fälle (5,9 Prozent) - 137.900 Todesfälle. (8,1 Prozent)

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