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Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
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(Marburg, 23.01.06) Normalerweise erscheinen die neuen STIKO-Empfehlungen immer im Sommer. Das etwas vorausgeschickt wird, ist die absolute Ausnahme und spiegelt die Wichtigkeit der Entscheidung wider. Keuchhusten tritt wieder vermehrt auf. Deshalb empfiehlt die STIKO nun, die Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie (Td) im Alter von 5 bis 6 Jahren durch eine Auffrischimpfung gegen Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten (TdaP) zu ersetzen; der Zeitpunkt für die TdaP-IPV-Auffrischung (IPV: Poliomyelitis) der 9- bis 17-Jährigen bleibt dabei erhalten.
Schon seit geraumer Zeit wird in verschiedenen Ländern eine Zunahme der Keuchustenerkrankungen beobachtet. Pertussis betrifft dabei vor allem ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Auswertung der Daten aus Deutschland, wo seit 2002 in den neuen Bundesländern ebenfalls höhere Fallzahlen registriert werden, veranlasste nun die STIKO, eine zusätzliche Dosis für die 5- bis 6-Jährigen zu empfehlen. Hintergrund der Entscheidung sind einerseits sinkende Impfraten. Aber es gibt auch Hinweise, dass der im Säuglingsalter erworbene Impfschutz früher nachlässt als angenommen. Eine Auffrischimpfung, wie sie auch bei Tetanus und Diphtherie üblich ist, wirkt dem entgegen. Die neue Empfehlung lässt sich problemlos umsetzen, da statt des bisher gebräuchlichen Td-Kombinationsimpfstoff einer mit zusätzlicher Pertussiskomponente verabreicht wird. Das Kind bekommt also auch nur eine einzige Spritze und braucht keinen weiteren Piks.
Weitere Pertussis-Impfempfehlungen:
Tritt gehäuft Keuchhusten auf, sollte auch bei vollständig geimpften Kindern und Jugendlichen mit engem Kontakt zu einem Erkrankten im Haushalt oder in einer Gemeinschaftseinrichtung eine Impfung erwogen werden, wenn die letzte Impfung länger als fünf Jahre zurückliegt.
Speziell vor Geburt eines Kindes muss überprüft werden, ob bei Kontaktpersonen ein ausreichender Immunschutz (Impfung oder mikrobiologisch bestätigte Erkrankung innerhalb der vergangenen zehn Jahre) besteht. Da in der Schwangerschaft nicht geimpft werden sollte, erhält die Mutter die Impfung erst nach der Entbindung. Am besten ist es aber, vor Beginn der Schwangerschaft den Impfschutz auffrischen zu lassen. Andere enge Kontaktpersonen wie etwa der Vater, die Großeltern oder Babysitter sollten etwa schon vier Wochen vor der Geburt des Kindes geimpft werden. Geeignet sind je nach Impfstatus Kombinationsimpfstoffe (TdaP oder TdaP-IPV), ein Keuchhusten-Einzelimpfstoff ist derzeit nicht verfügbar.
Weitere Informationen:
Keuchhusten - Krankheitsbild und Impfung


