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Tollwut: Krankheitsbild und Impfung
Tollwut bei Fledermäusen
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Entwarnung bei Tollwut-Alarm
(Marburg, 07.12.05) Der Junge aus Kreuzberg, der eine an Tollwut erkrankte Fledermaus gefunden, angefasst und sich so möglicherweise selbst in Lebensgefahr gebracht hat, ist ermittelt. Es handelt sich um einen Fünftklässler der Niederlausitz-Schule an der Reichenberger Straße. Er wurde gestern vorbeugend geimpft.
Eltern und Schüler der Niederlausitz-Grundschule in Kreuzberg hatten erst gestern aus den Medien erfahren, in welcher tödlichen Gefahr sich diejenigen befinden könnten, die das Tier - eine Breitflügel-Fledermaus - berührt hatten oder eventuell gekratzt oder gebissen wurden. Der Klassenlehrer hat inzwischen bestätigt, dass das Tier auf einer Zeitung transportiert, sofort in eine Pappschachtel gelegt und von keinem der Schüler angefasst wurde. Alle rund 350 Schüler der Grundschule erhielten ein Infoblatt für ihre Eltern mit der Kontaktadresse der Impfstelle.
Noch unklar ist, ob vor dem Schüler schon andere Menschen Kontakt mit der Fledermaus hatten. In den kommenden Tagen werde mit Gesundheitsverwaltung und dem Naturschutzbund Nabu versucht, die Herkunft der Fledermaus zu ermitteln. Nach Angaben des Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (ILAT) wurden in Berlin in diesem Jahr bereits sieben mit Tollwut infizierte Fledermäuse gefunden.
Vor dem Anfassen oder Einfangen kranker oder verhaltensauffälliger Tiere warnt das Deutsche Grüne Kreuz e. V. Zu erkennen sind tollwutinfizierte Fledermäuse daran, dass sie durch Lähmungen flugunfähig und orientierungslos sind, deshalb oft am Boden liegen und leicht zu fangen sind. Das Tollwutvirus wird mit dem Speichel infizierter Tiere ausgeschieden und in der Regel durch Biss oder Kratzen weitergegeben. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Biss durch ein infiziertes Tier bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen beträgt zwischen acht Tagen und zwei Monaten.
Wer hatte Kontakt mit dem Tier?
(Marburg, 06.12.05) Mehrere Kinder aus Berlin schweben möglicherweise in Lebensgefahr. Sie hatten am Freitag Kontakt mit einer an Tollwut erkrankten Fledermaus, die ein etwa sechsjähriger Junge aus Neukölln mit in die Schule gebracht hatte. Dort fassten mehrere Kinder das kranke Tier an. Die Mutter eines der Kinder brachte die Fledermaus noch am Freitag in eine Neuköllner Tierarztpraxis in der Weichselstraße, von wo aus das Tier in eine Naturschutzstation gebracht wurde. Veterinärärzte des Instituts für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (ILAT) haben gestern bei dem inzwischen verstorbenen Tier die tödliche Krankheit festgestellt.
Bisher ist nicht bekannt, welche und wie viele Personen die Fledermaus angefasst und gestreichelt haben und dabei gekratzt oder gebissen worden sind. "Wenn die Tollwut bei diesen Kindern ausbricht, ist es zu spät, die Krankheit führt zum Tode", sagt der stellvertretende Amtstierarzt von Neukölln, Heiko Bornemann. Das Amt ruft deshalb alle Personen auf, sich sofort impfen zu lassen, wenn sie Kontakt mit der Fledermaus hatten.
Warum der Weg, den das Tier nahm, kaum zurückzuverfolgen ist, konnte gestern keiner erklären. Möglicherweise hat sich niemand Notizen über eventuell gefährdete Personen gemacht.
Dass Menschen in Deutschland an Tollwut erkranken, ist sehr selten: Die letzten beiden gemeldeten Fälle, die tödlich endeten, traten 1996 und 2004 auf - beide Male hatten sich die Erkrankten im Ausland angesteckt.
Tollwutinfizierte Fledermäuse sind an ihrem abnormen Verhalten zu erkennen: Sie sind durch Lähmungen flugunfähig und orientierungslos, liegen deshalb oft am Boden und sind leicht zu fangen.
Betroffene Personen sollen sich im Neuköllner Veterinäramt melden unter 0 30 / 68 09 - 27 17 /- 29 63 oder unter 0 15 1 / 17 40 77 63.
Weitere Informationen
über Tollwut, Krankheitsbild und Impfung erhalten Sie unter:
Tollwut: Krankheitsbild und Impfung
Tollwut bei Fledermäusen:
Tollwut bei Fledermäusen
Tollheit, Wut und Tod - Auch gesunde Tiere können Überträger sein
(Pressedienst animal, 2-2003):
Schützen Sie Ihr Haustier!
Gefährlicher Biss der fliegenden Teufel - Fledermausfreunde aufgepasst: Auch die kleinen Flughunde übertragen Tollwut
(Pressedienst animal, 3 -2003):
Fledermaustollwut

