DGK e.V. -Stallpflicht in Deutschland schon ab 20. Februar
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Vogelgrippe in Europa

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Vogelgrippe - Schutzmaßnahmen für Journalisten

Stallpflicht in Deutschland schon ab 20. Februar

(Marburg, 14.02.06) In mehreren Ländern der Europäischen Union werden die Vorsichtsmaßnahmen verschärft, um eine Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern. In den Niederlanden soll die Stallpflicht für Geflügel am Montag wieder eingeführt werden. Stallpflicht, ein Verkaufsstopp für Geflügel und Eier, ein Jagdverbot auf Wildvögel und Seuchenteppiche - das sind die Reaktionen in der Südsteiermark auf den Vogelpest-Alarm an Österreichs Grenze.

Heute hat auch Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) entschieden, die zunächst für die ab 1. März 2006 geplante Stallpflicht vorzuziehen. Geflügel muss bereits ab dem 20. Februar "drin bleiben".

H5N1-Verdacht bei Patienten in Griechenland bestätigt sich nicht

Nach dem Auftreten der Vogelgrippe bei Schwänen in Griechenland werden in Saloniki zwei Patienten mit verdächtigen Symptomen untersucht. Erste Tests auf Vogelgrippe bei einem 29-jährigen und einem 15-jährigen Griechen fielen negativ aus.

Seit gestern geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von mindestens 90 Menschen aus, die bisher weltweit einer Infektion mit dem aggressiven Vogelgrippevirus H5N1 zum Opfer gefallen sind: Tests der WHO wiesen bei zwei Frauen, die vorige Woche gestorben waren, eine Infektion mit dem Virus nach. Damit steigt die Zahl der Vogelgrippeopfer in Indonesien auf 18. Am stärksten betroffen ist allerdings Vietnam, wo seit Ende 2003 mehr als 40 Menschen dem Virus erlagen.


Vogelgrippe bei Wildschwänen in Italien, Griechenland, Slowenien und Bulgarien

(Marburg, 13.02.06) Das H5N1-Virus hat Italien erreicht. Wie das Gesundheitsministerium in Rom mitteilte, sei das Virus durch das Referenzlabors für Vogelgrippe in Padua bei fünf verendeten Schwänen, die in den süditalienischen Regionen Sizilien, Apulien und Kalabrien entdeckt worden sind, festgestellt worden. Insgesamt wurden in den süditalienischen Regionen und auf Sizilien 21 tote Schwäne gefunden. Zudem bestehe ein Infektionsverdacht bei mehreren frei lebenden Wildvogelarten.

Auch in Griechenland wurde das H5N1-Virus bei Schwänen nachgewiesen. Untersuchungen des Referenzlabors für Vogelgrippe in Großbritannien hatten ergeben, dass drei im Raum der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki verendeten Schwänen mit dem Virus infiziert waren,
meldete der staatliche Rundfunk am Samstag.

Auch Slowenien meldete einen Verdachtsfall auf Vogelgrippe. Im EU-Anwärterstaat Bulgarien sind zuletzt ebenfalls Schwäne an H5N1 erkrankt.

In Asien und im Nahen Osten sind seit 2003 mindestens 88 Menschen an H5N1 gestorben. Bislang ist das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Aktuelle Zahlen unter:
www.who.int/csr/disease/avian_influenza/country/en/


Neue Fälle in Indonesien

(Marburg, 6.02.06) In Indonesien haben die Behörden vier weitere Fälle der Vogelgrippe bei Menschen bestätigt. Damit sei die Zahl an Vogelgrippe erkrankter Menschen in dem Land auf 23 gestiegen, sagte der zuständige Ministerialdirektor Hariadi Wibisono am Samstag in Jakarta. 16 dieser Personen seien gestorben. Die meisten Infizierten hatten engen Kontakt mit Geflügel gehabt.

Bundesweite Stallpflicht für Geflügel ab 1. März 2006
In Deutschland muss das Geflügel ab 1. März wieder im Stall bleiben. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer erklärte am Freitag in Berlin, das Gebot gelte für mindestens zwei Monate. Damit sollen die umfangreichen Maßnahmen ergänzt werden, mit denen die Einschleppung der Seuche verhindert werden soll. Sollte sich die Gefahrenlage ändern, könne die Aufstallungspflicht auch früher in Kraft treten, erklärte der Minister.

Mit der erneuten Stallpflicht für heimisches Geflügel folgte Seehofer einer Empfehlung des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit auf der Insel Riems. Danach stellen besondere Gefährdungsquellen nicht nur illegale Importe von lebendem Geflügel und Geflügelprodukten dar, sondern eben auch der Vogelzug.


Mädchen im Irak an Vogelgrippe gestorben

(Marburg, 03.02.06) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Donnerstag den Verdacht auf Vogelgrippe bei einem verstorbenen irakischen Mädchen bestätigt. Die 14-Jährige aus dem kurdischen Sulaimanija im Nordirak war am 17. Januar gestorben.

Tests in einem unabhängigen Labor der WHO in Grossbritannien hätten ergeben, dass die Jugendliche am gefährlichen H5N1 Virus erkrankt gewesen sei, sagte WHO-Sprecher Dick Thompson. Diese Woche hatten die irakischen Behörden mitgeteilt, dass insgesamt zwölf Menschen im Irak mit Verdacht auf Vogelgrippe im Spital behandelt würden.

Die Vogelgrippe breitet sich von Asien kommend aus. Seit Ende 2003 sind weltweit bereits 86 Menschen an der Krankheit gestorben. Bisher gilt das Virus als nur von Tier zu Tier oder vom Tier zum Menschen übertragbar.

Ein Verdacht bei Zugvögeln in Österreich hat sich nicht bestätigt: 40 Seidenschwänze, die Anfang des Jahres tot an verschiedenen Wiener Plätzen und U-Bahn-Stationen lagen, sind nicht Opfer der Vogelgrippe geworden. Pathologen, die die Vögel untersuchten, kamen jetzt zu dem Schluss, dass sie allesamt betrunken waren und sich das Genick brachen, nachdem sie – im Vollrausch – gegen Glasscheiben krachten.

Aktuelle Zahlen unter:
www.who.int/csr/disease/avian_influenza/country/en/


Vogelgrippe erreicht türkischen Nordteil von Zypern

(Marburg, 30.01.06) Die Vogelgrippe kommt der Europäischen Union (EU) zunehmend näher: Im türkischen besetzten Nordteil Zyperns wurde bei Geflügel das gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 festgestellt. Das habe das Speziallabor in Weybridge bei London den türkischen Behörden und der EU-Kommission mitgeteilt, teilte die Kommission gestern in Brüssel mit.

Die Probe stamme von Geflügel, nicht von einem Zugvogel, sagte eine Sprecherin. Es gebe keinerlei Informationen über erkrankte Menschen. Wo, wann und unter welchen Umständen die Probe genommen wurde, war zunächst nicht bekannt.

Die Vogelgrippe breitet sich von Asien kommend nach Westen aus. In der Türkei wurden nach offiziellen Angaben bereits 21 Menschen infiziert. Vier Menschen starben an der Krankheit. Weltweit sind nach Angaben der WHO seit 2003 insgesamt 83 Opfer der gefährlichen Virus-Variante H5N1 zu beklagen. Gegenwärtig ist die Vogelgrippe nur von Tier zu Tier oder von Tier zu Mensch übertragbar. Experten befürchten eine weltweite Epidemie, sollte sich das Virus so verändern, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich wird.


Weitere Todesopfer

(Marburg, 19.01.06) In der Türkei ist möglicherweise ein weiterer Mensch an der Vogelgrippe gestorben. Die amtliche Nachrichtenagentur Anatolien meldete am Mittwoch unter Berufung auf Krankenhauskreise, ein elfjähriges Kind sei in der osttürkischen Stadt Erzurum auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben. Sollte sich eine Infektion mit dem H5N1-Typ des Vogelgrippen-Virus' bestätigen, wäre diese der fünfte derartige Todesfall in den vergangenen zwei Wochen.

In Indonesien ist offenbar ebenfalls erneut ein Kind an der Vogelgrippe gestorben. Ein kleiner Junge sei auf West-Java positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Seine 13 Jahre alte Schwester war in der vergangenen Woche an dem gefährlichen Virusstamm H5N1 gestorben. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO anerkannte Labors müssen die Testergebnisse noch bestätigen. Sollte dies geschehen, stiege die Zahl der Vogelgrippe-Toten in Indonesien auf 14.

Aktuelle Zahlen unter:
www.who.int/csr/disease/avian_influenza/country/en/
www.rki.de


Vierte Vogelgrippe-Tote befürchtet - Entwarnung in Belgien und Deutschland

(Marburg, 16.01.06) In der Türkei ist ein 12-jähriges Mädchen gestorben, das wegen des Verdachts auf eine Vogelgrippe-Infektion untersucht wurde.
Der Chefarzt des in der ostanatolischen Provinz Van gelegenen Krankenhauses bestätigte den Tod des Mädchens am Sonntag. Ihr ebenfalls erkrankter fünfjähriger Bruder schwebe in Lebensgefahr. Sollte sich bei den beiden der Verdacht auf Vogelgrippe bestätigen, würde sich die Zahl der Infektionen in der Türkei auf 20 erhöhen. In den vergangenen Wochen waren bereits drei Kinder in dem Land an der auch für den Menschen gefährlichen Virus-Variante H5N1 gestorben.

Neben der Türkei grassiert die Vogelgrippe vor allem in China und Südostasien. Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 147 Menschen am H5N1-Virus erkrankt. 78 sind daran gestorben. Zur Abwehr der Vogelgrippe hatte Deutschland während des Vogelzugs im Herbst vorigen Jahres eine Stallpflicht für Geflügel eingeführt. Sie wird möglicherweise anlässlich der Rückkehr der Vögel aus südlichen Gefilden Ende Februar wieder angeordnet. Außerdem haben Bund und Länder die Kontrollen verstärkt, um die illegale Einfuhr von Geflügel und Geflügelprodukten zu verhindern.

Vogelgrippeverdacht in Belgien und Deutschland: Entwarnung gab es mittlerweile in beiden Fällen. Die Patienten waren in Brüssel und Köln auf eine mögliche Infektion getestet worden, weil sie sich nach Aufenthalt in einer vom auch für den Menschen gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 betroffenen Region der Türkei krank fühlten und Grippe-Symptome aufwiesen.


Neue Infektionsfälle in der Türkei - Indonesien meldet weitere Opfer

(Marburg, 12.01.06) In der Türkei sind zwei weitere Menschen an Vogelgrippe erkrankt. Bei den neuen Fällen handelt es sich um Patienten aus den südosttürkischen Provinzen Siirt und Sanliurfa, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Ankara bekannt gab. Ob es Kinder oder Erwachsene sind, wurde nicht mitgeteilt. Damit ist die Zahl der seit Ausbruch der Tierseuche in der Türkei Ende Dezember nachweislich infizierten Menschen auf 18 gestiegen.
Drei von ihnen sind in der ersten Januarwoche gestorben. Die Geschwister im Alter von 11, 14 und 15 Jahren stammten aus der osttürkischen Kleinstadt Dogubeyazit an der Grenze zu Iran. Auch das elfjährige Mädchen, bei dem zuletzt noch Zweifel bestanden, war nach jüngsten Angaben des Ministeriums infiziert. Das hätten Proben des Lungengewebes ergeben.

In Indonesien ist nach Regierungsangaben eine 29-jährige Frau an der Vogelgrippe gestorben. Eine endgültige Bestätigung der Todesursache durch ein Referenzlabor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehe allerdings noch aus, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Ein Ergebnis des Hongkonger Labors wird auch im Fall eines 39-jährigen Mannes erwartet, der nach ersten Tests ebenfalls an der Vogelgrippe starb. Sollten beide Verdachtsfälle bestätigt werden, so stiege die Zahl der Vogelgrippe-Opfer in Indonesien auf 13.

Aktuelle Zahlen unter:
www.who.int/csr/disease/avian_influenza/country/en/
www.rki.de


Keine Beweise für Übertragung von Mensch zu Mensch

(Marburg, 10.01.06) Ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der Türkei keine Beweise für die Übertragung der Vogelgrippe von Mensch zu Mensch gefunden. Das teilte die WHO am Montagabend in Genf mit. Man habe auch nicht feststellen können, dass das aggressive Virus H5N1, das für den Tod von mindestens zwei der drei Kinder in der Türkei verantwortlich ist, sich schneller oder anders verbreite als bisher angenommen. Die meisten erkrankten Personen in den betroffenen Gebieten der Osttürkei seien Kinder und bei fast allen hat man Zusammenhänge im Umgang mit toten oder an Vogelgrippe erkranktem Geflügel feststellen können.

Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht derzeit keine Gefahr eines Übergreifens der in Ostasien und in der Türkei grassierenden Vogelgrippe auf Deutschland. Zurzeit finde kaum Vogelflug statt, sagte Institutspräsident Reinhard Kurth am Dienstagmorgen in der ARD. Das werde sich im März mit Einsetzen des Vogelzugs ändern, und dann bestehe auch Gefahr für die deutschen Geflügelbestände. Kurth warnte davor, Federn oder Geflügelfleisch von Auslandsreisen mitzubringen. Es wäre sehr gefährlich, derartige Produkte einzuführen. Reisen in die Türkei seien aber risikolos, wenn man Geflügelmärkte meidet.

Telefonhotline zur Vogelgrippe
Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) hat vom 13. bis 22. Januar 2006 eine Service-Hotline geschaltet. Täglich zwischen 10.00 und 18.00 Uhr geben Tierärzte Auskunft über die Gefährdung der Menschen und vorbeugenden Schutz unter der Telefonnummer 01805 / 671480

Aktuelle Zahlen unter:
www.who.int/csr/disease/avian_influenza/country/en/ www.who.int/csr/disease/avian_influenza/country/cases_table_2006_01_10/en/index.html

Aktuelles zur Vogelgrippe im Web


Weitere Menschen in Türkei mit Vogelgrippe infiziert

(Marburg, 09.01.06) Die Vogelgrippe befällt in der Türkei immer mehr Menschen. Vermutlich haben sich bereits 14 Menschen in verschiedenen Landesteilen mit dem gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert. Im Norden und Osten des Landes wurden fünf weitere Fälle diagnostiziert, die an dem für den Menschen gefährlichen Virus-Stamm H5N1 erkrankten, wie das Gesundheitsministerium in Ankara mitteilte. Daneben gibt es laut Behörden rund 100 Verdachtsfälle.

Auch in Südostasien gibt es einen neuen Todesfall. Wie das indonesische Gesundheitsministerium in Jakarta am Montag mitteilte, war ein 39-jähriger Mann, der bereits am 2. Januar gestorben ist, an der Tierseuche erkrankt. Sollte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Infektion bestätigen, wäre das der zwölfte Vogelgrippe-Todesfall in Indonesien.


Drittes Todesopfer in der Türkei

(Marburg, 06.01.06) In der Türkei ist der staatlichen Nachrichtenagentur Anatolien zufolge ein drittes Kind an Vogelgrippe gestorben. Alle drei Opfer stammen aus einer Familie aus Van nahe der iranischen Grenze, einer ländlichen Gegend. Ein 14-jähriger Junge starb am Sonntag, seine 15-jährige Schwester am Donnerstag.

Das jüngste Opfer - ein Mädchen - war elf Jahre alt. Nach Angaben der behandelnden Ärzte spielten die Jugendlichen mit den Köpfen toter Hühner. Sie hätten die Hühnerköpfe wie Bälle umher geworfen, sagte Dr. Ahmet Faik Öner der Zeitung "Sabah". Ein sechsjähriger Junge der Familie aus der Osttürkei liegt noch im Spital. Etwa 25 Personen insgesamt würden derzeit wegen Vogelgrippe-Symptomen behandelt, teilten die Behörden weiter mit.


Geschwister in der Türkei an Vogelgrippe gestorben

(Marburg, 05.01.06) Wie das türkische Gesundheitsministerium am gestrigen Mittwoch bestätigte, gibt es nun doch zwei Fälle von Vogelgrippe beim Menschen in Dogubeyazit an der türkisch-iranischen Grenze.

Ein bereits am Sonntag gestorbener 14-jähriger Junge erlag der Tierseuche. Seine 15-jährige Schwester verstarb am Mittwoch. Die Patienten waren zusammen mit zwei jüngeren Geschwistern in die Universitätsklinik der osttürkischen Van gebracht worden. Dass es sich bei der Infektion um Vogelgrippe handelt, war erst drei Tage nach dem Tod des Jungen offiziell bekannt gegeben worden. Zunächst war eine "Lungenentzündung" diagnostiziert worden. Auch bei einem dritten Geschwisterteil besteht nach Angaben des Ministeriums der Verdacht auf Vogelgrippe. Weitere Untersuchungen in europäischen Laboren sollen abklären, ob es sich tatsächlich um den H5N1-Stamm handelt.

"Wir sind ziemlich sicher, dass es sich unglücklicherweise um einen menschlichen Fall von H5N1 handelt", erklärte Guenael Rodier, Experte für übertragbare Krankheiten im Genfer WHO-Büro, zum Tod des Jungen.

Es war das erste Mal, dass die Vogelgrippe außerhalb von Südostasien und China bei Menschen diagnostiziert wurde. In Asien wurden seit 2003 mehr als 70 Todesfälle bei Menschen mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 durch exakte Laboruntersuchungen in Verbindung gebracht.


Weitere Fälle in Rumänien

(Marburg, 16.12.05) Rumänien hat am gestrigen Donnerstag den Ausbruch des gefährlichen Vogelgrippe-Virusstamms H5N1 in fünf weiteren Dörfern am Donau-Delta bestätigt. Ergebnisse eines britischen Labors hätten ergeben, dass der Virusstamm in Proben aus Bumbacari, Dudescu, Ciocile, Periprava und Agighiol gefunden wurde, sagte der Leiter des zuständigen Veterinärinstituts. Insgesamt ist das Virus in 19 rumänischen Dörfern am Donau-Delta lokalisiert worden, in neun Fällen handelt es sich um die Variante des lebensbedrohlichen Virus H5N1.

In China ist ein weiterer Fall von Vogelgrippe beim Menschen bestätigt worden. Dabei handele es sich um einen 35-jährigen Mann aus der Provinz Jiangxi im Osten Chinas, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag. Der Mann trage die lebensgefährliche Virusvariante H5N1 in sich, bestätigte das Gesundheitsministerium. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei eingeschaltet. Einer WHO-Sprecherin zufolge ist der Mann im Krankenhaus. Sein Zustand sei ernst.

Seit Ende 2003 starben in Asien insgesamt 71 Menschen an der gefährlichen Virusvariante. 138 Fälle beim Menschen sind bislang offiziell bekannt.


"Stubenarrest" für Geflügel in Deutschland wird aufgehoben

(Marburg, 12.12.05) Die generelle Stallpflicht für Geflügel gilt ab Freitag,16. Dezember 2005, nicht mehr. Geflügel muss allerdings weiterhin an Stellen gefüttert werden, die für wildlebende Zugvögel unzugänglich sind. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen das Geflügel in Berührung kommt sind ebenfalls für Wildvögel nicht erreichbar aufzubewahren. Die Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser, zu dem wildlebende Zugvögel Zugang haben getränkt werden. Geflügelausstellungen sind weiterhin verboten, können jedoch unter bestimmten Auflagen von der Behörde genehmigt werden.

Die neue Verordnung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Änderung Geflügelpestschutzverordnung gilt zunächst bis zum 28. Februar 2006. Die Meldepflicht für Geflügelhaltungen besteht grundsätzlich weiter.


Thailand: Fünfjähriger stirbt an Vogelgrippe

(Marburg, 9.12.05) In Thailand ist ein weiterer Mensch an der Vogelgrippe gestorben. Ein fünfjähriger Junge sei das 14. Todesopfer seit dem Ausbruch der Krankheit Ende 2003, teilte das Gesundheitsministerium in Bangkok am Freitag mit. Insgesamt wurden 22 Infektionsfälle berichtet. Der Junge sei bereits am Mittwoch gestorben. Tests hätten nun eine Infektion mit dem aggressiven Virustyp H5N1 bestätigt. Der kleine Junge habe sich vermutlich bei Hühnern angesteckt, die sein Onkel hält.

In Asien sind rund 70 Todesfälle durch die Vogelgrippe bestätigt. Außer Thailand sind China, Indonesien, Kambodscha und Vietnam betroffen. Außerhalb dieser Länder ist seit Ausbruch der Seuche 2003 keine H5N1-Infektion bei Menschen registriert worden.


Neue Fälle auf der ukrainischen Halbinsel Krim und in Rumänien

(Marburg, 05.12.05) Die Vogelgrippe ist erstmals auch in der Ukraine ausgebrochen. In Dörfern im Norden der Halbinsel Krim seien binnen kurzer Zeit 2.000 Nutzvögel in privater Haltung gestorben, berichteten ukrainische Medien am Sonntag. Auf einigen Höfen seien innerhalb einer Nacht 80 bis 90 Prozent aller Tiere verendet. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat die Region daraufhin zum Katastrophengebiet erklärt, fünf Dörfer gelten als Sperrbezirk. Die Meeresbuchten und Brackwasserseen zwischen dem ukrainischen Festland und der Krim gelten als wichtiges Brut- und Rastgebiet für Wildvögel. Bereits vor einem Monat seien einzelne Nutzvögel verendet, sagten Einheimische nach Fernsehberichten.

Rumänien zählte schon im Oktober zu jenen Ländern in Europa, in denen H5N1-Fälle nachgewiesen worden waren. Am Sonntag war ein weiterer Infektionsherd für ein Virus der Gruppe H5 nachgewiesen worden. Das Dorf Ciocile mit seinen etwa 15.000 Nutzvögeln wurde unter Quarantäne gestellt. Es ist der vierte H5-Infektionsherd in einer Region im Landesinneren, rund 200 Kilometer westlich des Donaudeltas. Eine Bestätigung für den Subtypus H5N1 lag hier bisher nicht vor.

Seit der ersten Registrierung des H5N1-Virus im Jahr 2003 in Asien sind weltweit mittlerweile 68 Menschen an einer Infektion mit dem Erreger gestorben. 2005 wurde das Virus unter anderem in Rumänien, Kroatien, Russland und der Türkei entdeckt.


Aktuelle Fälle in Indonesien und China

(Marburg, 17.11.05) In Indonesien sind erneut zwei Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Das hat die Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt. Insgesamt starben in dem Land damit sieben Menschen an dem Virus H5N1. Bei den beiden neuen Opfern handelte es sich um zwei Frauen. Sie waren von einem Hongkonger Laboratorium positiv auf die Vogelgrippe getestet worden.

In China gibt es ebenfalls erste Fälle von Vogelgrippe bei Menschen. Zwei der drei Infizierten starben nach Angaben der WHO inzwischen an der Tierseuche: ein zwölfjähriges Mädchen in Hunan sowie die Mitarbeiterin einer Geflügelfarm in Anhui. Bei der dritten Person, die sich mit der Vogelgrippe infizierte, handele es sich um den neunjährigen Bruder des verstorbenen Mädchens. Der Junge sei wieder genesen, sagte WHO-Sprecher Roy Wadia.

Unklar ist, wie stark sich das Virus schon in der Bevölkerung verbreitet hat. Die Sorge vor einer Ausbreitung der Seuche in China wächst auch, weil aus der Provinz Hunan ein weiterer Verdachtsfall gemeldet wurde. Dabei soll es sich laut WHO um einen Lehrer handeln, der wie die Kinder engen Kontakt zu infiziertem Geflügel hatte. Um einen neuen Ausbruch der Seuche zu verhindern haben, begannen chinesische Behörden mit der Impfung von 320 Millionen Tiere. In der Provinz Lianoning, wo es zu vier Ausbrüchen der Tierseuche gekommen war, sei bereits sämtliches Geflügel geimpft, hieß es.


Neue Fakten zur Vogelgrippe


(Marburg, 15.11.05) Rumänien hat am Montag einen weiteren Vogelgrippe-Ausbruch gemeldet. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wurden in einem Dorf im Donaudelta vier Hühner mit dem Grippevirus H5 entdeckt.

Indonesien teilte am Montag mit, in der Hauptstadt Jakarta sei eine weitere Frau an der Vogelgrippe gestorben. Bei einer weiteren Toten - einem 13-jährigen Mädchen - werde die Todesursache derzeit noch geprüft. Zudem ist ein 16 Jahre alter Junge Krankenhausangaben zufolge an der Vogelgrippe erkrankt.

In Thailand wurde ein kleiner Junge nach Behördenangaben positiv auf H5N1 getestet. Der Einjährige aus Bangkok habe sich das Virus wahrscheinlich beim Spielen mit Hühnern geholt, sagte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Paijit Warachit am Samstag. Die Tiere seien später an der Vogelgrippe gestorben. Der Junge ist aufgrund schneller Diagnosestellung und Behandlung mittlerweile genesen, wird aber noch eine Zeit lang beobachtet. Die erkrankte Großmutter des Jungen hingegen leidet an der “normalen Grippe”.

Wissenschaftler in Vietnam schlugen am Montag Alarm: Sie stellten Veränderungen an dem gefährlichen Virusstamm H5N1 fest, die zu einer hohen Ansteckungsgefahr für Menschen führen können. Sollte der Virus die Fähigkeit erlangen, wie eine Grippe von Mensch zu Mensch überzuspringen, droht eine weltweite Epidemie. Taiwan meldete derweil mit dem Virusstamm H7N3 einen zweiten Erregertyp, mit dem sich Menschen infizieren könnten. Japan legte einen Notfallplan für den Ausbruch einer Pandemie unter Menschen vor.

Skurriles am Rande:

Hilft Sauerkraut gegen Vogelgrippe? Die Panik vor der sich weltweit ausbreitenden Vogelgrippe ist nach wie vor groß. Ausgerechnet ein Traditionsgericht aus Deutschland soll gegen Vogelgrippe helfen: Sauerkraut! Das jedenfalls wollen Forscher aus Korea herausgefunden haben. Die Wissenschaftler um Professor Kang Saouk aus Seoul fütterten 11 von 13 mit dem Vogelgrippe-Virus infizierte Hühner mit Sauerkraut, wie die Online-Agentur Ananova berichtet. Innerhalb einer Woche hätten jene Hühner, die in den Genuss des deutschen Nationalgerichts gekommen waren, deutliche Zeichen von Besserung gezeigt. Sauerkraut ist durch Milchsäuregärung konservierter Weißkohl und gilt international als das bekannteste Nationalgericht Deutschlands. Die Beilage ist reich an Vitamin A, B und C und enthält viele Mineralstoffe. Laut Saouk sind es bestimmte Bakterien im Sauerkraut, die gegen das Vogelgrippe-Virus wirken sollen.


Vogelgrippe-Konferenz beschließt Aktionsplan

(Marburg, 10.11.05) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich auf einen Aktionsplan verständigt, mit dem die Vogelgrippe eingedämmt werden soll. Zum Abschluss einer dreitägigen Konferenz in Genf beschlossen die 400 Teilnehmer aus mehr als 100 Staaten, in den kommenden drei Jahren für die Tötung von Geflügel und den Aufbau eines weltweiten Alarmsystems rund eine Milliarde Dollar (850 Millionen Euro) auszugeben – die Kosten für Impfstoffe sowohl für Menschen als auch Tierbestände sowie Kompensationszahlungen für Geflügelhalter noch nicht eingerechnet. Eine Geberkonferenz soll Mitte Januar in Peking die Finanzierung sicherstellen.

Besonders in den bereits von dem gefährlichen H5N1-Virus betroffenen und bedrohten Ländern sollen unter anderem die Veterinärüberwachung und entsprechende Notfallpläne verbessert werden, teilte die WHO mit. „Die Welt hat erkannt, dass die Vogelgrippe eine große öffentliche Herausforderung für die Gesundheit ist“, sagte WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee und mahnte zur Eile: „Wenn das Pandemievirus aufgetaucht ist, wird es zu spät sein.“

Nach Angaben der WHO starben seit Ausbruch der Vogelgrippe-Epidemie im Dezember 2003 in Asien 64 Menschen an der Krankheit. Sie hatten sich bei Geflügel infiziert. 150 Millionen Tiere mussten vorsorglich geschlachtet werden.


WHO weiter pessimistisch in Sachen Vogelgrippe

(Marburg, 9.11.05) Noch ist das aggressive Vogelgrippevirus H5N1 nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht aber davon aus, das es sich genetisch verändern wird. Erst dann kann ein spezifischer Impfstoff produziert werden. Laut Klaus Stöhr, der das Grippeprogramm der WHO leitet, braucht ein solches Virus drei bis vier Monate, um rund um die Welt zu ziehen. "Selbst wenn man 900 Millionen Dosen an Impfstoff produzieren könnte, wie es momentan aussieht, würde dies bei weitem nicht reichen."

In Genf tagen seit Montag mehr als 600 Vertreter internationaler Organisationen und Regierungen, um eine Strategie zur Bekämpfung der Seuche festzulegen. Die Konferenz soll am heutigen Mittwoch mit einem Aktionsplan enden.

Vietnam meldet einen neuen Todesfall eines Menschen durch die Vogelgrippe. Die Zahl der Toten in diesem Land erhöhte sich damit auf 42. Der 35-Jährige, der kurz vor seiner Erkrankung auf einem Geflügelmarkt war, sei mit dem Subtyp H5N1 infiziert gewesen und in einem Krankenhaus in Hanoi gestorben, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit.

In Indonesien sind zwei weitere Menschen an der Vogelgrippe erkrankt. Testergebnisse hätten belegt, dass eine im Oktober verstorbene Frau mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert war, teilte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums am vergangenen Samstag mit.


Zusätzliche Maßnahmen gegen Vogelgrippe

(Marburg, 31.10.05) Die Bestimmungen zur Abwehr der Vogelgrippe sind seit Sonntag, 30. Oktober, noch einmal verschärft. Grund ist ein EU-Beschluss: Danach sind Geflügelmärkte und -ausstellungen nur noch in Ausnahmefällen möglich. Zudem dürfen Geflügelbetriebe ihre Tiere nur noch mit Leitungswasser und nicht mehr mit Wasser aus Flüssen, Seen oder Sammelbecken tränken. Das soll verhindern, dass Geflügel über Trinkwasser mit dem Kot von Zugvögeln in Kontakt kommt. Außerdem dürfen bestimmte Tiere nicht mehr als Lockvögel für die Jagd benutzt werden.

In Japan gibt es einen neuen Fall von Vogelgrippe. Auf einem Bauernhof in der Präfektur Ibaraki nordöstlich von Tokio wurden bei mehreren Hühnern Infektionen mit einem Virus der H5-Gruppe festgestellt, wie die Behörden am Montag mitteilten. Um den auch für Menschen gefährlichen H5N1-Erreger scheint es sich allerdings nicht zu handeln.

Der vor zwei Wochen in Griechenland aufgekommene Vogelgrippe-Verdacht bestätigte sich nicht. Mehrere Mitte Oktober auf der ostägäischen Insel Inousses verendete Truthähne waren nicht mit dem gefährlichen H5N1-Virus infiziert, wie jetzt Analysen im EU-Referenzlabor Weybridge bei London ergaben.

In Vietnam sind laut Krankenhausangaben vermutlich zwei weitere Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Alle Symptome deuteten auf die Krankheit, sagte am Samstag der Direktor des Krankenhauses in Dong Hoi, in dem die beiden Verstorbenen behandelt worden waren.


Vogelgrippe in Kroatien bestätigt

(Marburg, 26.10.05) Der auch für Menschen gefährliche Vogelgrippe-Strang H5N1 hat Kroatien erreicht. In Großbritannien durchgeführte Untersuchungen haben ergeben, dass die vergangene Woche im Osten des Landes entdeckten toten Wildvögel mit dem H5N1-Virus infiziert waren. Das H5N1-Virus ist bislang in Russland, Rumänien und der Türkei nachgewiesen worden. In Großbritannien wurde der Erreger bei einem nicht frei lebenden Tier festgestellt, sondern bei einem importierten Papagei, der nach Behördenangaben direkt nach der Einfuhr in Quarantäne verendete. In Deutschland wurde unterdessen vorerst Entwarnung gegeben: Erste Tests ergaben, dass die im rheinland-pfälzischen Neuwied verendeten Graugänse wahrscheinlich durch Gift starben.


Neue Fälle in Asien

(Marburg, 25.10.05) Die Europäische Union will wegen der Vogelgrippe den Import von Zier- und Wildvögeln komplett verbieten. Das Verbot soll schon von diesem Dienstag an gelten, wie Bundeslandwirtschaftsminister Jürgen Trittin (Grüne) am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen am Montag in Luxemburg berichtete. Außer Deutschland hatte sich unter anderem Großbritannien für ein Importverbot stark gemacht. Dort war am Wochenende das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 bei einem verendeten Papagei in einer Quarantänestation festgestellt worden.

WHO-Sprecher Fernand Sauer betonte bei einem Arbeitstreffen der Weltgesundheitsorganisation in Kopenhagen, es bestehe derzeit kein "ernsthaftes Problem mit Blick auf die Ansteckung von Menschen". In der Debatte werde zu oft die reale Ausbreitung einer Tierseuche mit den potenziellen Gefahren für Menschen in einen Topf geworfen, die in Europa gegenwärtig nicht betroffen seien.

In Indonesien starb unterdessen der vierte Mensch an der Vogelgrippe. Bei dem bereits im September verstorbenen 23-jährigen Mann aus West-Java sei jetzt in Tests der WHO die Vogelgrippe als Todesursache bestätigt worden, teilte das indonesische Gesundheitsministerium in Jakarta mit. Insgesamt starben seit Ausbruch der Krankheit weltweit damit 62 Menschen.

In Großbritannien und Kroatien wurde das H5-Virus bei verendeten Tieren entdeckt. In Griechenland ist noch immer nicht klar, ob es sich bei den dortigen Verdachtsfällen um die Vogelgrippe handelt. In Schweden wurde das Auftreten eines Virus vom Typ H5 in einem Fall bestätigt, es handelt sich aber nicht um das hochpathogene H5N1. In Russland wurden am Montag aus einem weiteren Dorf Vogelgrippe-Fälle gemeldet.


Zur Abwehr der Vogelgrippe gilt in ganz Deutschland ab sofort eine weitestgehende Stallpflicht für Geflügel!

(Marburg, 20.10.05) Deutschland verhängte wegen der Vogelgrippe ein bundesweites Freilaufverbot für Geflügel. Vom Samstag an muss Geflügel bundesweit in Ställen gehalten werden.
Auslöser war der erste Nachweis des gefährlichen Erregers H5N1 im europäischen Teil Russlands. Aus dem Gebiet südlich von Moskau gibt es Zugvogelrouten nach Deutschland. Bundesverbraucherminister Jürgen Trittin (Grüne) erließ gestern eine entsprechende Eilverordnung.

Thailand hat das 13. Todesopfer durch die Vogelgrippe gemeldet. Bei dem Mann wurde das aggressive Virus H5N1 nachgewiesen. Er habe sich bei kranken Hühnern angesteckt. In Thailand sind bislang 13 Menschen an der Vogelgrippe gestorben, in ganz Südostasien sind es nun 61 Opfer. Die EU-Gesundheitsminister treffen sich ab heute, um über Strategien zur Bekämpfung zu beraten.


Vogelgrippe in Europa

(Marburg, 18.10.05) Rumänien, Türkei, Russland, Griechenland.... Die Vogelgrippe hat die EU erreicht. Am Montagabend war ein Virus der Gruppe H5 in Griechenland und damit erstmals in einem der EU-Mitgliedstaaten aufgetreten. Ob es sich auch dabei um den gefährlichen H5N1-Stamm handelt, ist noch nicht geklärt. Das Virus war auf der Ägäis-Insel Oinousses in der Nähe der türkischen Küste festgestellt worden. Neun auf einem Bauernhof untersuchte Truthähne wiesen das Virus der Gruppe H5 auf.

Heute melden die Agenturen: In der Nähe von Moskau ist der erste Verdachtsfall auf Vogelgrippe im europäischen Teil Russlands aufgetreten. In dem betroffenen Gebiet sollen fast 250 Stück Geflügel verendet sein. In Rumänien gab es ebenfalls weitere Verdachtsfälle, einer davon in der Nähe der ukrainischen Grenze.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Professor Dr. Reinhard Kurth, hält es für wahrscheinlich, dass bei Ausbruch einer Vogelgrippe-Epidemie 30 Prozent der Bevölkerung infiziert werden könnte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht derzeit allerdings keine aktuelle Gefahr für die Bevölkerung Europas durch die Vogelgrippe. „Es ist eine Tierkrankheit, auch eine Gefahr über das Essen besteht nicht“, sagte der für die Früherkennung von Epidemien und Pandemien zuständige WHO-Direktor Michael Ryan am Montag in Genf.

Bis zum 10. Oktober 2005 registrierte die WHO 117 Erkrankungsfälle, 90 davon in Vietnam. 60 Menschen, also rund die Hälfte der Infizierten, starben an der Krankheit.


Maßnahmen in Deutschland?

Die EU erließ umfassende Importverbote für Geflügel und Geflügelprodukte aus den betroffenen Ländern. An deutschen Flughäfen wird Geflügelfleisch aus Asien, Russland, der Türkei und Rumänien beschlagnahmt und vernichtet.

Zum Schutz des Geflügels vor der Vogelgrippe hatte das Bundesland Bayern zunächst radikale Maßnahmen getroffen: Es verbietet sämtliche Geflügelmärkte und Vogelschauen.
Übrigens: Tauben spielen bei der Übertragung der Vogelgrippe nur eine geringe Rolle. Ein Problem sind die Zugvögel. In so genannten Risikogegenden verhängen die Bundesländer daher eine Stallpflicht für Geflügel. 


Wie groß ist die Gefahr für uns?

Die Vogelgrippe oder Geflügelpest ist eine für Geflügel und andere Vögel hochgradig ansteckende Erkrankung, die in Tierbeständen schnell epidemische Ausmaße annehmen kann. Einige besonders aggressive Erregerstämme, z. B. der Stamm H5N1, können auch für Menschen gefährlich sein. Noch springt diese Tierseuche nur im Ausnahmefall und bei engem Kontakt zum Geflügel auf den Menschen über und führt hier in etwa der Hälfte der Fälle zum Tod.

Fast alle Infektionen von Menschen erfolgten durch den engen Kontakt mit infizierten Vögeln. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind so gut wie ausgeschlossen. Nur zwei Mal - im Herbst 2004 in einer Familie in Thailand - wurde eine Ansteckung von Mensch zu Mensch beobachtet. Diese Fälle gelten jedoch als noch nicht endgültig geklärt.

Befürchtet wird allerdings, dass ein Mensch gleichzeitig an einem menschentypischen Stamm und dem Tierseuchenerreger H5N1 erkrankt und sich dabei das Erbmaterial der beiden Influenzaviren austauscht. Dann kann im schlimmsten Fall ein neuer aggressiver Virusstamm entstehen, der von Mensch zu Mensch übertragbar ist und zu einer schnellen, weltweiten Verbreitung – einer Pandemie – führt.

Drei große Influenza-Pandemien gab es im 20. Jahrhundert: die "spanische Grippe" zwischen 1918 und 1920, die weltweit zwischen 20 und 100 Millionen Menschen tötete; die "Asiatische Grippe" von 1957 mit bis zu zwei Millionen Toten und die "Hongkong-Grippe", an der 1968 knapp eine Million Menschen starben. Experten sind sich einig, dass eine neue Pandemie jederzeit auftreten könnte. Noch gibt es den gefürchteten Vogelgrippe-"Supervirus" aber nicht.
Die Regierungen der Länder brauchen nach Einschätzung der UNO mindestens noch sechs Monate, um sich auf eine durch die Vogelgrippe ausgelöste Pandemie vorzubereiten.


Übertragung durch Geflügelprodukte?

Der Seuchenerreger wird von infizierten Tieren weitergegeben, kann aber auch durch rohe oder unzureichend gekochte Produkte wie Eier und Geflügelfleisch oder durch Kleider, Schuhe oder andere Gegenstände aus infizierten Gebieten übertragen werden. Allein der Konsum von Hähnchen oder Eiern macht nicht krank, sofern beides gut gekocht ist: Viren werden bei Temperaturen über 70 Grad zerstört.

Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. empfiehlt daher Reisenden in die bislang betroffenen Ländern: Vermeiden Sie direkte Tierkontakte und verzichten Sie auf den Besuch von Geflügelmärkten. Geflügelfleisch und Geflügelprodukte sollten Sie nur in gekochtem oder durchgebratenem Zustand verzehren.

Eine vorsorgliche Influenza-Impfung kann verhindern, dass Sie an Virusgrippe erkranken, und somit selbst ein „Mischgefäß“ für einen, neuen aggressiven Virusstamm bilden.


Impfung in Sicht?

Im Frühjahr 2006 wird wahrscheinlich ein Impfstoff zum Schutz der Menschen vor dem Vogelgrippe-Virus H5N1 zur Verfügung stehen. Das berichteten am Montag übereinstimmend Staatssekretär Klaus Theo Schröder vom Bundesgesundheitsministerium und die Präsidenten des Robert-Koch- und des Paul-Ehrlich-Instituts, die Professoren Reinhard Kurth und Johannes Löwer, in Berlin.


Aktuelles zu Influenza und Vogelgrippe im Web:

Influenza / Grippe
Robert Koch-Institut:
www.rki.de unter „Aktuelle Links“ > Vogelgrippe
Arbeitsgemeinschaft Influenza:
http://influenza.rki.de/agi
Auswärtiges Amt:
www.auswaertiges-amt.de unter „Länderinfos“, Merkblatt > Vogelgrippe
Weltgesundheitsorganisation (WHO):
http://www.who.int/csr/disease/avian_influenza/en/
Europäische Kommission:
http://europa.eu.int/comm/health/ph_threats/com/Influenza/avian_influenza_en.htm
Impfen und Infektionen, www.ibera-online.de

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