DGK e.V. -Marburger Virologen haben einen neuen Influenza-Impfstoff entwickelt, der direkt am zentralem Infektionsmechanismus von Influenza-A-Viren ansetzt.
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Lebendimpfstoff, Grippe, Influenza, Mäuse, Marburg, Forschung
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Lebendimpfstoff gegen Influenza bei Mäusen erfolgreich

(Marburg, 09.06.05) Marburger Virologen haben einen neuen Influenza-Impfstoff entwickelt, der direkt am zentralem Infektionsmechanismus von Influenza-A-Viren ansetzt. Die Forscher des Instituts für Virologie der Philipps-Universität Marburg haben eine neue Methode zur Herstellung eines Lebendimpfstoffs gegen den Influenza-Virenstamm WSN33 gefunden. Der Impfstoff setzt an einem Infektionsmechanismus an, den alle Influenza-A-Virenstämme gleichermaßen besitzen.
Dabei wird das für die Immunantwort wesentliche Virusoberflächenprotein Hämagglutinin "gespalten" und kann daher auch gegen alle Viren dieses Typs eingesetzt werden. Versuche an Mäusen zeigten, dass der neue Impfstoff vollständigen Schutz gegen eine Infektion bietet, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe von Nature Medicine http://www.nature.com/nm/.

Weil die Membranfusion, die auf die Spaltung des Hämagglutinins folgt, ein universeller Mechanismus ist, den alle Influenza-A-Virenstämme für die Infektion einer Wirtszelle benutzen, sind die Ergebnisse der Forscher voraussichtlich auch auf andere Stämme übertragbar. "Unser vorerst größtes Ziel haben wir nun erreicht, denn unsere Virusmutante hat Modellcharakter für beliebige Influenza-A-Viren", erklärte Studienleiter Jürgen Stech.

Influenza, allgemein als Grippe bekannt, ist eine durch Viren ausgelöste schwere Atemwegsinfektion. Sie kann zu Krankheitsverläufen mit gefährlichen, zum Teil lebensbedrohlichen Komplikationen führen - nicht zu verwechseln mit einem harmlosen "grippalen Infekt", der oftmals schon als Grippe bezeichnet wird. Influenza-A-Viren führten bereits zu Pandemien, die weltweit Millionen Menschen das Leben gekostet haben, aber auch in „normalen“ Grippewellen sterben allein in Deutschland jedes Jahr mindestens 5.000 bis 8.000 Menschen.

Mit großem Erfolg haben die Virologen den neuen Lebendimpfstoff bereits an Mäusen getestet. Ab einer bestimmten Dosierung überlebten alle Tiere der infizierten Versuchsgruppe. Bei der höchsten Dosis wiesen die Mäuse nicht einmal mehr Krankheitssymptome auf, die infizierten und noch im Wachstum befindlichen Jungmäuse legten sogar weiter an Gewicht zu. Auf dem Weg zur Anwendung am Menschen sind nun zunächst Experimente mit Frettchen geplant, deren biologische Struktur der des Menschen ähnlicher ist und die sehr empfindlich auf das Influenza-Virus reagieren.

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