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(Marburg, 10.01.06) Die Zahl der Hirnhautinfektionen durch Zeckenstiche ist in Deutschland 2005 auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin mitteilte, wurden bis zur 50. Kalenderwoche 422 Fälle der von Zecken übertragenen Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME) registriert. Das waren so viele wie noch nie seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. Im gesamten Jahr 2004 erkrankten nur 274 Menschen an FSME.
"Für diesen rasanten Anstieg gibt es keine einfache Erklärung", sagte Prof. Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit der Nachrichtenagentur dpa. Das Institut beobachtet eine stetige Zunahme der Infektionen. Insgesamt sei ein Anstieg von 400 Prozent zu verzeichnen. Verantwortlich dafür sei unter anderem die globale Erwärmung, die zu kürzeren Generationszyklen der Zecken führe. Sie fänden mehr Mäuse, die ihnen als Wirte dienten und vermehrten sich dadurch schneller. Außerdem haben sich dem Zeckenexperten zufolge die Lebensbereiche der Spinnentiere weiter nach Norden ausgedehnt. Aber auch genauere Meldeverfahren, bessere Diagnostik und politische Veränderungen hätten zu der Entwicklung beigetragen.
In Deutschland sind vor allem Bayern, Teile Baden-Württembergs sowie einzelne Landkreise Thüringens und Hessens betroffen. In den betroffenenen Risikogebieten sollten sich die Menschen, die Kontakt zu Zecken haben können, unbedingt gegen FSME impfen oder ihren Impfschutz auffrischen lassen. Das sind Einwohner, Land- und Forstarbeiter aber auch Menschen, die ihre Freizeit oder ihren Urlaub in Risikogebieten verbringen und sich dort häufig in freier Natur bewegen.
Mehr Informationen:
FSME - Krankheitsbild
Übersicht FSME-Risikogebiete in Deutschland

