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Aktuelle Informationen zu Hirnhautentzündung finden Sie hier.
von Arnd Petry, dpa
(Marburg, 14.07.05) (dpa/gms) - Hollywoodstar Brad Pitt hat die Krankheit wieder in die Öffentlichkeit gebracht: Der Schauspieler hatte am Montag mit grippeähnlichen Symptomen ein Krankenhaus in Los Angeles aufgesucht. Die Diagnose lautete virale Hirnhautentzündung. Inzwischen ist er entlassen worden. Nicht immer verläuft eine Hirnhautentzündung so glimpflich. Schutz gegen einige Formen der Krankheit bieten jedoch Impfungen.
Eine Gehirnhautentzündung (Meningitis) kann verschiedene Ursachen haben. Meist wird sie aber durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien ausgelöst. "Eine Virus-Meningitis verläuft meist nicht so dramatisch wie eine bakteriell ausgelöste Meningitis», sagt die Immunologin Ute Arndt vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg.
Die in Deutschland bekannteste Form der viralen Hirnhautentzündung ist die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Sie wird durch das FSME-Virus ausgelöst, welches durch Stiche infizierter Zecken übertragen wird. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin zufolge wurden in den Jahren 2001 bis 2003 in Deutschland zwischen 239 Fälle und 278 Fälle pro Jahr gemeldet.
Wer seinen Urlaub in einem FSME-Risikogebiet in Deutschland oder im Ausland verbringen möchte, sollte sich Ute Arndt zufolge auf jeden Fall vor der Reise impfen lassen. Das gelte vor allem dann, wenn Sport in der Natur wie Kanufahren oder Wandern auf dem Urlaubsprogramm stehen. Im Gegensatz zu der sonst üblichen Praxis bei Reiseimpfungen würden die Krankenkassen die Kosten für eine derartige Impfung übernehmen.
Damit der Organismus dauerhaft Antikörper gegen die FSME-Viren bilden kann, sind allerdings drei Impfungen notwendig. Den wirksamsten Schutz vor Zeckenstichen stellt geeignete Kleidung dar. Wer den Lebensraum der Zecken nicht meiden will, sollte helle Kleidung tragen, auf denen die Zecken leicht sichtbar sind und seine Haut mit langen Hosen und langen Ärmeln schützen, rät Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin.
Eine Karte mit den Risikogebieten hält das RKI im Internet bereit:
www.rki.de/FSME/Fruehsommer-Meningoenz ephalitis.html .
Neben einigen Regionen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen sind dies vor allem Regionen in Bayern und Baden-Württemberg - beispielsweise der Bodenseeraum, das Markgräflerland und auch der Bayerische Wald. Im europäischen Ausland sind vor allem Österreich, die Schweiz, Polen, Tschechien, die Slowakei sowie Ungarn, Südschweden, Finnland, Kroatien und Slowenien zu nennen.
Zeichen einer FSME-Infektion sind dem RKI zufolge zunächst grippeähnliche Symptome mit mäßigem Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl. Nach einem fieberfreien Intervall von etwa einer Woche - bis zu maximal 20 Tagen - entsteht bei jedem zehnten Infizierten eine Hirnhautentzündung mit Fieber und Erbrechen.
Sehr viel höher ist das Gesundheitsrisiko bei einer von Bakterien - allen voran Meningokokken - ausgelösten Hirnhautentzündung: 700 bis 800 Fälle gibt es nach Angaben von Ute Arndt in jedem Jahr in Deutschland. Sie treten vor allem im Winter und Frühjahr auf, wenn Atemwegserkrankungen häufig sind und die Bakterien durch «Tröpfcheninfektion» - durch Anhusten oder -niesen - von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Besonders häufig seien Kinder in den ersten fünf Lebensjahren und Jugendliche betroffen.
Das Spektrum der Bakterien, die eine Hirnhautentzündung auslösen können ist zwar generell groß, in Deutschland bedeutsam sind laut Ute Arndt aber lediglich Meningokokken vom Typ B und C. Gegen letztere gibt es sogar eine Impfung. Das gleiche gilt für die Meningokokken-Typen A, Y und W-135, die in Afrika und Asien vorkommen.
Die Anzeichen einer Meningokokken-Erkrankung sind nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken des Deutschen Grünen Kreuzes hohes Fieber, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost sowie Lichtempfindlichkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen und auch Nackensteifigkeit und Benommenheit. Ein deutliches Warnsignal sind zudem rot-violette Hautflecken, die durch Drücken nicht verschwinden. Sie sind Zeichen einer Blutvergiftung. «Bei Säuglingen und bei Kleinkindern sind die Krankheitszeichen weniger eindeutig», sagt Ute Arndt. Fast immer trete aber Fieber auf. Zudem könnten die Kinder teilnahmslos und auch berührungsempfindlich sein.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt eine Impfung gegen Meningokokken für Austauchschüler und -studenten, die einen längeren Aufenthalt in England, Irland, Spanien und Griechenland planen. Schützen sollten sich zum Beispiel aber auch Globetrotter, die einen Reise nach Indien oder in die Länder des so genannten Meningitisgürtels von Afrika planen.
AG Meningokokken c/o Deutsches Grünes Kreuz (www.agmk.de).

