DGK e.V. -Die Herkunft des seltenen Hasenpest-Erregers in Südhessen bleibt ungeklärt.
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Hasenpest bleibt Rätsel

(Marburg, 23.12.05) Die Herkunft des seltenen Hasenpest-Erregers in Südhessen bleibt ungeklärt. Auch weitere Untersuchungen des Landeslabors in Gießen brachten keinen Aufschluss, wie die Krankheit auf Menschen übertragen wurde. Bei den bislang untersuchten Tiere konnten keine Hasenpest-Erreger nachgewiesen werden.


(Marburg, 20.12.05) Auf der Suche nach der Herkunft des seltenen Hasenpest-Erregers in Südhessen tappen die Behörden weiter im Dunkeln. Bei einer ersten Untersuchung weiterer sechs Feldhasen aus dem verdächtigen Jagdrevier wurden keine krankhaften Veränderungen der Organe festgestellt, wie die Sprecherin des Kreises Darmstadt-Dieburg, Doris Becker, berichtete. Das Ergebnis der mikrobiologischen Untersuchung stehe noch aus, es werde in zwei Wochen erwartet.


(Marburg, 12.12.05) Mindestens sechs Jäger haben sich mit der Hasenpest infiziert. Davon geht das für den Landkreis zuständige Gesundheitsamt in Darmstadt nach entsprechenden Blutuntersuchungen inzwischen aus. Möglicherweise gibt es sogar einen Todesfall: Ein Mann verstarb am 20. November an einem "mit der Tularämie zu vereinbarenden Krankheitsbild"; eine gesicherte Diagnose konnte jedoch bisher nicht gestellt werden.

Die sieben Männer im Alter zwischen 46 und 73 Jahren - alle kommen aus Südhessen - hatten am 29. Oktober an einer Treibjagd in Griesheim teilgenommen und die erlegten Feldhasen anschließend ausgeweidet. Wenige Tage später litten sie unter hohem Fieber, Unwohlsein, Muskelschmerzen und anderen, erkältungsähnlichen Beschwerden. Die Behörden vermuten, dass der hochansteckende Erreger der Hasenpest (Francisella tularensis) beim Ausweiden erlegter Feldhasen übertragen wurde, der Nachweis fehlt jedoch weiterhin. Zudem hätten die betreffenden Jäger auch an einer Hasenjagd im Ausland teilgenommen. Möglicherweise haben sie sich auch dort angesteckt, so der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel am vergangenen Freitag. Die sechs erkrankten Männer sind mittlerweile wieder wohlauf.

In den vergangenen beiden Jahren waren in Deutschland nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts jeweils drei Fälle registriert worden. Das Landeslabor in Gießen soll nun in den nächsten Wochen den Übertragungsweg der Bakterieninfektion klären. Die Experten untersuchen zurzeit noch zehn erlegte Feldhasen und einen Bisamratte aus dem Gebiet, weitere Tier sollen folgen.Bislang seien weder in Griesheim noch in benachbarten Jagdbezirken verendete oder abgemagerte Hasen, Kaninchen oder Mäuse und Ratten gefunden worden, wie dies beim Auftreten der Hasenpest zu erwarten wäre.

Für Spaziergänger besteht keine Gefahr, wenn sie sich in Wald- und Feldgebieten aufhalten. Hunde sollen an der Leine gehalten werden. Hasenpest ist von Tieren auf Menschen übertragbar, aber nicht von Mensch zu Mensch. Bei Erhitzen - also beim Kochen oder Braten - wird der Erreger nach Angaben von Veterinären abgetötet. Auch andere Säugetiere wie Kaninchen, Ratten oder Mäuse werden von der Hasenpest befallen. Die meldepflichtige Krankheit ist für Tiere meist tödlich, kann beim Menschen aber gut mit Antibiotika behandelt werden. Sie äußert sich mit unterschiedlichen, meist grippeähnlichen Symptomen, unter anderem mit hohem Fieber, Unwohlsein und Muskelschmerzen.

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