DGK e.V. -Experten raten deshalb zur Vorsicht beim Verzehr bodennah wachsender Früchte oder Pilze aus dem Wald, aber auch bodennahem Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten.
Gesundheitsinformationen zu:
Fuchsbandwurm, Echinococcus multilocularis, Alveoläre Echinokokkose, Bandwurm, Fuchs
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Fuchsbandwurm breitet sich aus

Risiken ernst nehmen

(Marburg, 15.07.05) Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) breitet sich weiter aus. Experten raten deshalb zur Vorsicht beim Verzehr bodennah wachsender Früchte oder Pilze aus dem Wald, aber auch bodennahem Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten .

Bei einem Fuchsbandwurm-Monitoring durch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden 3.300 Füchse aus ganz Niedersachsen untersucht. Das Ergebnis: Im Süden des Landes sind die Infektionszahlen stärker gestiegen als im Norden. Doch die Ausbreitung ist nicht mehr auf den Süden Deutschlands beschränkt. Auch in anderen Gebieten Deutschlands, etwa in Brandenburg oder Thüringen, sei der für den Menschen gefährliche Parasit auf dem Vormarsch.

Aktuelle Ergebnisse einer Studie des Friedrich-Loeffler-Instituts belegen, dass sich der Fuchsbandwurm in Thüringen von 1990 bis 2003 räumlich stark vermehrt hat. In einigen westlichen Landesteilen ist inzwischen jeder zweite Fuchs mit dem Parasiten infiziert, der beim Menschen die so genannte Alveoläre Echinokokkose verursacht. Dies teilte der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) in Bonn mit. Auch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) warnte vor lebensgefährlichen Infektionen mit dem Fuchsbandwurm. Überträger seien nicht nur die Füchse selbst, sondern auch Kleinnager und Haustiere.

Die Alveoläre Echinokokkose gehört zu den gefährlichsten auf den Menschen übertragbaren parasitären Krankheiten. Eine Vielzahl parasitärer Larvenstadien wuchert tumorähnlich in das Gewebe und führt zur Zerstörung der Leber. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit können beim Menschen bis zu 15 Jahre vergehen. Unentdeckt endet die unheilbare Krankheit meist mit tödlichem Leberversagen.

Infizieren können sich Menschen insbesondere durch roh verzehrtes, bodennah wachsendes Obst und Gemüse sowie Pilze, die mit Eiern des Fuchsbandwurms verschmutzt sind, sowohl im Wald als auch im eigenen Garten. Durch Kontakt mit dem Fell infizierter Tiere können Bandwurmeier ebenfalls übertragen werden. Daher sollte auch an das Händewaschen nach dem Sammeln und nach der Gartenarbeit gedacht werden. Katzen und Hunde sollten regelmäßig entwurmt werden.

Die Experten raten Freilandprodukte vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Abgetötet wird der Erreger jedoch erst durch Erhitzen auf über 60 Grad Celsius. Die Lagerung in der Tiefkühltruhe oder ein "Bad" in Alkohol überlebt der Parasit unbeschadet.

Wichtig sei auch, Füchse nicht durch Fütterung, Beet- und Fallobst oder Speisereste in offene Mülltonnen in menschliche Siedlungen zu locken oder gar als Dauergast im Garten zu pflegen. Dadurch steigt die Gefahr der Infektion mit dem Kleinen Fuchsbandwurm, der als Dünndarmparasit auch bei Hunden und Katzen vorkommt.

Der DJV fordert deshalb eine bundeseinheitliche epidemiologische Überwachung und Analyse der Endwirte, zu denen neben dem Fuchs auch der Marderhund gehört.

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