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(Marburg, 2.08.05) Nach Meldungen der britischen Gesundheitsbehörden starb eine 39-jährige Frau, die im indischen Goa von einem streunenden Hund gebissen worden war, jetzt in Liverpool an Tollwut. Das britische Referenzlabor für Tollwut bestätigte die Diagnose. Goa gilt gerade bei Briten als beliebtes Urlaubsziel und dieser Tollwutfall verdeutlicht die reisemedizinische Bedeutung dieser Infektion. Die Urlauberin hatte vor der Reise keine präexpositionelle Impfung gegen Tollwut erhalten.
Dieser Fall ist somit der dritte bekannte Tollwutfall, der in Westeuropa innerhalb der vergangenen zwei Jahre in Folge von Hundebissen während eines Indienaufenthaltes auftrat.
Die anderen beiden Fälle wurden aus Deutschland berichtet. Durch Organspenden sind in Deutschland im Frühjahr 2005 erstmalig Patienten mit dem lebensgefährlichen Tollwutvirus infiziert worden und gestorben (siehe Meldung im Archiv). Die Organspenderin hielt sich im Oktober 2004 in Indien auf und wurde Berichten zufolge dort von einem Hund gebissen. Symptome, die auf eine Tollwut hinweisen, haben bei der Organspenderin, die an einem Herzstillstand starb, zum Zeitpunkt des Todes nicht vorgelegen. Dieses war in nur kurzer Zeit die zweite importierte Tollwutinfektion aus Indien. Bereits im Mai 2004 erkrankte und starb ein 51-jähriger Mann an einer Tollwutinfektion, nachdem er sechs Wochen zuvor von einem fünfmonatigen Aufenthalt in Indien nach Deutschland zurückkehrte.
Indien ist ein Land, in dem ein Übertragungsrisiko für Tollwut besteht. Jedes Jahr werden etwa 30.000 Todesfälle von dort gemeldet. Tollwut ist in vielen asiatischen Ländern eine häufige Todesursache. Übertragen wird das Tollwutvirus in erster Linie durch den Speichel infizierter Säugetiere. In Europa spielen infizierte Fledermäuse als Tollwutüberträger eine zunehmend wichtige Rolle.
Zum Schutz vor der Krankheit dienen wichtige Verhaltensregeln, wie zum Beispiel die konsequente Vermeidung von Tierkontakten in Tollwutgebieten – das heißt sich vor allem von "Streunern" fernzuhalten. Für Reisende in Tollwutgebiete steht eine vorbeugende Impfung (drei Dosen an den Tagen 0, 7, 21 - 28) zur Verfügung, die einen zuverlässigen Schutz verleiht. Eine Tollwut-Impfung nach erfolgtem Tierbiss (sog. "postexpositionelle" Impfung) ist grundsätzlich möglich, erfordert aber die schnelle Erreichbarkeit einer entsprechenden medizinischen Einrichtung die über diesen Impfstoff verfügt.
Weitere Informationen zur Tollwut unter:
Tollwut: Krankheitsbild und Impfung
Pressedienst Tier und Gesundheit (animal), Nr. 4 - 2004

