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Sie haben die Knochenstruktur einer 80-Jährigen“, sagte mein Arzt. Ich war 23 Jahre alt und völlig geschockt.
Ursache meiner Osteoporose ist eine Zöliakie. Die war bei mir mit 18 Jahren festgestellt worden. Diese Eiweißunverträglichkeit lässt die Darmoberfläche verkümmern. Die Folge: Der Darm kann viele Stoffe nicht aus der Nahrung aufnehmen – auch Kalzium nicht. Das fehlende Kalzium wird den Knochen entzogen und die Knochenstruktur auf diese Weise fatal geschwächt. Nach einer Zeit mit Diätfehlern bekam ich Beschwerden in Knochen und Gelenken. Zum Glück haben meine Ärzte sofort eine Knochendichtemessung gemacht und die Osteoporose entdeckt. So ist mir viel Leid erspart geblieben. Mit einer Kalziumtherapie und regelmäßigem Krafttraining konnte meine Knochenstruktur kontinuierlich verbessert werden.
Trotzdem hängt die Krankheit wie eine Gewitterwolke über mir. Man sieht nichts, ich spüre nichts – aber wird das so bleiben? Was passiert, wenn ich mal Kinder bekomme? Werden mir bei der Geburt Wirbel oder Rippen brechen? Niemand kann es sagen. Doch ich wische die Angst weg und genieße das Leben. Beruflich bin ich voller Tatendrang. Meinen Bürojob gebe ich auf, sobald ich das Diplom als Fitnesstrainerin habe. Und ich arbeite an einer Zusatzqualifizierung zur Ernährungsberaterin. In meiner Freizeit mache ich viel Sport.
Mein Wissen will ich auch beruflich einsetzen, um anderen Betroffenen zu helfen. Ich wünsche mir, dass die Ärzte auch bei jungen Menschen an Osteoporose denken. Ich hoffe, die Bilder der Ausstellung motivieren junge Menschen, jetzt dem Knochendichteverlust der späteren Jahre entgegenzuwirken. Bis zum 35. Lebensjahr kann der gesunde Körper Knochenmasse aufbauen.
zum Download:
Patientengeschichte_Tanja.pdf


