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Bis zum 24. Lebensjahr war ich vollkommen gesund. Ich habe viel Sport gemacht, und Milch und Milchprodukte standen immer auf meinem Speiseplan. Trotzdem schlug das heimtückische Ge-Brechen Osteoporose zu, und zwar während der Geburt meines Sohnes Max.
15 Wochen vor der Entbindung bekam ich Wehen und musste von da an fest liegen. Die Geburt wurde dann künstlich eingeleitet. An die ersten Stunden danach kann ich mich wegen der Narkose nicht mehr erinnern. Aber die Hebamme erzählte mir, ich hätte gleich über Rückenschmerzen geklagt und mich kaum auf den Beinen halten können. Das Klinikpersonal tat die Beschwerden ab. Auf meinen Wunsch wurde ein Orthopäde hinzugezogen. Er diagnostizierte Blockaden im Rücken und versuchte zweimal mich einzurenken. Das machte die Schmerzen schier unerträglich. Das Schlimmste aber war: Ich konnte mein Kind nicht heben, nicht tragen, nicht wickeln. Das sei eine Schwangerschaftspsychose, hieß es nun. Man versuchte, mich zur Versorgung meines Kindes zu bringen, indem man jede Hilfe verweigerte. Zum Glück half mir meine Bettnachbarin und zu Hause dann meine Mutter. Doch es wurde immer schlimmer.
Drei Monate vergingen bis zur Diagnose Osteoporose. Erst mein Großvater, er ist Arzt, äußerte den Verdacht und ließ mich bei einem Spezialisten untersuchen. Gefunden wurden drei osteoporosebedingte Wirbelkörperbrüche. Vermutete Ursache: zu lange Immobilisation.
Das Leben mit der Krankheit gelingt inzwischen gut. Die Brüche sind verheilt, und die Knochendichte hat Dank der Therapie wieder zugenommen. Ich bin nicht mehr frakturgefährdet. Ein zweites Kind darf ich jedoch nicht haben. Aber ich hatte Glück im Unglück. Ich wurde zwar spät, aber richtig behandelt.
zum Download:
Patientengeschichte_Isabelle.pdf


